Halbjahresbilanz auf dem Kölner Ausbildungsmarkt 2025/2026

17.04.2026 | Presseinfo Nr. 12

Agentur für Arbeit Köln: 
•    3.058 gemeldete Ausbildungsstellen 
•    - 1.261 Stellen oder 29,2 Prozent weniger als im Vorjahr
•    Noch viele Chancen: 1.874 unbesetzte Stellen
•    4.776 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber 
•    + 13 oder 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr
•    Jetzt Fachkraftpotential nutzen: noch 3.014 suchende Bewerberinnen und Bewerber

Industrie- und Handelskammer zu Köln: 
•    1475 Ausbildungsverträge (davon 830 Verträge im Bereich der Stadt Köln), neue Verträge kommen weiterhin dazu
•    knapp 200 Berufe aus Industrie, Handel und Dienstleistung
•    - 12,2 Prozent beziehungsweise 205 Verträge unter dem Niveau des Vorjahresstichtags
•    - 94 Verträge gegenüber dem Vorjahresstichtag (der Rückgang beschränkt sich dabei ausschließlich auf industriell-technische Ausbildungen)

Handwerkskammer zu Köln: 
•    805 Ausbildungsverträge insgesamt registriert
•    leicht weniger als zum gleichen Zeitraum des Vorjahres (835)
•    es gehen weiter neue Ausbildungsverträge ein
•    Optimistisches Stimmungsbild in Köln: In nahezu allen Gewerken sind Zuwächse zu verzeichnen
•    In Köln wurden 269 neue Ausbildungsverträge eingetragen, das sind 36 mehr als im Vorjahreszeitraum. 
•    Hohe Nachfrage bei den Bereichen Bau-/Ausbaugewerbe, Elektro-/Metall-Berufe und Holzgewerk


Alle Zahlen: Datenstand Ende März 2026, Berichtsjahr vom 1. Oktober 2025 bis 30. September 2026    


Die Industrie- und Handelskammer zu Köln, die Handwerkskammer zu Köln und die Agentur für Arbeit Köln ziehen gemeinsam eine Halbjahresbilanz zum Kölner Ausbildungsmarkt 2025/2026.  

Agentur für Arbeit Köln

Bei der Agentur für Arbeit meldeten sich im Laufe des ersten Beratungshalbjahres erneut leicht mehr Bewerberinnen und Bewerber als im Vorjahr. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen sank hingegen stark.
4.776 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber bedeuten ein Plus von 13 Personen oder 0,3 Prozent mehr gegenüber 2025. Die Anzahl der eingeworbenen Ausbildungsstellen nahm um 1.261 Stellen oder 29,2 Prozent ab, liegt aktuell bei 3.058 Stellen. Damit kommen auf 100 Ausbildungsstellen rechnerisch 158 Bewerberinnen und Bewerber. 
Ende März waren noch 3.014 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 37 Bewerber oder 1,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dem gegenüber standen im März noch 1.874 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen. Das sind 960 oder 33,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Aktuell kommen somit auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen 161 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber.

„Die Zwischenbilanz auf dem Ausbildungsmarkt zeigt uns, dass noch viel getan werden muss, damit möglichst viele Jugendliche im Spätsommer in eine Ausbildung starten und die Unternehmen ihre freien Stellen besetzen können. Die Zahl unserer Bewerberinnen und Bewerber ist im fünften Jahr in Folge angestiegen. Wir freuen uns, dass das Interesse der jungen Menschen an einer Ausbildung hoch ist und unsere Beratungsleistungen verstärkt in Anspruch genommen werden. Die Jugendlichen benötigen unsere Unterstützung, um ihren Ausbildungswunsch in diesem Jahr verwirklichen zu können. Leider reicht die Zahl der aktuell gemeldeten Stellen in Köln nicht aus, um den Bedarf der jungen Menschen zu decken“, so Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.

