Zahl der Arbeitslosen niedriger als vor einem Jahr

56.038 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner; 748 weniger als im April, 294 weniger als vor einem Jahr; Quote liegt bei 8,9 Prozent; Endspurt am Ausbildungsmarkt; am 10. Juni bleibt die Arbeitsagentur aufgrund einer internen Veranstaltung geschlossen 
 

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 14

Der Kölner Arbeitsmarkt hat sich in diesem Monat etwas entspannt. „Die Zahl der Arbeitslosen ist nicht nur rückläufig gegenüber April, sie liegt erfreulicherweise aktuell unter der Zahl des Vorjahres. Die positive Entwicklung zeigt sich an den gestiegenen Arbeitsaufnahmen und geringeren Entlassungen sowie einem hohen Niveau offener Stellen. Im Mai profitierten vor allem jüngere Personen unter 25 Jahren sowie Personen mit ausländischem Pass von der Entwicklung. Bei diesen Personengruppen ist die Arbeitslosigkeit am deutlichsten zurückgegangen“, erklärt Stephanie Lewejohann, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Köln.
„Insgesamt bleibt die Situation am Kölner Arbeitsmarkt schwierig. Konjunkturelle Schwäche und grundlegende strukturelle Herausforderungen prägen den Arbeitsmarkt insgesamt. Um die vorhandenen, offenen Stellen schnell zu besetzen, bieten wir abseits großer Jobmessen regelmäßig Bewerbertage einzelner Unternehmen an. Interessierte kommen hier direkt ins Gespräch mit den Personalverantwortlichen und können sich unkompliziert vorstellen und bewerben“, so Lewejohann. 
Die nächsten Bewerbertage und weitere Veranstaltungen sind online abrufbar unter: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koeln/veranstaltungen
Drei Monate vor dem Ausbildungsstart beginnt am Ausbildungsmarkt jetzt die heiße Phase. Noch ist viel in Bewegung. Aktuell sind 2.878 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einer Lehrstelle. Dem stehen noch 1.681 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. „Zurzeit nutzen viele junge Menschen unsere Berufsberatung, um letzte Fragen rund um Ausbildung oder Studium zu klären. Ebenso bieten auch Unternehmen kurzfristig noch freie Stellen an. Die Chancen auf ein passendes Match sind für beide Seiten noch nicht zu spät. Ich empfehle, ein kurzes Praktikum vorzuschalten, um sich gegenseitig kennenzulernen. Praktikumsangebote für Köln sind in unserer Jobsuche zu finden.

Der Arbeitsmarkt im Mai

Im Mai sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 748 Personen oder 1,3 Prozent auf 56.038. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 294 Personen oder 0,5 Prozent niedriger.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 8,9 Prozent, das sind 0,2 Prozent weniger als im Vormonat, im Vorjahr lag sie bei 9,0 Prozent. 
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Mai 18.271 Personen. Das sind 529 Personen oder 2,8 Prozent weniger als im April und 1.206 Personen oder 7,1 Prozent mehr als im Mai 2025. 
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.767 Arbeitslose. Das sind 219 Personen oder 0,6 Prozent weniger als im Vormonat und 1.500 Personen oder 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 56.038 Arbeitslosen suchten im Mai 9.935 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Mai insgesamt 66.346 Personen1. Sie lag damit um 739 Personen oder 1,1 Prozent niedriger als im April. Gegenüber Mai 2025 sank die Unterbeschäftigung um 1.086 Personen oder 1,6 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Mai bei 10,4 Prozent, im April lag sie bei 10,6 Prozent, im Vorjahr ebenfalls bei 10,6 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 84,5 Prozent, gegenüber 84,6 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 83,5 Prozent.

Beschäftigung

Im April mussten sich 3.539 Personen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen2). Das waren 322 Personen oder 8,3 Prozent weniger als im Vormonat und 108 Personen oder 3,0 Prozent weniger als im Mai 2025.
Im aktuellen Monat konnten 3.085 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3 beenden. Das sind 95 Personen oder 3,2 Prozent mehr als im Vormonat und 155 Personen oder 5,3 Prozent mehr als im Mai 2025.

Ende September 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 630.496. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 3.402 oder 0,5 Prozent, nach +4.699 oder +0,7 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+1.758 oder +3,7 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (–4.336 oder –4,7 Prozent).

Die Arbeitgeber meldeten im April 1.543 neue Arbeitsstellen. Das sind 166 Stellen oder 9,7 Prozent weniger als im April und 137 Stellen oder 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn wurden 45.417 Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich aktuell 43.939 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen. 17.231 offene Stellen sind sozialversicherungspflichtig.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Stark nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (589 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (431); Büro und Sekretariat (295); Unternehmensorganisation und -strategie (259); Gesundheits- und Krankenpflege (213); Energietechnik (210); Maschinenbau- und Betriebstechnik (180); Rechnungswesen und Controlling (175); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (165); Altenpflege (153); Bau- und Transportgeräteführung (151).

Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres haben sich 5.309 Bewerberinnen und Bewerber bei der Kölner Arbeitsagentur gemeldet. Das bedeutet ein Plus von 30 Personen oder 0,6 Prozent gegenüber 2025. Die Anzahl der eingeworbenen Ausbildungsstellen nahm um 1.346 Stellen oder 28,7 Prozent ab, liegt aktuell bei 3.347 Stellen. 
Ende Mai sind noch 2.878 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 86 Bewerber oder 3,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dem gegenüber standen im Mai noch 1.681 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen. Das sind 883 oder 34,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die statistische Abbildung der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist seit April 2025 unvollständig bzw. leicht unterzeichnet. Hintergrund sind prozessuale Umstellungen.


1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.
2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
3 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)