Eine ganz leichte Frühjahrsbelebung zeigte sich am Arbeitsmarkt im März in Rheinhessen. Insgesamt wurden weniger Arbeitslose im Vergleich zum Vormonat gezählt und auch die Arbeitslosenquote sank auf 5,9 Prozent.
„Damit konnte der Aufwärtstrend der Zahlen im zweiten Monat in Folge gestoppt werden,“ so Heike Strack, Chefin der Mainzer Arbeitsagentur, „doch die Zugänge aus der Erwerbstätigkeit sind – im Vergleich zu den Vorjahren - immer noch ungewöhnlich hoch. Von einem echten Schwung, wie er zu dieser Jahreszeit üblich ist, sind wir leider weit entfernt.“ Der Rückgang der Zahlen betrifft alle Personengruppen und ist auch in beiden Rechtskreisen sichtbar.
Die Stellenmeldungen haben im März erfreulicherweise ebenfalls leicht zugelegt, bleiben jedoch dennoch hinter den Werten des Vorjahres zurück. Angebote kamen vor allem aus dem Dienstleistungsbereich, dem Gesundheitswesen und dem öffentlichen Sektor. „Die derzeitigen weltpolitischen Unsicherheiten und die aktuellen Preisentwicklungen angesichts der Nahost-Krise verunsichern viele Unternehmen und führen zur Zurückhaltung bei Neueinstellungen“ erläutert Strack.
Beunruhigt über das Weltgeschehen aber auch über die Veränderungen in der Berufswelt sind besonders junge Menschen, wie die gerade veröffentlichte neunte Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026 - Zukunft unter Druck" zeigt.
Der Studie zufolge wächst gerade in unsicheren Zeiten wieder das Interesse an dualen Ausbildungen als gleichwertige Alternative zu einem Studium.
Die Agenturchefin möchte junge Menschen zur Zuversicht ermuntern. Auch wenn insbesondere Studien-Absolvent:innen aktuell deutlich länger brauchen, um einen Berufseinstieg zu erlangen, so ist eine solide Qualifizierung in Form einer dualen Ausbildung oder eines Studiums noch immer der Schlüssel zur Aufnahme in den Arbeitsmarkt, auch wenn die
Einmündung vielleicht von der ursprünglichen Richtung abweicht.
Wer noch am Anfang seiner Berufswahl steht, sollte sich auf jeden Fall gut informieren und vorbereiten. Um zu vermeiden, dass man beispielsweise in ein Studium „stolpert“, welches am Ende doch nicht passt, helfen z.B. studienfeldbezogene Beratungstest. Und die Berufsberater: innen weisen zukunftsfähige Wege, kennen auch Alternativen und haben einen aktuellen Blick auf Entwicklungen.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im März waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 26.440 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 241 mehr als im Vormonat und 279 mehr als im Vorjahr.
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz im März 2026 gesunken. 21.931 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 286 Personen weniger (-1 Prozent) als im Februar, aber 833 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,9 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem
Jahr lag sie bei 5,7 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.816 Personen (240 Personen weniger als im Vormonat, aber 1.022 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 13.115 Arbeitslose registriert (46 Personen weniger als im Vormonat und 189 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 60 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.134 Stellen wurden im März neu gemeldet (30 mehr als im Vormonat, aber 74 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche,
wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 5.320 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten in Rheinhessen kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen: Im Gesamtbezirk sank die Arbeitslosenquote auf 5,9 Prozent. im Landkreis Mainz-Bingen blieb sie bei 5,1 Prozent, in der Stadt Worms stieg sie von 9,3 auf 9,4 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms sank sie von 5,1 auf 5,0 Prozent und in der Stadt Mainz von 6,0
auf 5,9 Prozent.