Die unsichere wirtschaftliche Lage und weltweite Krisen machen es für Arbeitgeber schwer, verlässlich in die Zukunft zu planen. Doch durch Ausbildung die eigenen zukünftigen Fachkräfte zu sichern, ist für die Unternehmen auch in diesen Zeiten notwendig. Johannes Klapper fordert daher die Arbeitgeber auf, ihr Engagement zu verstärken und mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. „Wer heute ausbildet, sichert den eigenen Fachkräftebedarf für die Zukunft. Ausbildungsbetriebe haben aktuell eine gute Chance, motivierten Nachwuchs zu finden. Unternehmen, die jetzt noch zögern, sollten berücksichtigen, dass es durch die Umstellung von G8 auf G9 an den Gymnasien in diesem Jahr kaum Abiturienten gibt, und die Stellenbesetzung für einzelne Branchen erschwert werden könnte. Ein Argument mehr, in diesem Jahr Azubis mit anderen Schulabschlüssen eine Chance zu geben. Wir werden zusammen mit unseren Partnern auf dem Ausbildungsmarkt alles unternehmen, um das Ausbildungsangebot in den nächsten Monaten noch zu steigern.“

Neben vielen Messen und Veranstaltungen, bei denen Arbeitgeber und junge Menschen sich ganz einfach kennenlernen können, bietet die Berufsberatung auch individuelle Beratungsgespräche. „Der Start in die berufliche Zukunft stellt für viele junge Menschen eine große Herausforderung dar. Umso wichtiger ist es, die eigenen Stärken zu kennen und sich über seine Möglichkeiten zu informieren. Nur wer alle Chancen nutzt, kann eine gute Berufswahlentscheidung treffen. Mein Tipp: Praktika bieten die Gelegenheit, Berufe hautnah zu erleben und ein Gefühl für den Arbeitsalltag zu bekommen. Die Kölner Berufsberatung unterstützt dabei gern“, erklärt Klapper. Kölner Betriebe, die ein Praktikum anbieten, sind hier zu finden: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-nrw/themen-in-nrw/berufseinstieg/praktikum

Ende März waren u.a. noch Stellen in folgenden Berufen frei: Kaufleute - Einzelhandel (306 Stellen), Verkäufer/in (156), Bankkaufleute (140), Fachkräfte Lagerlogistik (86), Kaufleute – Büromanagement (64), Kaufleute Versicherungen/Finanzanlagen (60), medizinische/r Fachangestellte/r (48), zahnmedizinische Fachangestellte (47), Industriemechaniker/in (43) und Kaufleute Groß-/Außenhandelsmanagement (42).

Kölnerinnen und Kölner, die noch keinen Kontakt zur Berufsberatung haben, können Termine online selbst vereinbaren unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koeln/ausbildung-und-studium. Es stehen Termine zur persönlichen Beratung, via Telefon oder per Videotelefonie zur Auswahl. Alternativ kann auch der Beratungswunsch per E-Mail mitgeteilt werden: Koeln.Berufsberatung@arbeitsagentur.de.

Freie Ausbildungsstellen nimmt der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenter unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer 0800 4 5555 20 oder unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de entgegen.

Hinweis in eigener Sache: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet. Es wird geschätzt, dass in Köln rund 100 Ausbildungsstellen untererfasst sind. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden, dies wird im Sommer abgeschlossen sein.

