„Im April hat sich der Arbeitsmarkt leicht positiv entwickelt“, so Hasan Klauser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld/Kreis Viersen, zu den aktuellen Zahlen, welche 23.238 arbeitslose Personen ausweisen; ein Rückgang von 42 im Vergleich zum Vormonat. „Insgesamt zeigt sich der lokale Arbeitsmarkt trotz der Herausforderungen aufnahmefähig, steht aber weiter unter Druck. Das zeigen die zurückgehenden Stellenmeldungen der Betriebe“, erläutert Klauser.
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen und Regionen
Aktuell werden im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld 7.836 Menschen von der Arbeitsagentur betreut (6 mehr als vor einem Monat). 15.402 Arbeitslose (48 weniger als im März) sind in Betreuung der Jobcenter Krefeld und Kreis Viersen. Damit liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk bei 8,0 Prozent (März: 8,0%; 0,2 Prozentpunkte unter April 2025).
In der Stadt Krefeld liegt die Arbeitslosigkeit aktuell bei 10,8 Prozent (März: 10,9%, April 2025: 11,1%), im Kreisgebiet Viersen bei 5,8 Prozent (März: 5,9%, April 2025: 6,0%).
Die Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen im Kreisgebiet:
| Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst): | 4,9 Prozent (Vorjahr: 4,9%) |
| Nettetal (Nettetal, Brüggen): | 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,8%) |
| Viersen (Stadt Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal): | 6,4 Prozent (Vorjahr: 6,7%) |
Arbeitskräftenachfrage
Der Bestand an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen liegt im April dieses Jahres bei 3.098 Stellen. Gegenüber dem Vorjahr wurden somit 488 oder 13,6% weniger Stellen von den Arbeitgebern gemeldet.
„Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist da, jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres“, so Klauser.
Zusammenarbeit in der Grenzregion
Dass der hiesige Arbeitsmarkt nicht an der Grenze zu den Niederlanden endet, ist für Klauser ein wichtiger Punkt: „Gerade in einer Grenzregion wie der unseren, ist der Ausgleich auch auf dem Arbeitsmarkt ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor, von dem die Menschen und Unternehmen in beiden Ländern profitieren. Auch dank der engen Zusammenarbeit mit der niederländischen Arbeitsverwaltung und unseres Serviceangebotes für Grenzpendler. Es gibt viele Gründe, die das Arbeiten in den Niederlanden attraktiv machen. Der erste, im wahrsten Wortsinn „erfahrbare“ Vorteil für Pendler aus der Region sind die vergleichsweisen kurzen Fahrzeiten. Löhne und Gehälter liegen gleichauf, wobei Deutsche in den Niederlanden von der geringeren Abgabenlast profitieren. Im Klar-text heißt das: Es gibt mehr Netto vom Brutto. Eine große Chance für viele Arbeitsuchende ist die Tatsache, dass in den Niederlanden sogenannten „Softskills“ mehr Bedeutung beigemessen wird, als Zeugnissen oder Diplomen. Hier kann man mit Persönlichkeit und Motivation punkten.“
Momentan pendeln etwa 2.880 Personen aus dem Agenturbezirk in die Niederlande, um dort zu arbeiten. In die Gegenrichtung sind es etwa 230 Personen.
Tjaco Joon, Geschäftsführer der Farmtrans Deutschland GmbH in Nettetal-Kaldenkirchen, erläutert: „Für uns ist es selbstverständlich, Deutsche, Niederländer oder Personen mit anderer Nationalität einzustellen. Ausschlaggebend ist die Qualifikation. Unser Standort hier in der Grenzregion ist für unser Geschäft ideal. Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der UWV verläuft reibungslos“.
Um den gemeinsamen Arbeits- und Ausbildungsmarkt noch besser zu erschließen, haben die Agenturen für Arbeit Krefeld und Mönchengladbach und das Jobcenter Kreis Viersen zusammen mit der niederländischen Arbeitsverwaltung UWV Noord- en Midden-Limburg, der Euregio rhein-maas-nord und der Arbeitsmarktregion Venlo eine Kooperationsvereinbarung zur Schaffung des Service grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung in 2020 abgeschlossen.
Weitere Informationen und Unterstützungsangebote für (angehende) Grenzpendler gibt es auf der Homepage:
SGA Service GrenzArbeit in Venlo
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt
Bis April wurden für den Agenturbezirk Krefeld/Kreis Viersen 2.516 Ausbildungsstellen gemeldet (466 weniger als im Vorjahr) und 2.457 Jugendliche suchten eine Ausbildungsstelle (53 weniger als im Vorjahr). Die statistische Abbildung der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist bundesweit noch unvollständig und diese liegen tatsächlich etwas höher. Hintergrund sind prozessuale Umstellungen.
„Auf dem Ausbildungsmarkt ist aktuell viel Bewegung. Es sind noch 1.700 Ausbildungsplätze bei uns in der Region zu besetzen. Der Blick nach links und rechts lohnt sich! Die Agentur für Arbeit unterstützt beide Seiten, junge Menschen und Ausbildungsbetriebe. Dafür bieten wir in den nächsten Wochen auch gemeinsame Aktivitäten mit unseren Netzwerkpartnern an – wie zum Beispiel Check-In am 21. Mai bei uns im Hause“, erläutert Klauser.
