Arbeitslosigkeit steigt im Juli an

56.616 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner; 913 mehr als im Juni, 953 weniger als vor einem Jahr; Quote liegt bei 9,0 Prozent; Noch viele Chancen am Ausbildungsmarkt; Top-10 der beliebtesten Berufe und der freien Ausbildungsplätze
 

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 16

Die Arbeitslosigkeit in Köln ist im Juli um über 900 Personen gestiegen. Zurückzuführen ist dies auf die die deutlich gestiegene Zahl der Entlassungen zum Halbjahresende. Rund ein Drittel sind dabei Menschen unter 25 Jahren. Dies sind in der Regel junge Fachkräfte, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und nach vorübergehender Arbeitslosigkeit schnell integriert sind. Positiv ist zudem, dass im Juli über 1.500 offene Stellen von den Unternehmen gemeldet wurden und mehr Menschen als im Vormonat eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten. 
„Die Entwicklung am Kölner Arbeitsmarkt ist insgesamt nicht gut. Sie wird durch die schwierige wirtschaftliche Situation und die Auswirkungen der Transformation beeinflusst. Passungsproblematiken zwischen Angebot und Nachfrage führen dazu, dass Menschen, die ihren Job verlieren, häufig nicht ohne Weiteres eine neue Beschäftigung in anderen Bereichen aufnehmen können. Dem wirken wir durch Beratung und gezielte Qualifizierung entgegen“, fasst Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, die Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammen. 
„Die Lage am Kölner Ausbildungsmarkt bleibt ebenfalls herausfordernd. Wir erleben ein hohes Interesse junger Menschen an Ausbildung. Dies lässt sich rein rechnerisch nicht mehr durch die angebotenen Ausbildungsplätze ausgleichen. Wenn man dazu noch bedenkt, dass auch junge Menschen aus dem Umland in die Stadt zur Ausbildung einpendeln, ist die Diskrepanz noch größer. Mit Sorge blicke ich auf den kommenden Ausbildungsstart und appelliere an alle Ausbildungsbeteiligten, jetzt nicht nachzulassen und auch „last Minute“ Verträge abzuschließen. Unternehmen wissen, dass die duale Ausbildung die Basis für die eigene Fachkräftesicherung ist. Für junge Menschen gibt es ganz aktuell noch 1.500 offene Ausbildungsstellen. Wer sich fachlich flexibel und aufgeschlossen zeigt, hat noch gute Chancen einen Vertrag abzuschließen. Die Berufsberatung unterstützt dabei und hat jetzt in den Ferien noch Termine frei.
Im Anschluss an die Sommerferien lädt die Arbeitsagentur am 11. September zur Ausbildungsmesse „AzubiConnect – Check deine Zukunft“ ein. Ausbildungsstellen, Beratungsgespräche, Bewerbungsmappen-Check und vieles mehr. Alle Infos und kostenlose Anmeldung:  eveeno.com/azubiconnect26  

Der Arbeitsmarkt im Juli

Im Juli steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 913 Personen oder 1,6 Prozent auf 56.616. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 953 Personen oder 1,7 Prozent niedriger.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 9,0 Prozent, im Juni lag sie bei 8,9 Prozent, im Vorjahr bei 9,2 Prozent. 
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Juli 19.158 Personen. Das sind 1.024 Personen oder 5,6 Prozent mehr als im Juni und 1.277 Personen oder 7,1 Prozent mehr als im Juli 2025. 
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.458 Arbeitslose. Das sind 111 Personen oder 0,3 Prozent weniger als im Vormonat und 2.230 Personen oder 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 56.616 Arbeitslosen suchten im Juli 9.489 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Juli insgesamt 66.533 Personen1. Sie lag damit um 587 Personen oder 0,9 Prozent über dem Juni-Wert. Gegenüber Juli 2025 sank die Unterbeschäftigung um 588 Personen oder 0,9 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Juli bei 10,5 Prozent, im Juni lag sie bei 10,4 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 10,6 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 85,1 Prozent, gegenüber 84,5 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 85,8 Prozent.

Beschäftigung

Im Juli mussten sich 4.054 Personen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen2). Das waren 936 Personen oder 30,0 Prozent mehr als im Vormonat und 42 Personen oder 1,0 Prozent mehr als im Juli 2025.
Im aktuellen Monat konnten 2.875 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3 beenden. Das sind 201 Personen oder 7,5 Prozent mehr als im Vormonat und 40 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im Juli 2025.

Ende Dezember 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 629.652. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 3.654 oder 0,6 Prozent, nach -3.402 oder -0,5 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+1.875 oder +3,9 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (-5.484 oder -5,9 Prozent).                    
Die Arbeitgeber meldeten im Juni 1.601 neue Arbeitsstellen. Das sind 105 Stellen oder 7,0 Prozent mehr als im Juni und 161 Stellen oder 9,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn wurden 48.514 Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich aktuell 44.069 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen. 17.384 offene Stellen sind sozialversicherungspflichtig.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Stark nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (626 Stellen im Bestand); Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (601); Büro und Sekretariat (259); Unternehmensorganisation und -strategie (225); Energietechnik (211); Erziehung (188); Gesundheits- und Krankenpflege (185); Maschinenbau- und Betriebstechnik (173);  Bau- und Transportgeräteführung (173);  Altenpflege (169); Rechnungswesen und Controlling (165); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (164).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres haben sich 5.701 Bewerberinnen und Bewerber bei der Kölner Arbeitsagentur gemeldet. Das bedeutet ein Minus von 21 Personen oder 0,4 Prozent gegenüber 2025. Die Anzahl der eingeworbenen Ausbildungsstellen nahm um 1.313 Stellen oder 25,5 Prozent ab, liegt aktuell bei 3.840 Stellen. 
Ende Juli sind noch 2.297 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 161 Bewerber oder 7,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dem gegenüber standen im Juli noch 1.491 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen. Das sind 555 oder 27,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Beratungstermine zur Ausbildung können schnell und einfach unter Terminvereinbarung gebucht werden.

Top-10-Berufswünsche der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber in Köln, Juli 2026

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Top-10-Berufe der unbesetzten Ausbildungsberufe in Köln, Juli 2026

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1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.
2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
3 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)