Ende März 2026 waren in Leipzig 58.590 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zwischen 55 Jahren und der Regelaltersgrenze tätig. Ihr Anteil an allen Beschäftigten liegt bei knapp 20 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Während die Gesamtbeschäftigung zuletzt zurückging, blieb die Zahl der älteren Beschäftigten nahezu stabil.
Auch die Bevölkerungsentwicklung zeigt, wohin die Reise geht: Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der 55- bis unter 65-Jährigen in Leipzig um knapp 14 Prozent gestiegen.
Zitat:„Was heute mit fast jedem fünften Beschäftigten schon sichtbar ist, wird künftig noch selbstverständlicher zum Bild in den Betrieben gehören: Die Belegschaften werden älter – und damit wird Erfahrung zu einem immer wichtigeren Faktor für die Fachkräftesicherung“, sagt Frederic Schulze, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Leipzig.
Wiedereinstieg bleibt die Herausforderung
Im September 2026 waren in Leipzig 5.970 Menschen ab 55 Jahren arbeitslos – mehr als ein Jahr zuvor. Die Entwicklung entspricht dabei weitgehend dem allgemeinen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Leipzig. Auch die Arbeitslosenquote der 55- bis unter 65-Jährigen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Die besondere Herausforderung zeigt sich weniger beim Eintritt in Arbeitslosigkeit als beim Weg zurück in Beschäftigung. Rund 45 Prozent der arbeitslosen Menschen ab 55 Jahren sind bereits länger als ein Jahr ohne Arbeit.
Auch Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen: Ältere Menschen haben nicht grundsätzlich ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden. Geht eine Beschäftigung jedoch verloren, sind ihre Chancen auf einen schnellen Wiedereinstieg geringer als bei jüngeren Arbeitslosen.
Erfahrung halten – neue Chancen eröffnen
Die demografische Entwicklung wird die Bedeutung älterer Beschäftigter weiter erhöhen. Für Unternehmen geht es deshalb zunehmend darum, Erfahrung und Fachwissen im Betrieb zu halten. Weiterbildung, eine vorausschauende Personalentwicklung, passende Arbeitsbedingungen und ein guter Wissenstransfer zwischen den Generationen können dazu beitragen.
Gleichzeitig lohnt sich auch bei Neueinstellungen der Blick auf die Generation 55plus. Berufserfahrung, Fachkenntnisse und über viele Jahre erworbene Kompetenzen bleiben wertvoll – unabhängig vom Geburtsdatum.
Dass Erwerbsarbeit auch über die bisherigen Altersgrenzen hinaus an Bedeutung gewinnt, zeigt sich ebenfalls: In Leipzig arbeiten heute deutlich mehr Menschen auch nach dem 65. Lebensjahr sozialversicherungspflichtig als noch vor wenigen Jahren.
Die Agentur für Arbeit Leipzig unterstützt Beschäftigte und Unternehmen bei Fragen zu Weiterbildung und Qualifizierung und berät Arbeitgeber zu möglichen Fördermöglichkeiten bei der Einstellung arbeitsloser Menschen.
Hintergrund
Der Internationale Tag der älteren Menschen wird jährlich am 1. Oktober begangen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnen die Sicherung bestehender Beschäftigung und bessere Wiederbeschäftigungschancen für ältere Arbeitslose weiter an Bedeutung.