Industrie- und Handelskammer zu Köln

Trend zum späten Vertragsabschluss macht Hoffnung bei Ausbildungsverträgen

Bis Ende März wurden im Bezirk der IHK Köln insgesamt 1.475 neue Ausbildungsverträge in knapp 200 Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistung registriert. Damit liegt die Zahl um 12,2 Prozent beziehungsweise 205 Verträge unter dem Niveau des Vorjahresstichtags. „Die aktuellen Eintragungszahlen sind kein Grund zur übermäßigen Sorge“, erklärt Sina Schmelz, Leiterin Ausbildung bei der IHK Köln. „Es zeigt sich zunehmend, dass viele Ausbildungsverträge erst später abgeschlossen werden und entsprechend verzögert in die Statistik einfließen. Zudem haben zahlreiche Unternehmen ihre Suche nach passenden Auszubildenden noch nicht beendet – vielfach läuft diese bis in den Sommer hinein.“
Gleichzeitig stoßen Informationsveranstaltungen und Ausbildungsbörsen weiterhin auf großes Interesse. „Unsere Angebote im Frühjahr sind regelmäßig sehr gut besucht. So hat etwa das Azubi-Speed-Dating am 11. März 2026 im RheinEnergie Stadion mit rund 2.000 Ausbildungssuchenden und 100 beteiligten Unternehmen eine sehr hohe Resonanz erfahren“, so Schmelz. Die Nachfrage der Jugendlichen trifft dabei auf ein weiterhin breites Angebot an freien Ausbildungsplätzen in allen Regionen des IHK-Bezirks.

„Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen, wie wichtig es ist, junge Menschen für eine duale Ausbildung zu gewinnen und die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen gezielt und nachhaltig zu stärken“, betont Sina Schmelz. „Die IHK Köln wird daher ihr Engagement fortsetzen und sowohl Betriebe als auch angehende Auszubildende mit vielfältigen Initiativen und Programmen unterstützen, um dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenzuwirken.“
Für Fragen rund um die Vermittlung von Ausbildungsplätzen steht die Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln Betrieben und Jugendlichen unter passgenau@koeln.ihk.de zur Verfügung. Einen Überblick über die zahlreichen Angebote und Instrumente im Ausbildungsmarketing bietet zudem die Website der IHK Köln unter www.ihk.de/koeln/ausbildungsmarketing.

Köln: 830 neue Ausbildungsverträge in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsberufen

Von den bislang registrierten 1.475 neuen Ausbildungsverträgen für das Ausbildungsjahr 2026/2027 wurden 830 im Bereich der Stadt Köln abgeschlossen. Das sind 94 Verträge weniger gegenüber dem Vorjahresstichtag. Der Rückgang beschränkt sich dabei ausschließlich auf industriell-technische Ausbildungen (minus 95 Verträge). Allerdings haben die Eintragungszahlen von Ausbildungsverhältnissen im März im Vergleich zum Vormonat Februar stark angezogen, was den Trend zum späteren Vertragsschluss bestätigt.

Die Ergebnisse aus dem IHK-Bezirk (im Vergleich zum Vorjahresstichtag) im Überblick:

Köln: 830 Ausbildungsverträge; -10,2 Prozent / - 94 Verträge
Leverkusen: 107 Ausbildungsverträge; - 23,0 Prozent / - 22 Verträge
Oberbergischer Kreis: 203 Ausbildungsverträge; -10,3 Prozent / - 23 Verträge
Rhein-Erft-Kreis: 233 Ausbildungsverträge; - 20,2 Prozent / - 59 Verträge
Rheinisch-Bergischer-Kreis: 102 Ausbildungsverträge; +3,0 Prozent / + 3 Verträge
IHK Köln:  1.475 Ausbildungsverträge ; -12,2 Prozent / - 205 Verträge

Handwerkskammer zu Köln

Eine Ausbildung im Handwerk ist und bleibt gefragt – das zeigen die aktuellen Zahlen der Handwerkskammer (HWK) zu Köln. Sie hat in ihrem gesamten Kammerbezirk seit Anfang des Jahres und bis zum Stichtag 27. März 2026 805 neue Ausbildungsverträge registriert. Das sind zwar leicht weniger als zum gleichen Zeitraum des Vorjahres (835), es handelt sich aber auch nur um eine Momentaufnahme: In diesen Wochen gehen laufend neue Ausbildungsverträge bei der HWK ein. Der Kammerbezirk umfasst neben Köln, Bonn und Leverkusen den Oberbergischen, den Rheinisch-Bergischen, den Rhein-Erft- und den Rhein-Sieg-Kreis.

