Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Hans-Martin Rump, Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis Plön:
„Zum fünften Mal in der Folge sank die Arbeitslosigkeit gegenüber dem jeweiligen Vormonat. Der aktuelle Rückgang der Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Plön um 91 Personen zwischen Mai und Juni bewegt sich in etwa im Rahmen der Vorjahre. Der Rückgang ist saisontypisch. Im Juni haben wir im Jahreszyklus in der Regel immer eines der besten Ergebnisse bei der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen. Insofern macht der Juni 2026 keine Ausnahme. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent verzeichnet der Kreis in Schleswig-Holstein zudem den Spitzenwert unter allen Kreisen,“ trifft der Agentur-Chef eine erste Analyse der neuesten Zahlen vom Arbeitsmarkt.
„Das gute Ergebnis wird auch durch die Bewegungszahlen auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Plön getragen. Im Juni verließen 222 Frauen und Männer im Kreis Plön die Arbeitslosigkeit und nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 186 mussten sich hingegen neu oder erstmals arbeitslos melden.“
Mit Blick auf den Juli und den August sagte der Agentur-Chef: „Der Arbeitsmarkt im Kreis Plön durchläuft im Jahr unterschiedliche saisongeprägte Phasen. Deshalb ist davon auszugehen, dass wir es im Hochsommer - wie schon in den Vorjahren - mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu tun haben werden, weil in der bevorstehenden Urlaubszeit zurückhaltender mit Einstellungen umgegangen wird.“.
Während die Zahl der arbeitslosen Menschen im Kreis Plön in der Summe seit dem Januar kontinuierlich sinkt, ist sie gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2026 um 34 oder 1,2 Prozent gestiegen.
„Schon im Mai haben wir einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen gehabt. Unverändert ist dieser Zuwachs im Wesentlichen darauf zurück zu führen, dass die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Angeboten der so genannten „Fremdförderung“ deutlich rückläufig sind. Deren Rückgang beträgt 90 Teilnehmende oder 23,1 Prozent. Dabei handelt es sich um Sprach- bzw. Integrationskurse für geflüchtete Menschen, die durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert wurden. Das führt dazu, dass der Arbeitsmarkt im Kreis weniger Entlastung durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente erfährt. Der Anstieg ist somit im Wesentlichen nicht auf wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen“, erklärt Hans-Martin Rump die Ursache für den leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr.
Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Kreis Plön setzen aber unverändert auf Qualifizierung und Weiterbildung von arbeitslosen Menschen aber auch Beschäftigten in den Betrieben: „Die künftigen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt werden durch Digitalisierung und Demografie beeinflusst. Weiterbildung ist deshalb ein wichtiger Baustein, um Menschen für die Zukunft fit zu machen. Es ist gut investiertes Geld, hilft es doch die Risiken von Arbeitslosigkeit zu minimieren. 840 Frauen und Männer aus beiden Rechtskreisen im Kreis Plön befinden sich aktuell in einer Qualifizierung. Das sind 12,3 Prozent mehr als im Juni 2025.
Für die Arbeitsuchende, egal ob arbeitslos, auf der Suche nach alternativen Arbeitsangeboten oder im Anschluss an eine Ausbildung oder Qualifizierung ist es wichtig, entsprechende Angebote auf der Stellenseite zu haben. Dazu sagte Hans-Martin Rump:
„Im aktuellen Monat wurden unserem gemeinsamen Arbeitgeber-Service 100 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Im Vormonat lag die Zahl mit 178 deutlich höher. Möglicherweise wurden im Mai schon einige Stellen für das Sommergeschäft in den Tourismusgebieten des Kreises vorgezogen. Dennoch wurde auch in diesem auf den ersten Blick etwas schwächeren Monat eine dreistellige Zahl an neuen Einstellungsmöglichkeiten gemeldet. Jede neu gemeldete Stelle ist wichtig, ist sie doch gleichbedeutend mit einem Plus an Chancen für bei uns gemeldete arbeitslose Menschen, ihre Arbeitslosigkeit zu beenden oder Arbeitslosigkeit gar nicht erst entstehen zu lassen.“
Deshalb fällt seine persönliche Halbjahresbilanz auf dem Stellenmarkt im Kreis positiv aus:
„Zum Ende der ersten Jahreshälfte haben wir seit Januar fast 850 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Stellen für den Kreis Plön hinzugewonnen. Das sind rund 150 Meldungen mehr als Ende Juni 2025. Vor dem Hintergrund konjunktureller und geopolitischer Herausforderungen ist das ein bemerkenswertes Ergebnis und unterstreicht die Robustheit des lokalen Arbeitsmarktes.“