Im Jahresdurchschnitt mehr Arbeitslose

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Koblenz-Mayen 2025 auf höherem Niveau

16.01.2026 | Presseinfo Nr. 4

Zum Jahresende stand der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen eine personelle Veränderung bevor: Frank Schmidt, langjähriges Vorsitzendes Mitglied der Geschäftsführung, übergab den Staffelstab an seine Nachfolgerin, Stefanie Adam. Mit dem Wechsel an der Spitze der Geschäftsleitung richtet sich der Blick zugleich auf die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Agenturbezirk, denn auch dieser stand im Jahr 2025 unter dem Einfluss gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten. 

Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in den Landkreisen Ahrweiler, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz erneut über dem Niveau der Vorjahre. Durchschnittlich waren 13.393 Personen arbeitslos gemeldet, nach 12.807 in 2024. Die Arbeitslosenquote stieg im Durchschnitt auf 4,7 Prozent und war damit 0,2 Punkte höher als im Jahr zuvor.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften entwickelte sich in 2025 verhalten. Die regionalen Betriebe meldeten im Jahresdurchschnitt 9.162 offene Stellen bei der Arbeitsagentur, im Vorjahr waren es noch 9.304. Diese nahezu stagnierende Entwicklung deutet darauf hin, dass Unternehmen Neueinstellungen vorsichtiger planen und Personalbedarfe häufiger zeitlich strecken.

Trotz der gestiegenen Arbeitslosigkeit blieb die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Agenturbezirk Koblenz-Mayen auf einem hohen Niveau. Zum Stichtag Juni 2025 waren 209.520 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, rund 650 Personen mehr als in 2024. 

Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird zunehmend durch strukturelle Faktoren geprägt. Dazu zählen insbesondere demografische Veränderungen sowie der wachsende Beitrag ausländischer Arbeitskräfte, die in vielen Branchen – etwa im Gesundheitswesen, in der Logistik, im Handwerk und in der Industrie – zur Stabilisierung der Beschäftigung beitragen. So sinkt die durchschnittliche Arbeitslosenquote speziell von Ausländern von 13,3 Prozent in 2024 auf nun 12,6 Prozent. Dies wirkt sich positiv aus, so bleiben die Schwankungen in der Anzahl der Erwerbstätigen trotz demografischen Wandels gering.

„Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk erweist sich weiterhin als vergleichsweise stabil. Gleichzeitig sehen wir jedoch, dass die arbeitsmarktliche Bewegung nachlässt und sich Vermittlungen schwieriger gestalten. Besonders deutlich wird dies bei Personengruppen, die bereits länger arbeitslos sind“, erläutert Stefanie Adam, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. So nahm die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen im Jahresverlauf leicht zu. Während im Jahr 2024 durchschnittlich 3.869 Personen länger als ein Jahr ohne Beschäftigung waren, stieg die Zahl 2025 auf 4.009. Damit ist etwa jede dritte arbeitslose Person von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung gezielter Qualifizierungs- und Integrationsangebote.

Ein stabilisierender Faktor für die Region bleibt der Ausbildungsmarkt. Zwar wurden im vergangenen Jahr weniger Ausbildungsstellen gemeldet, dennoch überstieg das Angebot weiterhin die Zahl der Ausbildungssuchenden. Positiv ist zudem, dass sich wieder mehr junge Menschen aktiv für eine berufliche Ausbildung entschieden haben. Dadurch konnte die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage weiter verringert werden. 

Die Region bietet insbesondere für Ausbildungsinteressierte und gut ausgebildetes Personal solide Perspektiven. Entscheidend bleibt jedoch die Passung zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Erwartungen junger Menschen. Wenn diese zwischen Bewerber und Betrieb stimmt, sichert nichts die eigene berufliche Zukunft so, wie eine Berufsausbildung.

„Eine abgeschlossene Ausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Nach wie vor werden Fachkräfte händeringend gesucht, um demografischen Entwicklungen entgegenzuwirken und höheren Anforderungen bzw. veränderten Betriebsabläufen gerecht zu werden. Noch gilt: Wer ausbildungsinteressiert ist, findet ein breites Angebot in unseren Landkreisen und der Stadt Koblenz. Das bietet die besten Chancen, langfristig auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen und sich zukunftsorientiert aufzustellen“, sagt Stefanie Adam. „Wer noch unentschlossen ist, kann sich jederzeit an unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater wenden. Wir nehmen unseren Beratungsauftrag sehr ernst und stehen für alle Fragen rund um den Arbeitsmarkt, Beschäftigung und Ausbildung zur Verfügung.“

Die arbeitsmarktlichen Entwicklungen des Jahres 2025 geben zugleich die zentralen Themen vor, mit denen sich die Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen im neuen Jahr intensiv befassen wird. Ziel ist es, die vorhandenen Potenziale im Agenturbezirk konsequent zu nutzen und den durch Digitalisierung und künstlicher Intelligenz beschleunigten Wandel der Berufsbilder aktiv mitzugestalten - durch individuelle Beratung, passgenaue Qualifizierungsmöglichkeiten sowie eine enge und vorausschauende Zusammenarbeit mit den Betrieben.

 

Zitat:
Stefanie Adam - Vorsitzende der Geschäftsführung
(Fotografin Andrea Schenke)

 

 

 

 

 

Stefanie Adam ist Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Sie hat die Funktion im Zuge der Übergabe zum 01.01.2026 übernommen. Stefanie Adam steht für einen kooperativen Führungsstil und eine Arbeitsmarktpolitik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Besonders wichtig sind ihr eine verlässliche Beratung, passgenaue Qualifizierungsangebote und die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.