Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Cochem-Zell ist im Juli gestiegen, berichtet die Arbeitsagentur Koblenz-Mayen. Zum Monatsende waren 1.247 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 85 mehr als vier Wochen zuvor. Vor einem Jahr waren noch 21 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote steigt gegenüber Juni um 0,2 Punkte auf 3,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 3,6 Prozent.
„Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn der Sommerferien, gerade bei Jüngeren, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich“, erklärt Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Auch wenn Fachkräfte in vielen Branchen nach wie vor händeringend gesucht werden, finden nicht alle Auszubildenden direkt nach Abschluss ihrer Lehre eine Anschlussbeschäftigung. Einige melden sich außerdem arbeitslos, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken. Danach sollte die Arbeitslosigkeit spätestens im Oktober, wenn das Wintersemester beginnt, zurückgehen.“
Im Vergleich zu den Nachbarregionen befinde sich der touristisch geprägte Kreis Cochem-Zell in einer Sondersituation. „Während die Arbeitslosigkeit in vielen Regionen im Vorjahresvergleich deutlich weiter gestiegen ist, ist sie an der Mosel unverändert zum letzten Sommer – ein zart positives Zeichen“, berichtet der Agenturleiter.
Dem Arbeitsgeberservice der Agentur wurden in den vergangenen vier Wochen 80 zusätzliche offene Stellen gemeldet. Insgesamt gibt es bei der Arbeitsagentur damit aus der Region 474 Stellenangebote, das sind 123 weniger als vor einem Jahr.
Anders zeigt sich die Entwicklung der gemeldeten Ausbildungsstellen an der Mosel, die im Vorjahresvergleich angestiegen ist: So wurden aus dem Landkreis 367 Lehrstellenangebote gemeldet – 40 mehr als ein Jahr zuvor. Kurz vor dem diesjährigen Ausbildungsbeginn sind noch 58 der ursprünglich 300 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einer Lehrstelle. Ihnen gegenüber stehen 160 unbesetzte Ausbildungsstellen.
„Das Interesse, eine Ausbildung zu beginnen, ist erfreulicherweise leicht gestiegen“, erläutert Schmidt. „Die Gründe sind vielfältig – die Berufsberaterinnen und Berufsberater sind immer mehr unterwegs, um die Zielgruppe zu erreichen, das zeigt Wirkung. Auf der anderen Seite sehnen sich auch junge Menschen in Zeiten, die durch Unsicherheit und Veränderung geprägt sind, zunehmend nach Stabilität und entscheiden sich eher für eine Ausbildung. Trotzdem ist das Verhältnis zwischen den unbesetzten Stellen und unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern weiter unausgewogen. Es werden auch in diesem Jahr Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben.“
Das sind vor allem für diejenigen gute Nachrichten, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. „Die Chancen stehen auch so kurz vor dem offiziellen Ausbildungsbeginn noch gut“, so Schmidt. „Wer noch auf der Suche ist, sollte sich mit den Expertinnen und Experten der Berufsberatung in Verbindung setzen – oder bei Veranstaltungen wie den Azubispots auf den letzten Drücker am 7. August in der Koblenzer Jugendberufsagentur direkt mit Arbeitgebern in Kontakt kommen.“
Kontakt zur Berufsberatung: 0261 – 405 444.