Die aktuellen Zahlen für Köln zeichnen ein optimistisches Stimmungsbild. So sind in nahezu allen Gewerken Zuwächse zu verzeichnen. Insgesamt wurden 269 neue Ausbildungsverträge eingetragen, das sind 36 mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders das Bau-/Ausbaugewerbe, die Elektro-/Metall-Berufe und die Holzgewerke erfreuen sich bei den jungen Auszubildenden einer hohen Nachfrage. Lediglich in den Gewerkegruppen Glas/Papier/Keramik und im Kaufmännischen Bereich ist das Interesse minimal zurückgegangen. 
Simone Marhenke, Geschäftsführerin Bildung der Handwerkskammer zu Köln, sagt: „Die aktuellen Ausbildungszahlen stimmen uns zuversichtlich und zeigen, dass das Handwerk für viele junge Menschen weiterhin eine attraktive Perspektive bietet. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten erweist sich das Handwerk zudem als stabiler und verlässlicher Arbeitgeber, der Sicherheit und Zukunftschancen bietet. Als Handwerkskammer setzen wir alles daran, diesen positiven Trend zu stärken: Mit Formaten wie dem Azubi Meetup Handwerk, unseren Schulhoftourneen und einem breit aufgestellten Beratungsangebot durch unsere Ausbildungsberatung erreichen wir Jugendliche frühzeitig und begleiten sie auf ihrem Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft im Handwerk. Unser besonderer Dank gilt dabei allen Betrieben, die sich mit großem Engagement und viel Einsatzbereitschaft für die Fachkräfte von morgen einsetzen. Wir bedanken uns außerdem beim Excelsior Hotel Ernst, in dessen Räumlichkeiten wir die heutige Pressekonferenz durchführen durften.“ 
„Die Ausbildung junger Talente ist für uns von zentraler Bedeutung. Im Excelsior Hotel Ernst vermitteln wir nicht nur fachliches Können, sondern begleiten junge Menschen auch in ihrer persönlichen Entwicklung. Was unsere Ausbildung besonders macht, ist die enge Betreuung, die hohe Qualität in allen Bereichen unseres Hauses und die Möglichkeit, Hotellerie auf Grandhotel-Niveau von Grund auf kennenzulernen. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist für uns ein Serviceverständnis auf Augenhöhe mit dem Gast – geprägt von echter Wertschätzung, Aufmerksamkeit und einer spürbaren Herzlichkeit. Dabei verstehen wir die Individualität unserer Auszubildenden als echte Stärke. Als seit 1863 in Köln verwurzeltes Privathotel ist es für uns selbstverständlich, Verantwortung für den Nachwuchs zu übernehmen. Unsere Auszubildenden sollen lernen, wachsen, früh Verantwortung übernehmen und ihre Stärken entdecken. Dabei eröffnen wir ihnen echte Perspektiven, gerne auch über die Ausbildung hinaus in unserem Haus. Besonders stolz sind wir auf die vielen ehemaligen Auszubildenden, die von hier aus beeindruckende Karrieren aufgebaut haben“, betont Gregor Plesser, Geschäftsführender Direktor Excelsior Hotel Ernst. 
Das Grandhotel liegt in direkter Nachbarschaft des Kölner Doms und befindet sich seit 1871 in fünfter Generation im Familienbesitz. In dem Fünf-Sterne-Hotel sind regelmäßig bekannte Künstler, Politiker und Unternehmer zu Gast. Das Hotel beschäftigt aktuell 35 Auszubildende in den Bereichen Hotelfach, Koch/Köchin und Konditorin/Konditor.  
Ein Einstieg in die duale Berufsausbildung im Handwerk ist jederzeit möglich. Das Team der Karrierewerkstatt der HWK steht Betrieben und Ausbildungsinteressierten jederzeit beratend zur Seite (Kontakt: Telefon 0221 2022 144 oder per E-Mail: karrierewerkstatt@hwk-koeln.de).