Arbeitsmarkt stabiler als erwartet

Zum Jahresende zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Region stabiler als saisonal erwartet. Die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Menschen sank um 16 Personen im Vergleich zum Vormonat. Gleichzeitig zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin belastbar: Die Beschäftigung nahm um 49 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zu, auch wenn sich die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen im Jahresverlauf spürbar abgekühlt hat.

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 1

Rückblick auf das Arbeitsmarktjahr 2025

Das Jahr 2025 stellte den regionalen Arbeitsmarkt erneut vor besondere Herausforderungen. Die wirtschaftliche Entwicklung war von Zurückhaltung geprägt – insbesondere in jenen Branchen, die stark von Investitionen, Exporten und grenzüberschreitenden Verflechtungen abhängen. Viele Unternehmen reagierten auf die unsicheren Rahmenbedingungen mit vorsichtigen Personalentscheidungen. Während sich Teile des Dienstleistungssektors vergleichsweise stabil zeigten, standen andere Wirtschaftsbereiche unter erhöhtem Anpassungsdruck.

„Insbesondere das produzierende Gewerbe und industrienahe Bereiche haben die schwache Konjunktur und die zurückhaltende Nachfrage deutlich gespürt“, erklärt Jennifer Schmucker, Leiterin der Agentur für Arbeit Lörrach. Viele Betriebe reagierten mit Kurzarbeit, Einstellungsstopps oder einer sehr vorsichtigen Personalplanung. Gleichzeitig blieb der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in spezialisierten Tätigkeiten bestehen.

Über weite Strecken des Jahres blieb die Beschäftigung stabil, allerdings nahm die Bewegung am Arbeitsmarkt ab. Weniger Stellenmeldungen, längere Suchzeiten und eine zurückhaltende Wechselbereitschaft prägten das Bild. „Besonders für Menschen ohne Qualifikation oder mit eingeschränkter regionaler Mobilität gestaltete sich der Einstieg in Beschäftigung schwieriger.“, erklärt Schmucker.

 

Entwicklung im Dezember

Im Dezember waren 11.437 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 16 Personen weniger als im November. 

„Entgegen der üblichen saisonalen Entwicklung ist die Arbeitslosigkeit im Dezember leicht zurückgegangen. Unser regionaler Arbeitsmarkt zeigt sich damit zum Jahresende stabiler als erwartet“, so Schmucker. „Daraus leite ich aber noch keine nachhaltige Entspannung für die kommenden Monate ab, diese Entwicklung ist eher Ausdruck der verhaltenen Bewegung und der abgeschwächten saisonalen Dynamik am Arbeitsmarkt.“

 

Ausblick auf 2026: 

Stärken gezielt nutzen - Qualifizierung rückt in den Fokus

Trotz der angespannten Lage zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt insgesamt stabil. Die Betriebe setzen weiterhin auf ihre eingearbeiteten Fachkräfte und vermeiden, soweit möglich, Personalabbau. „Die Unternehmen denken langfristig“, betont Schmucker. „Sie wissen, dass qualifizierte Mitarbeitende ein entscheidender Standortfaktor sind. Für das Jahr 2026 wird es entscheidend sein, Beschäftigte gezielt weiter zu qualifizieren und Menschen ohne Berufsabschluss stärker zu unterstützen“, betont Schmucker. 

Der Strukturwandel betrifft nicht alle Branchen gleichermaßen – umso wichtiger ist es, Übergänge zwischen Bereichen zu erleichtern und Fachkräftepotenziale in der Region zu sichern.

„Unsere Aufgabe wird es sein, regionale Stärken zu nutzen und Beschäftigung auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu stabilisieren.“

 

Arbeitslosenquote bleibt unverändert

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Lörrach bleibt bei 5,1Prozent. Im Landkreis Lörrach liegt der Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen bei 5,2 Prozent, im Landkreis Waldshut bei 4,8 Prozent.

 

Weniger Menschen sind arbeitslos

Im Dezember wurden in den Landkreisen Lörrach und Waldshut 11.437 Arbeitslose gezählt (minus 16). Im Landkreis Lörrach nahm die Arbeitslosigkeit um 48 auf 6.876 ab und im Landkreis Waldshut um 32 auf 4.561 zu. 

 

Weiterhin Dynamik bei den Zu- und Abgängen

2.112 Personen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos. Davon kamen 899 Personen direkt aus Beschäftigung. Gleichzeitig beendeten 2.134 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 644 Personen eine Beschäftigung auf.

 

Fachkräftenachfrage bleibt hoch

Dem Arbeitgeberservice wurden im Dezember 581 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet. Das sind 95 mehr als vor einem Monat und 44 weniger als vor einem Jahr.

Der Stellenbestand ist gegenüber dem Vormonat um 4 gesunken und liegt nun bei 2.577.