Sommerzeit und Konjunktur bremsen aus
Zitat:Jutta Hünenberger, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Lörrach erklärt die aktuelle Lage: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Juli grundsätzlich keine Überraschung. In den Sommermonaten melden sich regelmäßig viele junge Menschen arbeitslos, weil sie ihre Schul- oder Berufsausbildung beendet haben und noch auf den Beginn einer Ausbildung, eines Studiums oder einer Beschäftigung warten.“
Auch die anhaltende wirtschaftliche Schwäche belastet den Arbeitsmarkt weiterhin. Viele Unternehmen agieren mit Neueinstellungen sehr zurückhaltend und verschieben Personalentscheidungen auf die Zeit nach den Ferien. Dadurch fällt der saisonale Anstieg stärker aus als üblich. Das zeigt sich auch auf dem Stellenmarkt. Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen bleibt auf sehr niedrigem Niveau und schwächt die Dynamik ab.
Endspurt für Ausbildungssuchende – Aussichten sind gut
Für Jugendliche, die zum Ausbildungsstart im Herbst noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, bestehen auch jetzt noch gute Möglichkeiten. Aktuell sind noch 662 Ausbildungsstellen unbesetzt.
Zitat:„Wer noch keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, sollte die verbleibenden Wochen jetzt aktiv nutzen. Viele Betriebe suchen noch engagierte Nachwuchskräfte. Unsere Berufsberatung unterstützt bei der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle und begleitet junge Menschen auf dem Weg in den Beruf“, so Hünenberger.
Arbeitslosenquote steigt
Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Lörrach steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. Im Landkreis Lörrach liegt der Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen bei 5,6 Prozent, im Landkreis Waldshut bei 4,9 Prozent.
Mehr Arbeitslosigkeit in beiden Landkreisen
Im Juli wurden in den Landkreisen Lörrach und Waldshut 12.051 Arbeitslose gezählt. Im Landkreis Lörrach nahm die Arbeitslosigkeit um 200 Personen (plus 2,8 Prozent), im Landkreis Waldshut um 32 Personen (plus 0,7 Prozent) zu.
Bewegung am Arbeitsmarkt
Im Juli meldeten sich 2.398 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 966 davon direkt aus einer vorherigen Beschäftigung. Gleichzeitig konnten 2.177 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden – 775 von ihnen fanden eine neue Anstellung.
Stellenmeldungen verhalten
Die Zahl der neu gemeldeten Stellen nahm im Vergleich zum Juni um 26,7 Prozent ab– das entspricht 152 weniger Stellenangeboten. Der Gesamtbestand liegt aktuell bei 2.312 offenen Stellen.