Die im Zusammenhang mit dem Internationalen Frauentag stattgefundene Messe zum Wiedereinstieg im Salzstadel in Landshut war ein voller Erfolg. Rund 150 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über Stellenangebote, Unterstützungsleistungen und Dienstleistungen der Agentur für Arbeit sowie weiterer Organisationen zu informieren.
Die Veranstaltung bot eine umfassende Plattform für Menschen, die nach einer beruflichen Pause den Wiedereinstieg planen. Neben aktuellen Stellenangeboten aus der Region und individuellen Beratungsangeboten der Agentur für Arbeit präsentierten sich auch zahlreiche Organisationen, darunter Diakonie, Caritas, der Pflegestützpunkt, die Familienkasse, die Anerkennungsberatung, Kinderbetreuungseinrichtungen sowie der Behindertenbeirat. Die große Bandbreite an Angeboten ermöglichte es den Besucherinnen und Besuchern, konkrete Informationen zu sammeln und individuelle Wege zurück ins Berufsleben zu entwickeln.
Nach der offiziellen Begrüßung motivierte Psychologin Gisela Ruffer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihrem Impulsvortrag „Zurück ins Berufsleben – mit Mut, Klarheit und Bewegung“ den ersten Schritt zu wagen. Dabei betonte sie, dass es immer einen Weg gebe – wenn nicht auf direktem Weg, dann eben anders. „Erfolg besteht oft aus drei Buchstaben: TUN“, so Ruffer. Die Bereitschaft anzufangen sei der wichtigste Schritt. Sie ermutigte die Besucherinnen und Besucher, die Chance der Messe zu nutzen: „Selten haben Sie die Möglichkeit, an einem Ort mit so vielen verschiedenen Institutionen ins Gespräch zu kommen und Ihren Wiedereinstieg aktiv anzugehen.“
Neben dem stark nachgefragten Bewerbungsmappencheck stieß auch der Vortrag zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bewerbungsprozess auf großes Interesse.
Sowohl Besucherinnen und Besucher als auch Aussteller zeigten sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Besonders positiv hervorgehoben wurde die Vielfalt der Angebote und die Möglichkeit, direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der Agentur für Arbeit sowie weiterer Organisationen ins Gespräch zu kommen.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Messe und freuen uns darauf, auch in Zukunft Menschen auf ihrem Weg zurück in das Berufsleben zu unterstützen“, betont Andrea Czink, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen.
Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2026 richtet sich der Blick auch auf die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen waren im Juni 2025 insgesamt 189.112 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter 84.993 Frauen. Damit lag der Frauenanteil bei 44,9 Prozent. Auffällig bleibt weiterhin der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung bei Frauen. Während mehr als die Hälfte der Frauen (50,8 Prozent) in Teilzeit arbeitet, trifft dies bei Männern lediglich auf etwa jeden Siebten zu (14,0 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen: Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren 399 Frauen mehr beschäftigt als im Juni 2024. Der Zuwachs entfällt jedoch überwiegend auf Teilzeitstellen.
Zum Weltfrauentag wird daher deutlich: Trotz positiver Entwicklungen besteht weiterhin sehr großer Handlungsbedarf, um echte Chancengleichheit am Arbeitsmarkt zu erreichen. „Der Arbeitsmarkt braucht dringend Frauen, gerade in unser Region, und Rahmenbedingungen, damit die Frauen ihre Fähigkeiten und ihr Potential auch besser einbringen. Wir werden sonst eine riesige Fachkräftelücke in den nächsten Jahren haben“, so Matthias Dengler, Leiter der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen.“ Notwendig sind verlässliche Kinderbetreuungsangebote, flexible Arbeitszeitmodelle, eine partnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit sowie bessere Aufstiegsmöglichkeiten. Nur so kann Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Auch beim Gehalt gibt es in Bayern nach wie vor deutliche Unterschiede. Ähnlich viele Frauen wie Männer verfügen über einen akademischen Abschluss. Dennoch sind sie nach wie vor in Aufsichts- und Führungspositionen unterrepräsentiert. Geschlechterunterschiede zeigen sich auch im Verdienst. Während Männer im Durchschnitt gut 4.300 € verdienten, sind es bei Frauen gut 3.800 €. Der Anteil der Frauen, die über 6.000 € verdienten, ist steigend, lag zuletzt aber dennoch nur bei knapp 15 Prozent, der Anteil der Männer ist mit 26 Prozent jedoch deutlich höher. Demgegenüber ist der Anteil der Frauen, die unter 2.000 € verdienten, mit sechs Prozent dreimal so hoch wie der Anteil der Männer mit zwei Prozent.
Andrea Czink hilft Interessierten gerne weiter. Sie ist telefonisch unter 0871 697323 oder unter Landshut.pfarrkirchen.bca@arbeitsagentur.de erreichbar.
