Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Hans-Martin Rump, Vorsitzender der Geschäftsführung und Leiter der Agentur für Arbeit Kiel sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt Kiel:
„Der Juni macht seinem guten Ruf als einer der stärkeren Monate auf dem lokalen Arbeitsmarkt im Jahreszyklus alle Ehre. Die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Landeshauptstadt sinkt weiter. Die Arbeitslosenquote fällt erstmals in diesem Jahr unter die 8-Prozent-Marke. Mit Ausnahme der letzten beiden „Nach-Corona-Jahre“ und in der Pandemie selbst ist der Juni in der Vergangenheit meist von sinkenden Arbeitslosenzahlen gekennzeichnet gewesen“, stellt Rump in einer ersten Analyse der neuen Zahlen fest.
„Zudem haben 649 Menschen die Arbeitslosigkeit in Richtung Erwerbstätigkeit verlassen und damit den Kieler Arbeitsmarkt entlastet. Auf der anderen Seite bleibt das Risiko, wegen Beschäftigungsverlust arbeitslos zu werden unter dem Wert des Vormonates und auch auf dem guten Niveau des Vorjahres. 593 Menschen meldeten sich aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit. Der Juni hat somit durchaus ein wenig frischen Wind auf dem sonst grundsoliden Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt gebracht,“ führt er weiter aus.
„Es ist erfreulich, dass die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Landeshauptstadt weiter gesunken ist. Entsprechend liegt die Arbeitslosenquote nunmehr bei 7,9 Prozent. Die übliche saisonale Nachfrageentwicklung hat diese positive Entwicklung in den letzten Wochen mit verstärkt“, analysiert Hans-Martin Rump abschließend die Auswirkungen auf den Vormonatsvergleich.
Beim von saisonalen Faktoren bereinigten Vorjahresvergleich bleibt der Trend stabil: „Der Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt Kiel bewegt sich im grundsoliden Fahrwasser. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen liegt im Vergleich zum Juni 2025 nahezu auf einem Niveau. Zuletzt hatten wir sechsmal in Folge einen etwas größeren Rückgang zum jeweiligen Vorjahresmonat zu verzeichnen gehabt. Insofern ist das Ergebnis als erfreulich zu bezeichnen. Kiel profitiert von einem bereits länger zu beobachtenden Aufwuchs der Beschäftigung im industriellen Bereich, der wiederum positive Beschäftigungseffekte in anderen Wirtschaftszweigen nach sich zieht. Hinzu kommt unverändert eine deutliche Entlastung des Arbeitsmarktes durch arbeitsmarktpolitische Angebote. Qualifizierung ist unverändert wichtig und das richtige Instrument der Wahl, um vormals arbeitslose Menschen aber auch in Beschäftigung stehende Arbeitnehmer/innen für die künftigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes fit zu machen. Aktuell befinden sich mehr als 3.200 Kielerinnen und Kieler in einer Qualifizierung. Das sind rund 21 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres. Jobcenter und Agentur für Arbeit arbeiten dabei eng verzahnt, um Menschen aus beiden Rechtskreisen auf ihren Weg, an dessen Ende möglichst eine Einmündung in Beschäftigung steht, zu begleiten“, so Rump weiter.
Zur Nachfrageseite auf dem Arbeitsmarkt sagte der Agentur-Chef:
„In diesem Monat wurden unserem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter der Landeshauptstadt Kiel 863 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Seit mindestens 15 Jahren gab es in Kiel kein besseres Ergebnis in einem Juni. Mein Dank geht an die Arbeitgebenden in der Landeshauptstadt Kiel, die uns auch im Juni eine große Anzahl an neu zu besetzenden Arbeitsplätzen gemeldet haben“, freut sich der Agentur-Chef über das auch in diesem Monat sehr gute Resultat auf dem Stellenmarkt. „Jede neu gemeldete Stelle ist auch eine Chance, Arbeitslosigkeit zu beenden oder gar nicht erst entstehen zu lassen.“
„Der Trend passt und das stimmt mich auch für die folgenden Wochen und Monate optimistisch. So sind unserem gemeinsamen Arbeitgeber-Service im Laufe des ersten Halbjahres 4.804 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das ist ein deutlicher Zuwachs von 1.179 oder 32,5 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das Plus an freien Arbeitsplätzen wird durch einen deutlichen Mehrbedarf an Personal im verarbeitenden Gewerbe, zu dem auch der Bereich der Wehrtechnik gehört, getragen,“ sagt der Leiter der Dienststelle.