Lage am Kölner Arbeitsmarkt bleibt weiter herausfordernd

55.703 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner; 335 weniger als im Mai, 836 weniger als vor einem Jahr; Quote liegt bei 8,9 Prozent; Heiße Phase am Ausbildungsmarkt
 

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 15

Die Situation auf dem Kölner Arbeitsmarkt hat sich im Juni nur leicht entspannt. „Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Köln ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr etwas gesunken. Wir können nicht von einer Entspannung sprechen. Es gibt zwar weniger Entlassungen, aber auch weniger Arbeitsaufnahmen. Die Arbeitgeber sind weiterhin zurückhaltend bei der Einstellung von neuen Mitarbeitenden“, erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln.
„Die Lage am Kölner Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd. Viele Betriebe stecken mitten in großen Transformationsprozessen, Berufsbilder verändern sich und die Anforderungen an viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind gestiegen. Wer mit Veränderungen gut umgehen kann und über aktuelle Berufskenntnisse verfügt, hat bei einem Jobverlust die besseren Chancen, schnell wieder eine neue Stelle zu finden. Wir bieten deshalb individuelle Beratungen für Arbeitgeber und Arbeitssuchende, welche Kompetenzen in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt sind“, so Klapper. 
Wenige Wochen vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres ist am Kölner Ausbildungsmarkt noch viel Bewegung. Aktuell sind noch 2.706 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einer Lehrstelle. Dem stehen 1.715 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. „Unsere Berufsberatung ist eine wichtige Partnerin bei allen Fragen rund um die Themen Ausbildung oder Studium. Wer unsicher ist, noch keinen Vertrag abgeschlossen hat und Unterstützung sucht, der sollte die Chance auf eine Beratung nutzen“, empfiehlt Johannes Klapper. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater kann man am 30. Juni und 01. Juli 2026 ab 08:30 Uhr auf der Messe Vocatium (XPost, Gladbacher Wall 5, 50670 Köln) sowie am 20. Juli 2026 ab 10:00 Uhr bei der Last-Minute-Ausbildungsmesse auf der Pferderennbahn Weidenpesch treffen. 
Beratungstermine zu den Themen Weiterbildung und Berufsberatung können schnell und einfach unter Terminvereinbarung gebucht werden.

Der Arbeitsmarkt im Juni

Im Juni sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 335 Personen oder 0,6 Prozent auf 55.703. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 836 Personen oder 1,5 Prozent niedriger.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 8,9 Prozent, genauso wie im Mai. Im Vorjahr lag sie bei 9,1 Prozent. 
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Juni 18.134 Personen. Das sind 137 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im Mai und 1.134 Personen oder 6,7 Prozent mehr als im Juni 2025. 
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.569 Arbeitslose. Das sind 198 Personen oder 0,5 Prozent weniger als im Vormonat und 1.970 Personen oder 5,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 55.703 Arbeitslosen suchten im Juni 9.607 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Juni insgesamt 65.716 Personen1. Sie lag damit um 775 Personen oder 1,2 Prozent niedriger als im Mai. Gegenüber Juni 2025 sank die Unterbeschäftigung um 1.039 Personen oder 1,6 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Juni bei 10,3 Prozent, im Mai lag sie bei 10,5 Prozent, im Vorjahr ebenfalls bei 10,5 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 84,8 Prozent, gegenüber 84,3 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 84,7 Prozent.
Beschäftigung
Im Juni mussten sich 3.118 Personen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen2). Das waren 421 Personen oder 11,9 Prozent weniger als im Vormonat und 190 Personen oder 5,7 Prozent weniger als im Juni 2025.
Im aktuellen Monat konnten 2.674 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3 beenden. Das sind 411 Personen oder 13,3 Prozent weniger als im Vormonat und 64 Personen oder 2,3 Prozent weniger als im Juni 2025.

Ende Dezember 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 629.652. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 3.654 oder 0,6 Prozent, nach -3.402 oder -0,5 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+1.875 oder +3,9 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (-5.484 oder -5,9 Prozent). Die Arbeitgeber meldeten im Juni 1.496 neue Arbeitsstellen. Das sind 47 Stellen oder 3,0 Prozent weniger als im Mai und 3 Stellen oder 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn wurden 46.913 Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich aktuell 44.074 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen. 17.334 offene Stellen sind sozialversicherungspflichtig.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Stark nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (603 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (537); Büro und Sekretariat (278); Verwaltung (270); Unternehmensorganisation und -strategie (226); Energietechnik (214); Maschinenbau- und Betriebstechnik (211);  Gesundheits- und Krankenpflege (209); Rechnungswesen und Controlling (177);   Erziehung (173); Altenpflege (168); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (167).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres haben sich 5.496 Bewerberinnen und Bewerber bei der Kölner Arbeitsagentur gemeldet. Das bedeutet ein Minus von 15 Personen oder 0,3 Prozent gegenüber 2025. Die Anzahl der eingeworbenen Ausbildungsstellen nahm um 1.260 Stellen oder 25,8 Prozent ab, liegt aktuell bei 3.620 Stellen. 
Ende Juni sind noch 2.706 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 101 Bewerber oder 3,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dem gegenüber standen im Juni noch 1.715 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen. Das sind 630 oder 26,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die statistische Abbildung der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist seit April 2025 unvollständig bzw. leicht unterzeichnet. Hintergrund sind prozessuale Umstellungen.


1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

3 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)