Der Kölner Arbeitsmarkt wird von der anhaltend schwachen Konjunktur beeinflusst. „Die Arbeitslosigkeit in Köln ist hoch und steigt in diesem Monat wieder an. Eine spürbare Frühlingsbelebung bleibt aus. Mehr Entlassungen bei gleichzeitig weniger Einstellungen zeigen, dass die Zeiten für Arbeitsuchende herausfordernd sind“, erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln. „Mit wachsamem Blick verfolgen wir die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Seit mehr als drei Jahren nimmt die Zahl der Arbeitslosen schleichend, aber kontinuierlich zu. Betriebe sind vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und struktureller Transformationsprozesse zurückhaltend bei Neueinstellungen, bauen teilweise auch Personal ab. Diese Entwicklung betrachten wir mit Sorge und bieten sowohl Beschäftigten als auch arbeitslosen Menschen Qualifizierung an, um Beschäftigung zu sichern.“
Dass Fachkräfte weiterhin gesucht sind, zeigte sich in der letzten Woche beim Messeformat „R(h)ein in den Job“. Auf fünf Jobmessen, die gemeinsam von Arbeitsagentur und Jobcenter veranstaltet wurden, suchten etwa 100 Kölner Unternehmen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mehr als 2.000 Arbeitsuchende ergriffen die Chance und stellten sich persönlich vor. Ein Arbeitsvertrag wurde direkt vor Ort unterzeichnet, mehr als 2.000 konkrete Vorstellungstermine wurden für die nächsten Wochen vereinbart.
Gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband DEHOGA Nordrhein und der Gewerkschaft NGG Region Köln hat die Agentur für Arbeit Köln eine Broschüre zur beruflichen Qualifizierung in Gastronomie und Hotellerie veröffentlicht. Verschiede Wege der beruflichen Weiterbildung in speziell dieser Branche werden praxisnah aufgezeigt. Abrufbar sind die Informationen unter: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koeln/unternehmen/netzwerk
Der Arbeitsmarkt im April
Im April steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 328 Personen oder 0,6 Prozent auf 56.786. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 596 Personen oder 1,1 Prozent höher.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat unverändert gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr bei 9,1 Prozent.
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im April 18.800 Personen. Das sind 381 Personen oder 2,1 Prozent mehr als im März und 1.768 Personen oder 10,4 Prozent mehr als im April 2025.
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.986 Arbeitslose. Das sind 53 Personen oder 0,1 Prozent weniger als im Vormonat und 1.172 Personen oder 3,0 Prozent weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 56.786 Arbeitslosen suchten im April 9.781 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im April insgesamt 66.930 Personen1. Sie lag damit um 94 Personen oder 0,1 Prozent niedriger als im März. Gegenüber April 2025 sank die Unterbeschäftigung um 1.008 Personen oder 1,5 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im April bei 10,5 Prozent, im März lag sie bei 10,6 Prozent, im Vorjahr bei 10,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 84,8 Prozent, gegenüber 84,2 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 82,7 Prozent.
Beschäftigung
Im April mussten sich 3.861 Personen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen2). Das waren 470 Personen oder 13,9 Prozent mehr als im Vormonat und 35 Personen oder 0,9 Prozent mehr als im April 2025.
Im aktuellen Monat konnten 2.990 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3 beenden. Das sind 39 Personen oder 1,3 Prozent weniger als im Vormonat und 24 Personen oder 0,8 Prozent weniger als im April 2025.
Ende September 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 630.496. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 3.402 oder 0,5 Prozent, nach +4.699 oder +0,7 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+1.758 oder +3,7 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (–4.336 oder –4,7 Prozent).
Die Arbeitgeber meldeten im April 1.709 neue Arbeitsstellen. Das sind 261 Stellen oder 18,0 Prozent mehr als im März und 1.377 Stellen oder 44,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bestand befinden sich aktuell 43.931 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen. 17.290 offene Stellen sind sozialversicherungspflichtig.
Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (560 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (500); Büro und Sekretariat (289); Unternehmensorganisation und -strategie (263); Energietechnik (228); Gesundheits- und Krankenpflege (213); Verwaltung (199).Rechnungswesen und Controlling (193); Maschinenbau- und Betriebstechnik (177); Altenpflege (164); Informatik (163); Gastronomie (152); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (151).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.
1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.
2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
3 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)