Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Landkreis Cochem-Zell im April um 306 auf nun 1.226 gesunken. Vor einem Jahr wurden noch 21 Arbeitslose mehr gezählt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,6 Prozent und damit um 0,8 Punkte unter der des Vormonats. Im April 2025 lag sie auf dem gleichen Niveau.
Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen wurden innerhalb der letzten vier Wochen 93 neue Stellen aus dem Kreis gemeldet. Damit liegen der Agentur derzeit 562 Stellenangebote aus der Region vor. Vor einem Jahr waren es noch 39 Stellen weniger.
Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Vergleich zum Vormonat geringfügig zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit sogar leicht unter dem Niveau von 2025. Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt ein vertrautes Bild: Auch in den Frühjahrsmonaten der Vorjahre, insbesondere rund um April, war regelmäßig eine saisonale Entspannung im Kreis zu beobachten, die jedoch je nach wirtschaftlicher Lage unterschiedlich stark ausgeprägt war. In diesem Jahr fällt die Belebung bislang solide aus.
„Die Entwicklung im April entspricht weitgehend den Erfahrungen der vergangenen Jahre: Mit dem Frühjahr kommt Bewegung in den Arbeitsmarkt“, erklärt der stellvertretende Leiter der Agentur, Thomas Becker. „Dass die Arbeitslosigkeit aufgrund saisonaler Effekte leicht unter dem Vorjahresniveau liegt, ist im Agenturbezirk nicht durchweg der Fall. Neben dem Landkreis Cochem-Zell ist diese Besonderheit nur im Kreis Mayen-Koblenz gegeben. Die anderen Landkreise weisen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf, was im Bundesvergleich nicht ungewöhnlich ist.“
Becker betont zudem die langfristige Perspektive: „Gerade in solchen Phasen zeigt sich, wie wichtig eine fundierte Ausbildung ist. Sie bleibt nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit – auch dann, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwieriger sind. Wer gut qualifiziert ist, hat deutlich stabilere Beschäftigungschancen. Gleichzeitig investieren Unternehmen mit Ausbildung gezielt in ihre eigene Zukunft und sichern sich Fachkräfte, die sie langfristig benötigen.“
Vier Monate vor Beginn der meisten Ausbildungsverhältnisse sind im Landkreis derzeit noch 192 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt. Gleichzeitig suchen noch 110 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen kommen derzeit 57 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber.
„In diesem Jahr ist die Differenz zwischen den noch Suchenden und den offenen Ausbildungsstellen etwas größer als im Vorjahr. Es gibt deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber“, sagt Becker. „Für diejenigen, die sich für eine Ausbildung interessieren, bietet der Landkreis noch entsprechende Chancen. Doch zur Ausbildungssuche gehört mehr, als eine offene Stelle. Die Wahl des richtigen Berufs und Betriebs, beeinflusst durch die persönlichen Interessen und der Eignung, sind essentiell. Hier hilft die Berufsberatung – eine professionelle Beratung unterstützt bei der Orientierungsfindung.“