Erste Zeichen von Herbstbelebung auf dem Kölner Arbeitsmarkt

56.246 arbeitslose Kölnerinnen und Kölner; 1.214 weniger als im August, 263 weniger als vor einem Jahr; Quote liegt bei 9,0 Prozent; R(h)ein in den Job: Jobbörse bietet noch freie Ausstellerplätze für Unternehmen; Angebote für Frauen zur Woche der Chancengleichheit
 

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 20

Der Kölner Arbeitsmarkt hat sich im September insgesamt positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ist rückläufig. Die Zahl der Arbeitslosen liegt wieder leicht unter dem Niveau des letzten Jahres. „Wir sind gut nach den heißen Sommermonaten gestartet. Neben dem erwartbaren und saisonüblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben sich weitere Parameter positiv entwickelt. So haben im September wieder deutlich mehr Menschen als in den Sommermonaten eine neue Arbeit aufnehmen können. Besonders junge Menschen unter 25 Jahren haben profitiert. Auf der anderen Marktseite ist auch die Zahl der Entlassenen zurückgegangen. Die Unternehmen halten ihre Beschäftigten. Es gibt einige positive Anzeichen dafür, dass sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten weiter stabilisiert“, beschreibt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, die Situation auf dem Arbeitsmarkt. 

Vom 12. bis 16. Oktober veranstalten die Arbeitsagentur und das Jobcenter in Kooperation mit KölnBusiness fünf Jobbörsen mit täglich wechselnden Branchenschwerpunkten unter der Marke „R(h)ein in den Job“. Unternehmen, die kostenfrei teilnehmen und freie Stellen besetzen möchten, sind eingeladen. Mehr als 1.000 Jobsuchende werden in der Kölner Arbeitsagentur erwartet. Infos und Anmeldung für Unternehmen unter https://eveeno.com/rhein-in-den-job_aussteller 
Am 5. Oktober startet eine Aktionswoche zur Chancengleichheit, um die berufliche Zukunft von Frauen zu stärken. Virtuelle Angebote bieten Infos u.a. über Arbeitszeitmodelle, Künstliche Intelligenz, Selbstständigkeit und finanzielle Autonomie. Von Montag bis Freitag werden elf Vorträge angeboten. Alle Infos unter: https://eveeno.com/wdc_2026

Der Arbeitsmarkt im September

Im September sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1.214 Personen oder 2,1 Prozent auf 56.246. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 263 Personen oder 0,5 Prozent niedriger.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 9,0 Prozent, im August lag sie bei 9,2 Prozent, im Vorjahr bei 9,1 Prozent. 
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im September 18.801 Personen. Das sind 828 Personen oder 4,2 Prozent weniger als im August, aber 1.089 Personen oder 6,1 Prozent mehr als im September 2025. 
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 37.445 Arbeitslose. Das sind 386 Personen oder 1,0 Prozent weniger als im Vormonat und 1.352 Personen oder 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 56.246 Arbeitslosen suchten im September 9.146 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im September insgesamt 65.815 Personen1. Sie lag damit um 1.314 Personen oder 2,0 Prozent unter dem August-Wert. Gegenüber September 2025 sank die Unterbeschäftigung um 429 Personen oder 0,6 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im September bei 10,4 Prozent, im August lag sie bei 10,6 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 10,4 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 85,5 Prozent, gegenüber 85,6 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 85,3 Prozent.

Beschäftigung

Im September mussten sich 3.502 Personen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen2). Das waren 477 Personen oder 12,0 Prozent weniger als im Vormonat und 106 Personen oder 3,1 Prozent mehr als im September 2025.
Im aktuellen Monat konnten 3.560 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit3 beenden. Das sind 888 Personen oder 33,2 Prozent mehr als im Vormonat und 300 Personen oder 9,2 Prozent mehr als im September 2025.

Ende März 2026, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 627.056. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 4.720 oder 0,7 Prozent, nach -3.654 oder -0,6 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+1.863 oder +3,8 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (-4.918 oder -5,4 Prozent).
Die Arbeitgeber meldeten im September 1.775 neue Arbeitsstellen. Das sind 71 Stellen oder 3,8 Prozent weniger als im August und 565 Stellen oder 46,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn wurden 52.135 Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich aktuell 44.339 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen. 17.673 offene Stellen sind sozialversicherungspflichtig.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Stark nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen  Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (615 im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (580); Büro und Sekretariat (242); Unternehmensorganisation und -strategie (225); Energietechnik (219); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (213); Bau- und Transportgeräteführung (205); Maschinenbau- und Betriebstechnik (202); Erziehung (200); Gesundheits- und Krankenpflege (195); Rechnungswesen und Controlling (189); Sicherheitsberufe (184); Altenpflege (184); Sanitär, Heizung, Klimatechnik (174).

Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.

Ausbildungsmarkt

Die Bilanz am Ausbildungsmarkt 2025/2026 wird am 30. Oktober 2026 veröffentlicht.


1 Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

 2 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)

 3 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)