Bündnis für Arbeit und Ausbildung zieht erste Bilanz

• Arbeitslosigkeit steigt nur noch marginal – Beschäftigung entwickelt sich wieder positiv

15.09.2026 | Presseinfo Nr. 127

Engagieren sich seit einem Jahr im Bündnis für mehr Arbeit und Ausbildung: v.l. Dietmar Persch (IHK), Petra Kern (Arbeitsagentur), Sebastian Hoffmanns (Kreishandwerkerschaft) Manfred Wagner (Stadt Wetzlar), Robin Mastronardi (DGB), Sebastian Kleist (Jobcenter), Karsten Braun (Lahn-Dill-Kreis), Prof. Dr. Harald Danne (Lahn-Dill-Kreis) und Sascha Drechsel (VhU).

Ein Jahr nach seiner Gründung zieht das Bündnis für Arbeit und Ausbildung des Lahn-Dill-Kreises eine erste positive Bilanz. Die im Bündnis zusammengeschlossenen Partner haben ihre selbst gesteckte Absicht, enger zusammenzuarbeiten, um Beschäftigungsperspektiven in wirtschaftlich heraus fordernden Zeiten positiv zu gestalten und Beschäftigung in der Region zu sichern, mit konkreten Maßnahmen unter Beweis gestellt.

Anstieg der Arbeitslosigkeit kommt nahezu zum Erliegen

Nachdem die Arbeitslosigkeit seit der Corona-Pandemie auch im Lahn-Dill-Kreis über längere Zeit stetig zugenommen hatte, zeichnet sich inzwischen eine Stabilisierung ab. Im vergangenen Monat erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr lediglich um 0,7 Prozent. Der Anstieg kam damit nahezu zum Erliegen – und das trotz erheblicher Freisetzungen in Unternehmen. 

Aus Sicht der Bündnispartner ist dies auch ein Ergebnis der engen Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen und Organisationen. Gemeinsame Analysen und abgestimmte Maßnahmen haben dazu beigetragen, Veränderungen am Arbeitsmarkt und Auswirkungen der Transformation vorausschauend zu antizipieren und schneller auf sie zu reagieren.

Arbeitsmarktdrehscheiben verhindern Arbeitslosigkeit und sichern Fachkräfte

Besonders deutlich wird die Wirkung der Zusammenarbeit an drei Unternehmen, bei denen größere Freisetzungen anstanden. In allen drei Fällen setzte das Bündnis sogenannte „Arbeitsmarktdrehscheiben“ ein. Dabei wurden Beschäftigte aus freisetzenden Unternehmen gezielt mit heimischen Unternehmen zusammengebracht, die gleichzeitig Personalbedarf hatten. Durch die Direktvermittlung konnten Beschäftigungsalternativen geschaffen und ein erheblicher Teil drohender Arbeitslosigkeit vermieden werden. Gleichzeitig erhielten aufnehmende Unternehmen dringend benötigte Fach- und Arbeitskräfte.

Beschäftigung entwickelt sich wieder positiv 

Auch bei der Beschäftigungsentwicklung gibt es Anlass zu Zuversicht. Nach nahezu drei Jahren rückläufiger Entwicklung nimmt der Beschäftigungsaufbau im Lahn-Dill-Kreis seit Jahresbeginn wieder Fahrt auf - und hebt sich damit vom Hessentrend ab. Für die Bündnispartner ist dies ein wichtiges Signal für die Widerstandsfähigkeit des regionalen Wirtschaftsstandorts. Der Lahn-Dill-Kreis verfügt weiterhin über eine breite und leistungsfähige Wirtschaftsstruktur. Gleichzeitig erfordern die wirtschaftlichen Veränderungen, die demografische Entwicklung und der damit verbundene Fachkräftebedarf ein enges Zusammenwirken aller relevanten Akteure.

Geflüchtete Menschen zunehmend besser in Arbeit integriert 

Fortschritte gibt es nach Einschätzung der Bündnispartner zudem bei der Integration geflüchteter Menschen in Arbeit und Beruf. Immer besser gelinge es, Menschen mit Fluchthintergrund in Beschäftigung zu bringen und damit zugleich vorhandene Arbeitskräftepotenziale für die regionale Wirtschaft zu erschließen. Die Integration in Arbeit sei damit nicht nur ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe, sondern angesichts des Fachkräftebedarfs auch ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Nächster Schwerpunkt: Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge 

Für das zweite Jahr des Bündnisses haben sich die Partner ein zusätzliches Handlungsfeld vorgenommen: Unternehmensgründungen und Unternehmensnachfolge sollen stärker in den gemeinsamen Fokus rücken. Denn die Sicherung bestehender Unternehmen ist zugleich die Sicherung von Beschäftigung und Ausbildungsplätzen. Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung muss frühzeitig dafür Sorge getragen werden, dass erfolgreiche Betriebe auch bei einem Generationenwechsel fortgeführt werden können. Die Bündnispartner appellieren deshalb an Unternehmer, sich frühzeitig mit der eigenen Nachfolge auseinanderzusetzen. Gleichzeitig sollten die vorhandenen Beratungsangebote stärker genutzt werden. Unterstützung bietet dabei ein regionales Beratungsnetzwerk aus Kammern, Verbänden und Banken, das bei Fragen rund um Gründung, Übergabe und Finanzierung zur Verfügung steht.

Gemeinsam widerstandsfähiger durch den Wandel 

Dem Bündnis für Arbeit und Ausbildung des Lahn-Dill-Kreises gehören an: der Landrat des Lahn-Dill Kreises, die Wirtschaftsförderung des Kreises, die Stadt Wetzlar, der DGB Mittelhessen, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), die Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill, die Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill, das Kommunale Jobcenter Lahn-Dill sowie die Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar.