Der tägliche Weg zum Arbeitsplatz führt für viele Arbeitnehmer aus dem Lahn-Dill-Kreis über die Kreisgrenze hinaus. Gleichzeitig pendeln viele Beschäftigte aus benachbarten Landkreisen zu den Unternehmen rund um Wetzlar und Dillenburg ein.
Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der Wetzlarer Arbeitsagentur hervor. Demnach ist die Zahl der Auspendler zum 30. Juni letzten Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 1.131 Personen gestiegen. Zeitgleich nahm die Zahl der Einpendler um 11 Arbeitnehmer ab. Im Vergleich zu anderen Landkreisen sei die Auspendlerquote an Lahn und Dill trotz des leichten Anstiegs nach wie vor nicht hoch, heißt es bei der Arbeitsagentur weiter.
Während im benachbarten Limburg-Weilburg fast jeder zweite Arbeitnehmer über die Kreisgrenze hinaus auspendle, liege die Auspendlerquote an Lahn und Dill bei 32,8 Prozent. Auf Kreisebene standen den 33.230 Auspend-lern 27.801 Einpendler gegenüber.
Verglichen mit anderen Landkreisen in ähnlicher Nähe zum Rhein-Main-Gebiet falle das negative Pendlersaldo mit 5.429 Personen dennoch moderat aus. Zur Jahresmitte wies die Statistik 67.972 Arbeitnehmer aus, die sowohl im Kreisgebiet arbeiten, als auch wohnen. Das waren 1.287 weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt seien zum Stichtag im Lahn-Dill-Kreis 95.773 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze besetzt gewesen – 1.333 oder 1,4 Prozent weniger, als im Juni 2024.
Gießen bleibt wichtigstes Pendlerziel
Das beliebteste Pendlerziel für Arbeitskräfte aus dem Lahn-Dill-Kreis ist der Landkreis Gießen. Hier finden 11.296 Auspendler ihren Arbeitsplatz. Von besonderer Bedeutung sei dabei die Kreisstadt mit ihrer Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten für Verwaltungs-, Medizin- und Dienstleistungsfachkräfte. Auf den Plätzen folgen Siegen-Wittgenstein (2.802), Frankfurt (2.778) und Marburg-Biedenkopf (2.477).
Mehr als ein Viertel der Arbeitsplätze an Lahn und Dill wird von Einpendlern besetzt Marginal gesunken ist im letzten Jahr die Zahl der Einpendler: 27.801 Arbeitskräfte, die nicht im Lahn-Dill-Kreis wohnen, kommen zur Arbeit hierher. Das sind 29,0 Prozent aller im Kreis beschäftigten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die meisten Einpendler kommen aus den Landkreisen Gießen (7.444), Siegen-Wittgenstein (3.774). und Marburg-Biedenkopf (3.481).
Blick in die Kommunen
Auch zwischen den Kommunen gibt es einen regen Austausch von Arbeitnehmern. Von den inzwischen 101.160 im Kreisgebiet wohnenden Beschäftigten, arbeiteten im letzten Jahr 73.660 außerhalb ihrer Wohngemeinde. Legt man den Fokus auf die Stadt- und Gemeindegrenzen, weisen nur Wetzlar, Dillenburg, Herborn, Haiger sowie inzwischen auch Lahnau positive Pendlersalden aus.
In allen anderen Kreisgemeinden überwiegt die Zahl der Auspendler. Die höchsten Auspendlerquoten verbuchen Siegbach (94,9 Prozent), Bischoffen (92,0 Prozent), Schöffengrund (88,2 Prozent) sowie Waldsolms (87,8 Prozent).
Die Gründe für die hohe Auspendelbereitschaft sind Angaben von Jessica Crone, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur, unterschiedlich: „Hier spielen neben der Gewerbedichte auch das angebotene Berufsspektrum, Gemeindegrößen, deren Lage und Ver-kehrsanbindungen, die Wohnqualität, das Lohngefüge, die Infrastruktur eine entscheidende Rolle.“
Die stellvertretende Agenturchefin warnt davor, von einer hohen Auspendlerquote auf die Wirtschaftskraft einer Gemeinde zu schließen. Für eine qualitative Beurteilung müssten auch die Einpendlerquote, die Zahl der an ihrem Wohnort Beschäftigten sowie weitere Kriterien herangezogen werden.
Hintergrundinformation:
Die Daten Pendler für den Lahn-Dill-Kreis und die Gemeinden stehen aktuell zum Stichtag 30.06.2025 zur Verfügung.