Arbeitsmarktbericht für den Kreis Plön

„Mehr Sonne als Schatten auf dem Arbeitsmarkt: Arbeitslosenzahl unter 3.000; Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent; viele Stellenmeldungen und mehr Beschäftigte“

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 31

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis Plön:

„Der Wonnemonat Mai glänzt nicht nur mit sonnigem Wetter, sondern auch mit guten Ergebnissen vom Arbeitsmarkt. Die Zahl der arbeitslosen Menschen zwischen Schwentinental und Lütjenburg ist leicht gegenüber dem April um 47 oder 1,6 Prozent auf nunmehr 2.970 gesunken. Damit unterschreiten wir in diesem Jahr erstmals im Kreis Plön die „Marke“ von 3.000. Der Rückgang ist saisontypisch. Mit Ausnahme des Mai 2020, wo coronabedingt ein Anstieg der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat April zu verzeichnen war, haben wir es in den letzten Jahrzehnten immer im späten Frühjahr mit Rückgängen der Arbeitslosigkeit im Kreis Plön zu tun gehabt. Das gute Ergebnis manifestiert sich mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Das ist gegenwärtig die niedrigste Arbeitslosenquote aller Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein.“
„Nachdem wir im Vormonat eine kleine Delle bei der Entwicklung der Zahl der arbeitslosen Menschen im Jahreszyklus zu verzeichnen hatten, bewegt sich deren Zahl jetzt wieder in die richtige Richtung. Möglicherweise hat das gute Wetter dazu beigetragen, dass in den Grün- und Außenberufen aber auch in den Tourismuszentren des Kreises wieder vermehrt Einstellungen getätigt wurden und mehr Aufträge abzuarbeiten sind. Insgesamt sinkt die Zahl der arbeitslosen Menschen aber nicht mehr so deutlich wie in der Vergangenheit. So ging vom Januar bis Mai die Arbeitslosigkeit im Kreis um 141 Personen zurück. Im Jahr 2025 sank die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im gleichen Zeitraum um 252 und 2024 um 197. Der Trend bleibt aber – das ist mir wichtig zu betonen – trotz einer etwas gedämpften Dynamik positiv. Das unterstreichen letztlich auch die Bewegungszahlen vom Arbeitsmarkt. Im Mai verließen 236 Menschen im Kreis die Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit, 232 mussten sich hingegen neu oder erstmals arbeitslos melden“, so Rump weiter.
Während die Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Plön in der Summe seit dem Januar kontinuierlich leicht sinkt, ist sie gegenüber Mai 2025 in einem geringfügigen Maß um 11 oder 0,4 Prozent gestiegen. 
„Der Anstieg ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass sich wesentlich weniger Menschen in Sprach- bzw. Integrationskursen befinden. Allein im Kreis Plön ging die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der so genannten „Fremdförderung“ um 111 oder 28,1 Prozent zurück. Das führt dazu, dass der Arbeitsmarkt im Kreis weniger Entlastung durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente erfährt“, erklärt Hans-Martin Rump die Ursache für den leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr. 
Das Interesse von Arbeitsagentur und Jobcenter an zielgerichteten Qualifizierungen für arbeitslose Menschen aber auch Beschäftigte in den Betrieben - mit Blick auf die künftigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes - ist dennoch unverändert hoch, wie der Agentur-Chef weiter versichert: „Es ist mir wichtig, dass wir auch weiterhin intensiv in Weiterbildung investieren. Das betrifft sowohl die Kundinnen und Kunden der Agentur für Arbeit als auch die des Jobcenters Kreis Plön und Beschäftigte in den Betrieben. 850 Frauen und Männer im Kreis Plön befinden sich aktuell in einer von uns oder dem Jobcenter geförderten Qualifizierung. Das sind 11,3 Prozent mehr als im Mai 2025.“

Für die Einmündung arbeitsloser, in Beschäftigung stehender und aus einer Qualifizierung kommender Frauen und Männer ist es auch wichtig, entsprechende Angebote auf der Stellenseite zu haben. 
„Deshalb ist es sehr erfreulich, dass die Betriebe im Kreis Plön auch in diesem Monat dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter eine große Anzahl an sozialversicherungspflichtigen Stellen zur Besetzung gemeldet haben. Im aktuellen Monat sind es 178 und damit 26 mehr als im April und sogar 55 mehr als vor einem Jahr. Zuletzt hat es in einem Mai im Jahr 2017 – damals waren es 179 sozialversicherungspflichtige Stellen – ein besseres Ergebnis gegeben. Das ist ein schönes und wichtiges Signal der Arbeitgebenden und unterstreicht die Robustheit des lokalen Arbeitsmarktes gegenüber globalen und konjunkturellen Einflüssen. Mit jeder neuen Stelle steigt auch die Chance, Arbeitslosigkeit zu beenden oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Gestützt durch einen deutlichen Mehrbedarf an Personal haben wir in den ersten fünf Monaten fast 750 zusätzliche Arbeitsplätze von den Betrieben im Kreis Plön gemeldet bekommen. Das entspricht einem Plus von mehr als 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jede neu gemeldete Stelle beinhaltet die Chance, für einen zuvor arbeitslosen Menschen auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen oder für Berufswechsler und Wiedereinsteigende eine neue Perspektive“, analysiert der Agentur-Chef die neuen Daten auf der Stellenseite des Arbeitsmarktes.

Neben der direkten Vermittlung auf die freien Arbeitsplätze durch die bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Stellen bietet der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter (gAGS) auch verschiedene Formate für Betriebe an, um deren Vakanzen zu besetzen.
„Unser gemeinsame Arbeitgeber-Service bietet für Firmen, die eine größere Anzahl von Beschäftigten suchen, Bewerbertage – auch in den Räumen der Agentur für Arbeit – an. Daneben gibt es andere Angebote wie zum Beispiel Jobbörsen oder hausinterne Messen“, beschreibt Rump exemplarisch einige Angebote des gAGS.

So besteht schon im nächsten Monat am 24. Juni von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr im Berufsinformationszentrum (BIZ) in der Adolf-Westphal-Straße 2 in Kiel die Gelegenheit, für interessierte arbeitslose Menschen mit Unternehmen der Zeitarbeitsbranche ins Gespräch zu kommen und gegebenenfalls einen neuen Job zu finden. 
„Zeitarbeit ist immer noch eine gute Möglichkeit für zuvor arbeitslose Menschen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus diesem Frühjahr verbleiben rund 35 Prozent aller in zuvor in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei einem Zeitarbeitsunternehmen angestellten Arbeitnehmer anschließend in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – häufig auch bei ihrem Entleihbetrieb. Damit ist Zeitarbeit eine wichtige Brücke in den Arbeitsmarkt“.