Nach einem saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum neuen Jahr hat sich die Situation im Februar wieder leicht entspannt. „Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung hat um knapp 800 Menschen abgenommen und über 2.800 Menschen haben in diesem Monat wieder eine Beschäftigung aufgenommen. Der Kölner Arbeitsmarkt bietet weiterhin Möglichkeiten“, erklärt Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln. „Wir beobachten, dass die Arbeitgeber aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage verhaltener einstellen als noch vor einem Jahr“, so Klapper.
Die Planung der eigenen beruflichen Zukunft ist wichtig, denn Fachkräfte finden leichter eine neue Tätigkeit als Menschen ohne Ausbildung. Wer im kommenden Sommer die Schule beendet und auf der Suche nach einer Lehrstelle ist, sollte sich mit dem aktuellen Halbjahreszeugnis bewerben. „Aktuell sind in der Arbeitsagentur Köln knapp 3.000 offene Stellen für das neue Ausbildungsjahr gemeldet. Dem gegenüber stehen fast 4.500 Bewerberinnen und Bewerber, die ins Berufsleben starten wollen. Es ist daher wichtig, sich jetzt zu informieren und Bewerbungen rauszuschicken. Unsere Berufsberatung unterstützt hier mit konkreten Tipps und kann passende Unternehmen vorschlagen“, so Klapper. Zeitnahe Termine für die Kölner Berufsberatung können unkompliziert über www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koeln/ausbildung-und-studium gebucht werden.
Weitere Informationen zu Berufsausbildung und Dualem Studium bieten die Digitalen Elternabende, die vom 02. bis 12. März stattfinden. Unter www.arbeitsagentur.de/k/digitale-elternabende bekommt man mehr Informationen zu dem vielfältigen Programm.
Zur Online-Veranstaltung „Stimme und Wirkung“ lädt die Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, Agnes Metz, am Mittwoch, 4. März, von 09:30 bis 11:00 Uhr ein. Eine professionelle Stimm- und Sprechtrainerin vermittelt den Teilnehmenden, wie man in Vorstellungsgesprächen und im Berufsalltag stimmsicher auftreten kann. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, der Link wird nach der Anmeldung wird unter Koeln.BCA@arbeitsagentur.de versandt.
Der Arbeitsmarkt im Februar
Im Februar sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 771 Personen oder 1,3 Prozent auf 57.156. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 476 Personen oder 0,8 Prozent höher.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 9,2 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Januar. Vor einem Jahr lag die Quote bei 9,2 Prozent.
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im Februar 18.808 Personen. Das sind 408 Personen oder 2,1 Prozent weniger als im Januar und 1.617 Personen oder 9,4 Prozent mehr als im Februar 2025.
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 38.348 Arbeitslose. Das sind 363 Personen oder 0,9 Prozent weniger als im Vormonat und 1.141 Personen oder 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 57.156 Arbeitslosen suchten im Februar 9.954 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Februar insgesamt 67.459 Personen. Sie lag damit um 369 Personen oder 0,5 Prozent niedriger als im Januar. Gegenüber Februar 2025 sank die Unterbeschäftigung um 1.355 Personen oder 2,0 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im Februar bei 10,6 Prozent, im Januar lag sie bei 10,7 Prozent, im Vorjahr bei 10,9 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 84,7 Prozent, gegenüber 85,4 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 82,4 Prozent.
Beschäftigung
Im Februar mussten sich 3.253 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen1). Das waren 1.788 Personen oder 35,5 Prozent weniger als im Vormonat und 171 Personen oder 5,0 Prozent weniger als im Februar 2025.
Im aktuellen Monat konnten 2.807 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit2 beenden. Das sind 297 Personen oder 11,8 Prozent mehr als im Vormonat und 80 Personen oder 2,8 Prozent weniger als im Februar 2025.
Ende Juni 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 631.907. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 4.699 oder 0,7 Prozent, nach +3.870 oder +0,6 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Verkehr und Lagerei (+2.372 oder +5,3 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (–1.888 oder –3,8 Prozent).
Die Arbeitgeber meldeten im Februar 29.259 neue Arbeitsstellen, darunter 11.270 sozialversicherungspflichtige Stellen. Das sind 17.801 Stellen mehr als im Januar und 27.752 mehr als im Vorjahr. Im Bestand befinden sich aktuell 43.714 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen. Hinzu kommen über 10.000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen der Bundeswehr.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (583 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (518); Unternehmensorganisation und -strategie (356); Büro und Sekretariat (251); Maschinenbau- und Betriebstechnik (230); Energietechnik (211); Rechnungswesen und Controlling (188); Altenpflege (187); Gesundheits- und Krankenpflege (174); Sicherheitsberufe (165); Informatik (166); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (162); Verwaltung (150); Erziehung (140).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.
1 = Zugang Arbeitslose aus Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)
2 = Abgang Arbeitslose in Erwerbstätigkeit (Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt)