Wanderausstellung „Familiärer Darmkrebs“

Bis 23. Juni ist die von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und der Stiftung LebensBlicke initiierte Ausstellung im Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen zu sehen.

05.06.2026 | Presseinfo Nr. 18

Im Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen wurde am 28. Mai die Wanderausstellung „Familiärer Darmkrebs: Früh informiert – besser geschützt.“ eröffnet. Bis 23. Juni 2026 ist diese von Montag bis Freitag zwischen 8 und 12 Uhr in der Berliner Straße 23a in Raum B14 zugänglich. Die Ausstellung wurde von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und der Stiftung LebensBlicke initiiert. 

Mit rund 55.000 Neuerkrankungen jährlich zählt Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Etwa 30 Prozent der Fälle gehen auf eine familiäre oder erblich bedingte Vorbelastung zurück – eine Tatsache, die vielen Betroffenen und Angehörigen nicht bewusst ist. Die Ausstellung setzt genau hier an: Sie ermutigt dazu, offen über Darmkrebs in der Familie zu sprechen, damit Familienmitglieder ihr persönliches Risiko erkennen und Vorsorge treffen können. Denn die steigenden Erkrankungszahlen auch bei jüngeren Menschen machen deutlich, dass das familiäre Risiko stärker ins Blickfeld gerückt werden muss.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen lebensgroße Figuren einer fiktiven, aber typischen Familie mit Darmkrebsschicksal. Anhand ihrer Geschichten wird gezeigt, wie belastend der frühe Verlust eines Familienmitglieds sein kann und welche Rolle ein offener Umgang mit der Erkrankung spielt. Roll-Ups sowie per QR-Code abrufbare Interviews mit Fachleuten und Betroffenen ergänzen die Ausstellung um persönliche Perspektiven und vertiefende Informationen. 

Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, dessen Stiftung LebensBlicke sich seit 1998 bundesweit für die Darmkrebsvorsorge einsetzt, betonte bei der Eröffnung das enorme Präventionspotenzial, das gezielte Aufklärung und frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen enthalte. Viele Krebsfälle ließen sich verhindern, wenn Menschen mit familiärem Risiko frühzeitig erreicht würden. Neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen spielt auch der Lebensstil eine entscheidende Rolle: Ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, die Vermeidung von Übergewicht sowie der Verzicht auf Tabak und Alkohol zählen zu den wirksamsten Schutzfaktoren.

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für die Darmkrebsvorsorge für Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr. Obwohl die Heilungschancen bei frühzeitiger Erkennung in der Regel gut sind, ist die Inanspruchnahme der Vorsorgeangebote in den vergangenen Jahren rückläufig. Bei Auffälligkeiten, Beschwerden oder familiärer Vorbelastung kann eine Darmspiegelung auch vor dem 50. Geburtstag durchgeführt werden.

Die Wanderausstellung wird finanziell gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit Rheinland-Pfalz sowie die Barmer. Sie kann von Institutionen in Rheinland-Pfalz bei der LZG kostenlos ausgeliehen werden.