Allgemeiner Teil - Arbeitslosigkeit in der Landeshauptstadt
Die Arbeitslosigkeit ist in der kreisfreien Stadt Kiel im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat gestiegen. 11.755 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 323 Personen mehr (2,8 Prozent) als im Juni und 172 Personen (1,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,1 Prozent und liegt damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Juni Wert. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 8,1 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 3.521 Personen (220 Personen mehr als im Vormonat und 389 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 8.234 Arbeitslose registriert (103 Personen mehr als im Vormonat und 217 Personen weniger als im Vorjahr). 70,0 Prozent aller arbeitslosen Kundinnen und Kunden werden durch das Jobcenter der Landeshauptstadt Kiel betreut.
Analyse / Schlaglichter auf den lokalen Arbeitsmarkt (Angebots- und Nachfrageseite)
„Die Arbeitslosigkeit ist sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahresvergleich leicht gestiegen. Dieser Anstieg zum Vormonat im Juli ist ein bekanntes, saisontypisches Muster. Wir betrachten ein Quartalsende, in dem verstärkt Arbeitsverträge auslaufen. Zudem werden zur Jahresmitte immer viele schulische und berufliche Ausbildungsverhältnisse beendet, dies ist auch erkennbar an der zunehmenden Arbeitslosigkeit der jüngeren Menschen in der Landeshauptstadt Kiel.
Personalentscheidungen zu Neueinstellungen fallen oft erst nach den Sommerferien.
Zuversichtlich schaue ich auf die kommenden Monate“, äußert Hans-Martin Rump optimistisch.
Mit Blick auf das Vorjahr, sagt der Agenturchef: „Erfreulich ist in Kiel, dass trotz konjunktureller Herausforderung und einer gestiegenen Gesamt-Arbeitslosigkeit um 1,5 Prozent die positive Entwicklung hinsichtlich der Integration von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, zu verzeichnen ist. Ein überproportionaler Rückgang der Arbeitslosigkeit von Ausländern um 4,6 Prozent konnten wir in diesem Monat erfreulicherweise verzeichnen.“
Im Vorjahresvergleich verharrt die Arbeitslosenquote bei 8,1 Prozent. Arbeitslosigkeit entsteht als dynamische Größe aus Zu- und Abgängen in und aus Arbeitslosigkeit. Für die Gesamtheit des Marktes ist es deshalb wichtig, auch auf diese Bewegungsgrößen zu gucken. „690 Frauen und Männer beendeten im Juli ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Dies sind hervorragende 6,8 Prozentpunkte über dem Wert von Juli 2025. Das unterstreicht weiter die bestehende Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes auch während des saisonalen Sommerlochs“, resümiert Herr Rump.
Hingegen haben sich 858 Menschen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet, das sind genau 100 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Ein Grund ist der spätere Ferienbeginn als 2025. „Ich bin mir sicher, dass nach Ferienende für viele Menschen eine Beschäftigungsmöglichkeit besteht. Der hohe Zuwachs an Stellen deutet darauf hin,“ führt Rump aus.
„Allerdings wird der Arbeitsmarkt weiterhin durch arbeitsmarktpolitische Instrumente aktiviert und entlastet. Gegenüber dem Vorjahr sind 631 Personen mehr, das entspricht einem Plus von 24,9 Prozent, als Teilnehmende an Weiterbildung und Qualifizierung registriert. Wir verfolgen die Abnahme der Arbeitslosigkeit weiterhin gemeinsam mit dem Jobcenter Kiel, intensiv“, so Hans-Martin Rump.
Stellenmarkt
„Der Stellenmarkt entwickelt sich weiter positiv. Der Stellenzuwachs beträgt 958 sozialversicherungspflichtige Stellen in diesem Monat. Das sind 336 mehr als im Vorjahr und 95 mehr als im Vormonat“, freut sich Herr Rump.
Die meisten Zugänge an Stellen gab es im aktuellen Monat im verarbeitenden Gewerbe das mit einem Plus von 315 Stellenzugängen vor der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistung liegt (+142). Es folgen das Gesundheits- und Sozialwesen (+119) und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen inklusive der Zeitarbeit (+100).
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Neben den aktuellen Stellenmeldungen ist aber auch die Seite der realisierten Stellennachfrage ein wichtiger Indikator für die Entwicklung auf dem lokalen Arbeitsmarkt: „Die aktuellen Daten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – es liegen die Zahlen vom Januar 2026 vor – weisen einen Rückgang von 1.544 oder 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf. Der deutliche Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wurde durch das geänderte Meldeverhalten eines bundesweit agierenden Unternehmens aus dem Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen verursacht, das einen seiner beiden Hauptsitze in Kiel hat. Der Betrieb hat alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an anderen Standorten in Deutschland tätig sind, aus Schleswig-Holstein abgemeldet und dort dann jeweils neu angemeldet“, weist Hans-Martin Rump auf einen besonderen statistischen Effekt hin, der erklärt, warum die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kiel deutlich zurückgegangen ist.
Hinweis: Daten für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Kiel (Landeshauptstadt Kiel und Kreis Plön) können Sie ab sofort dem beigefügten Datenblatt aus dem Eckwertebericht des Statistik-Services Nordost entnehmen.