Zu einem Workshop zum Thema: „Zwischen Familie und Beruf – Mein persönlicher Weg durch den Alltag“ begrüßten heute die Beauftragten für Chancengleichheit des Jobcenters und der Arbeitsagentur in Mainz rund 40 Frauen aus Anlass des heutigen EqualPayDay.
Stefanie Boos, die Trainerin, lud die Frauen dazu ein, über den Wert Ihrer Care-Arbeit und ihren ganz persönlichen Weg zwischen Arbeit und Familien zu reflektieren.
Mit einem sehr eindrücklichen Hinweis machte sie die Teilnehmerinnen gleich zu Beginn auf die in der Gesellschaft weitgehend fehlende oder gar unsichtbare Wertschätzung dieser Leistung aufmerksam: Die sogenannte Motherhood-Lifetime-Penalty beschreibt die Einkommenslücke zwischen kinderlosen Lebensläufen und Erziehenden in einer Längsschnittbetrach-tung. Sie weist aus, dass Frauen mit bereits einem Kind im Laufe ihrer Berufstätigkeit bis zum Rentenalter rund 40% weniger verdienen als ihre Männer; bei drei Kindern sind es sogar 70%.
Boos verdeutliche darüber hinaus die Wertschöpfung, die durch Care-Arbeit eigentlich vorliegt. Rund 72 Milliarden Stunden arbeiten Frauen in Deutschland jährlich quasi unsichtbar und würden diese bezahlt werden, käme eine Summe von 825 Milliarden Euro zusammen.
Doch das Klarwerden über die Vielfalt an Aufgaben, die man als „Familienmanagerin“ bewältigt, ist die eine Sache.
Viel wichtiger war es heute, sich der Talente und Kompetenzen klarzuwerden, die dadurch erwachsen und die in der Familienzeit auch neu erlernt werden.
Im Rahmen einer Einzelarbeit sollten die Frauen ganz explizit Ihre persönlichen Skills benennen. Heraus kamen Begriffe wie Organisationstalent, Kreativität, Resilienz, Kapazitätsmanagement, Konfliktlösung uvm.; Stärken, die im beruflichen Umfeld einen wertvollen Mitarbeitenden ausmachen.
Sich dieser Vielfalt bewusst zu werden, war ein Ziel des heutigen Workshops. Und dass es erlaubt ist, mit diesen Eigenschaften in einem Vor-stellungsgespräch oder auch einer Gehaltsverhandlung selbstbewusst zu punkten. Was aber natürlich Übung braucht, die man in Coachings oder speziellen Trainings auch erlernen kann. Ebenso wichtig: das gegenseitige Empowern von Frauen, mit dem man einander ganz wertvolle Wertschätzung und Motivation geben kann.
Die Reflexion am Ende des Workshops diente schließlich den Fragen, welches Rollenverständnis ich über mich selbst oder das Muttersein habe oder vielleicht auch ablegen möchte? Und dass ich neue Glaubenssätze haben darf, die da lauten: ich muss das nicht alleine schaffen, ich muss nicht perfekt sein und vor allem aber: Ich darf selbst bestimmen, was mich erfüllt und glücklich macht!