Nach einem saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum neuen Jahr hat sich die Situation im März weiter leicht entspannt. „Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat um knapp 700 Menschen abgenommen und über 3.000 Menschen konnten im März in einen neuen Job starten. Es gibt also weiterhin Bewegung am Kölner Arbeitsmarkt“, erklärt Stephanie Lewejohann, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Köln. „Wir nehmen wahr, dass die Kölner Arbeitgeber aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Situation zögerlicher einstellen“, so Lewejohann. Trotzdem gibt es für viele Bewerberinnen und Bewerber auch weiterhin gute Chancen: „Wer gut ausgebildet ist und über aktuelle berufliche Kenntnisse verfügt, hat es viel leichter, eine neue Arbeit zu finden. Um die eigene berufliche Situation zu verbessern und besser für die Zukunft aufgestellt zu sein, kann Weiterbildung ein Schlüssel sein. Wir bieten deshalb individuelle Beratungen für Arbeitgeber, arbeitslose Menschen und auch Beschäftigte an“, so Lewejohann. Unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koeln können ganz einfach online Termine für ein Gespräch gebucht werden.
Mit dem neuen Format „R(h)ein in den Job“ lädt die Agentur für Arbeit zusammen mit dem Jobcenter zu einer großen Vermittlungsmesse ein. Vom 20. April bis 24. April 2026 suchen an fünf Tagen zu fünf Themenschwerpunkten verschiedene Arbeitgeber aus dem Gesundheitsbereich, Gastronomie und Handel, Handwerk, Verwaltung und anderen Bereichen im Jobcenter Mülheim nach motivierten Mitarbeitenden. Ergänzt wird das Angebot durch Beraterinnen und Berater von EURES (European Employment Services), die zu Beschäftigungsmöglichkeiten im europäischen Ausland informieren. Die Veranstaltung ist kostenfrei, Anmeldungen sind unter Eveeno möglich.
Der Arbeitsmarkt im März
Im März sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 698 Personen oder 1,2 Prozent auf 56.458. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 84 Personen oder 0,1 Prozent niedriger.
Die Arbeitslosenquote liegt in diesem Monat bei 9,1 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Februar. Vor einem Jahr lag die Quote ebenfalls bei 9,1 Prozent.
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im März 18.419 Personen. Das sind 389 Personen oder 2,1 Prozent weniger als im Februar und 1.528 Personen oder 9,0 Prozent mehr als im März 2025.
Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 38.039 Arbeitslose. Das sind 309 Personen oder 0,8 Prozent weniger als im Vormonat und 1.612 Personen oder 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner*innen, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr gesunken.
Neben den statistisch ausgewiesenen 56.458 Arbeitslosen suchten im März 10.116 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im März insgesamt 66.928 Personen. Sie lag damit um 679 Personen oder 1,0 Prozent niedriger als im Februar. Gegenüber März 2025 sank die Unterbeschäftigung um 1.420 Personen oder 2,1 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im März bei 10,5 Prozent, im Februar lag sie bei 10,7 Prozent, im Vorjahr bei 10,8 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 84,4 Prozent, gegenüber 84,5 Prozent im Vormonat. Im Vorjahr lag der Anteil bei 82,7 Prozent.
Beschäftigung
Im März mussten sich 3.391 Menschen arbeitslos melden (Zahl der Entlassungen). Das waren 138 Personen oder 4,2 Prozent mehr als im Vormonat und 53 Personen oder 1,6 Prozent mehr als im März 2025.
Im aktuellen Monat konnten 3.029 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 222 Personen oder 7,9 Prozent mehr als im Vormonat und 266 Personen oder 9,6 Prozent mehr als im März 2025.
Ende September 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Köln auf 630.496. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 3.402 oder 0,5 Prozent, nach +4.699 oder +0,7 Prozent im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+1.758 oder +3,7 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung bei Immobilien, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (–4.336 oder –4,7 Prozent).
Die Arbeitgeber meldeten im März 1.448 neue Arbeitsstellen. Das sind 27.811 Stellen weniger als im Februar und 35 weniger als im Vorjahr. Im Bestand befinden sich aktuell 43.611 Stellen, darunter viele militärische Stellen der Bundeswehr, die für ganz Deutschland ausgeschrieben sind und die ins Beamtenverhältnis führen.
Die offenen, sozialversicherungspflichtigen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche: Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (519 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (482); Unternehmensorganisation und -strategie (321); Büro und Sekretariat (257); Energietechnik (216); Altenpflege (183); Maschinenbau- und Betriebstechnik (182); Rechnungswesen und Controlling (179); Gesundheits- und Krankenpflege (169); Informatik (153); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (149); Erziehung (145); Sicherheitsberufe (132); Verwaltung (127).
Unternehmen, die noch keinen festen Kontakt im Arbeitgeber-Service haben, erreichen diesen telefonisch unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 20.