Saisonüblich bringt der Januar einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach mit sich. 9190 Arbeitslose waren in den beiden zugehörigen Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder gemeldet, 698 mehr als im Dezember (plus 8,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Im Vergleich mit dem Januar 2025 ergibt sich bei der Arbeitslosenzahl ein leichtes Plus von 50 Personen bzw. 0,5 Prozent. Die Quote lag vor einem Jahr bei 4,8 Prozent.
Ein Anstieg der Arbeitslosenquote von Dezember zu Januar um 0,4 Prozentpunkte entspreche dem Wert der vergangenen Jahre, erläutert der Korbacher Agenturleiter Volker Breustedt. Entscheidend dafür seien vor allem witterungsbedingte Gründe, das Ende des Weihnachts- und Umtauschgeschäfts und viele zum Jahresende auslaufende Arbeitsverträge. Der 31. Dezember sei Jahres, Halbjahres- und Quartalsende, was jeweils klassische Befristungstermine seien. Angesichts der ungünstigen Witterung für Außenberufe sei auch die Arbeitskräftenachfrage gesunken. Immerhin liege die Zahl der Arbeitslosen nur leicht höher als im Vorjahr und bei einigen Personengruppen sogar niedriger. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit - unabhängig von Saisoneinflüssen - scheint gebremst.“
Anlässlich der heutigen Ausgabe der Halbjahreszeugnisse in Hessen ruft Breustedt die Schulabgänger und -abgängerinnen des Sommers 26 dazu auf, sich mit ihrer beruflichen Zukunft zu beschäftigen. „Wer noch nicht weiß, wo die berufliche Reise hingehen soll oder wie sich der Berufswunsch verwirklichen lässt, kann sich gern an unsere Berufsberatung für Jugendliche wenden.“ Der Agenturleiter wirbt explizit dafür, eine Ausbildung als solide Basis für den Berufsweg in den Blick zu nehmen und mit dem Halbjahreszeugnis in den Bewerbungsprozess zu starten. „Nach wie vor gilt: Eine Ausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.“ (Terminvereinbarungen mit der Berufsberatung sind möglich unter www.arbeitsagentur.de/link/termin.)
Im Januar wiesen alle Personengruppen im Agenturbezirk Korbach steigende Arbeitslosenzahlen auf, insbesondere Männer (plus 9,7 Prozent), Ausländer (plus 9,4 Prozent) und Ältere ab 50 Jahren (plus 7,6 Prozent). Bei den Frauen waren es 6,3 Prozent mehr, bei den Jüngeren unter 25 Jahren 5,7 Prozent und bei den Langzeitarbeitslosen 4,3 Prozent mehr. Im Vergleich mit dem Januar 2025 ist allerdings die Arbeitslosigkeit bei Ausländern (minus 6,2 Prozent), Jüngeren (minus 4,6 Prozent) und Frauen (minus 1,3 Prozent) zurückgegangen.
Wie schon im Ende 2025 gibt es bei den beiden Rechtskreisen deutliche Unterschiede: Bei der Agentur für Arbeit (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) ist die Arbeitslosenzahl im Monatsvergleich um 380 auf 3995 Personen gestiegen (plus 10,5 Prozent), bei den beiden Jobcentern im Agenturbezirk (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) fiel der Zuwachs geringer aus (plus 318 Arbeitslose auf 5195, entspricht plus 6,5 Prozent). Der Vergleich mit dem Januar des Vorjahres zeigt erneut eine gegenläufige Entwicklung in den beiden Rechtskreisen: Während es bei der Arbeitsagentur einen Anstieg um 158 Menschen ohne Arbeit gab (plus 4,1 Prozent), waren es bei den Jobcentern 108 Personen weniger als vor einem Jahr (minus 2,0 Prozent).
2080 offene Stellen waren zum Stichtag im Agenturbezirk gemeldet, 467 weniger als im Dezember und 187 weniger als im Januar 2025.
Im Agenturbezirk haben bis zum 27. Januar 3 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, von der maximal 183 Beschäftigte betroffen sein können. Vor einem Jahr waren es 9 Betriebe mit bis zu 134 betroffenen Mitarbeitenden.
Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen:
Landkreis Waldeck-Frankenberg. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im Januar 4309 Menschen arbeitslos gemeldet, 330 mehr als im Dezember (plus 8,3 Prozent) und 40 weniger als vor einem Jahr (minus 0,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,8 Prozent, vor einem Monat hatte sie 4,5 Prozent und vor einem Jahr 4,9 Prozent betragen. Der Bestand an offenen Stellen hat sich seit Dezember um 404 auf 1209 verringert, das sind 63 weniger als vor einem Jahr.
Korbach mit Bad Wildungen. 1911 Personen ohne Arbeit waren im Januar in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 247 mehr als im Dezember (plus 14,8 Prozent) und 1 weniger als vor einem Jahr (minus 0,1 Prozent). Die Quote lag bei 4,5 Prozent, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im Dezember und der gleiche Wert wie vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Frankenberg. 1445 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 1 mehr als im Dezember (plus 0,1 Prozent) und 90 weniger als vor einem Jahr (minus 5,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Frankenberg stagnierte bei 5,0 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 5,3 Prozent.
Geschäftsstelle Bad Arolsen. In der Geschäftsstelle Bad Arolsen ist die Zahl der Arbeitslosen um 82 auf 953 gestiegen (plus 9,4 Prozent), das ist ein Zuwachs um 51 gegenüber Januar 2025 (plus 5,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 5,4 Prozent, das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als vor einem Monat und 0,3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Landkreis Schwalm-Eder. 4881 Arbeitslose waren im Januar im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 368 mehr als im Dezember (plus 8,2 Prozent) und 90 mehr als im Vorjahresmonat (plus 1,9 Prozent). Die Quote betrug 4,9 Prozent, das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als im Dezember und 0,1 Prozentpunkte mehr als Januar 2025. 871 offene Stellen waren im Landkreis gemeldet, 63 weniger als im Dezember und 124 weniger als vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 2378 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, 177 mehr als im Dezember (plus 8,0 Prozent) und 206 mehr als vor einem Jahr (plus 9,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr jeweils um 0,4 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent.
Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen ist ein Anstieg um 118 Arbeitslose auf 1336 zu verzeichnen (plus 9,7 Prozent), gegenüber dem Vorjahr sind das 2 weniger (minus 0,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 5,2 Prozent, das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als im Dezember und der gleiche Wert wie im Januar 2025.
Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1167 Menschen auf Jobsuche zeigt die Januar-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 73 mehr als im Dezember (plus 6,7 Prozent) und 114 weniger als im Januar des Vorjahres (minus 8,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 4,3 Prozent, im Dezember hatte sie 4,1 Prozent und vor einem Jahr 4,8 Prozent betragen.