Die Arbeitslosigkeit in Köln ist im August um über 800 Personen angestiegen. Mehr als ein Drittel sind dabei Menschen unter 25 Jahren. „Dies sind häufig junge Fachkräfte, die nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden konnten und unserer Erfahrung nach zeitnah eine neue Beschäftigung aufnehmen werden“, erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln
„Der Kölner Arbeitsmarkt wird weiterhin von großen Veränderungen geprägt. Die fortschreitende Transformation in vielen Branchen, technologische Veränderungen und internationale Krisen wirken sich unmittelbar auf Betriebe und deren Beschäftigte aus. Veränderte Berufsbilder erfordern den Erwerb von neuen beruflichen Kenntnissen. Dies macht es bei einem Jobverlust schwerer, schnell eine neue Beschäftigung zu finden. Deshalb haben im Vergleich zum Vormonat weniger Menschen eine neue Beschäftigung aufgenommen. Wir unterstützen in dieser Situation mit individueller Beratung und gezielter Förderung“, so Klapper.
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibt herausfordernd. Um jungen Menschen bei ihrem beruflichen Einstieg zu helfen und eine Orientierung zu geben, veranstaltet die Agentur für Arbeit Köln im September gleich zwei Messen in den Räumen des Berufsinformationszentrums (BiZ). Die Berufsberaterinnen und Berufsberater laden am 11. September zur Ausbildungsmesse „AzubiConnect – Check deine Zukunft“ ein. Hier findet man Ausbildungsstellen, Beratungsgespräche, Bewerbungsmappen-Check und vieles mehr. Alle Infos und kostenlose Anmeldung: https://eveeno.com/azubiconnect26
Am 18. September können Interessierte dann bei der „Messe Duales Studium“ mit Arbeitgebern aus Wirtschaft, Logistik, Handel, Öffentlichem Dienst und vielen anderen Branchen ins Gespräch kommen und sich über Karrieremöglichkeiten informieren. Kostenlose Anmeldungen sind unter https://eveeno.com/messedualesstudium möglich.
„Junge Menschen zeigen mehr Interesse an einer Ausbildung. Leider hat die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze in den letzten Jahren immer weiter abgenommen. Dabei investieren Unternehmen, die selbst ausbilden, in ihre eigene Zukunft. Jede zusätzlich angebotene Ausbildungsstelle kann für junge Menschen der Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben sein - und für Unternehmen die Möglichkeit, sich langfristig qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern. Wer bisher keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, hat auch jetzt noch gute Chancen, eine passende Lehrstelle zu finden“, so Johannes Klapper. Für junge Menschen gibt es ganz aktuell noch knapp 1.100 offene Ausbildungsstellen.
Der Arbeitsmarkt im August
Im August steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 844 Personen oder 1,5 Prozent auf 57.460. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 397 Personen oder 0,7 Prozent niedriger.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 9,2 Prozent, im Juli lag sie bei 9,0 Prozent, im Vorjahr bei 9,3 Prozent.
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im August 19.629 Personen. Das sind 471 Personen oder 2,5 Prozent mehr als im Juli und 1.544 Personen oder 8,5 Prozent mehr als im August 2025.
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.831 Arbeitslose. Das sind 373 Personen oder 1,0 Pro-zent mehr als im Vormonat und 1.941 Personen oder 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 57.460 Arbeitslosen suchten im August 9.137 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im August insgesamt 67.031 Personen. Sie lag damit um 344 Personen oder 0,5 Prozent über dem Juli-Wert. Gegenüber August 2025 sank die Unterbeschäftigung um 76 Personen oder 0,1 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im August bei 10,5 Prozent, im Juli lag sie ebenfalls bei 10,5 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 10,6 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 85,7 Prozent, gegenüber 84,9 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 86,3 Prozent.
Beschäftigung
Im August mussten sich 3.979 Personen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen ). Das waren 75 Personen oder 1,9 Prozent weniger als im Vormonat und 395 Personen oder 11,0 Prozent mehr als im August 2025.
Im aktuellen Monat konnten 2.672 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 203 Personen oder 7,1 Prozent weniger als im Vormonat und 12 Personen oder 0,4 Prozent weniger als im August 2025.
Ende Dezember 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 629.652. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 3.654 oder 0,6 Prozent, nach -3.402 oder -0,5 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+1.875 oder +3,9 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (-5.484 oder -5,9 Prozent.
Die Arbeitgeber meldeten im August 1.846 neue Arbeitsstellen. Das sind 245 Stellen oder 15,3 Prozent mehr als im Juli und 111 Stellen oder 5,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn wurden 50.360 Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich aktuell 44.090 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen. 17.367 offene Stellen sind sozialversicherungspflichtig.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Stark nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (667 im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (561); Büro und Sekretariat (235); Unternehmensorganisation und -strategie (235); Energietechnik (216); Bau- und Transportgeräteführung (214); Maschinenbau- und Betriebstechnik (199); Rechnungswesen und Controlling (188); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (188); Erziehung (181); Sanitär, Heizung, Klimatechnik (180); Gesundheits- und Krankenpflege (179); Altenpflege (159).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berichtsjahres haben sich 5.900 Bewerberinnen und Bewerber bei der Kölner Arbeitsagentur gemeldet. Das bedeutet ein Minus von 19 Personen oder 0,3 Prozent gegenüber 2025. Die Anzahl der eingeworbenen Ausbildungsstellen nahm um 1.223 Stellen oder 23,2 Prozent ab, liegt aktuell bei 4.046 Stellen.
Ende August sind noch 1.894 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 49 Bewerber oder 2,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dem gegenüber standen im August noch 1.092 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen. Das sind 139 oder 11,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Beratungstermine zur Ausbildung können schnell und einfach unter https://web.arbeitsagentur.de/portal/terminvereinbarung/pc/agenturen/anliegenauswahl gebucht werden.