Mit leicht gestiegenen Arbeitslosenzahlen verabschiedet sich das Jahr 2025 am rheinhessischen Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 5,6 Prozent.
Im Dezember ist ein Anstieg der Zahlen durchaus eine saisonübliche Entwicklung; viele wetterabhängige Beschäftigungen sind hier beispielsweise betroffen. In diesem Jahr ist die Entwicklung innerhalb von Rheinhessen dementsprechend unterschiedlich; während sich in der Landeshauptstadt die Arbeitslosenzahl sogar verringerte, stiegen die Werte in den Landkreisen und in Worms an.
Die Gesamtentwicklung im Jahresverlauf spiegelt jedoch die konjunkturelle Schwächephase wider: „Der Dezember zeigt uns, was wir bereits im Jahresverlauf in den Bewegungsdaten beobachten konnten,“ erläutert Heike Strack, die Chefin der Mainzer Arbeitsagentur. „Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit bleiben konstant hoch und gleichzeitig wird der Sprung ins Berufsleben zurück immer schwieriger.“ Damit zusammenhängend ist auch die Zahl der lang-zeitarbeitslosen Menschen um fast 350 oder 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Dennoch zeigen sich die Beschäftigungszahlen in Rheinhessen - gerade im Vergleich mit anderen rheinland-pfälzischen Regionen – noch recht robust.
Sorgenvoll war im Jahr 2025 der Blick erstmals auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit akademisch gebildeter Bewerberinnen und Bewerber. Trotz anhaltender Fachkräftediskussion wird es insbesondere für Absolventinnen und Absolventen in zahlreichen Branchen immer schwieriger - oder zumindest zeitlich langwieriger - den Berufseinstieg zu schaffen. Lag der Anteil an Arbeitslosen mit akademischer Ausbildung im Januar 2025 noch bei 13,2 Prozent , so ist er nun mehr im Jahresverlauf auf 14,6 Prozent gestiegen.
Bei allen eher betrüblichen Entwicklungen ist es der Agenturchefin jedoch besonders wichtig, auch auf Chancen zu blicken: „Lebenslanges Lernen bleibt am Arbeitsmarkt der Zukunft unerlässlich und immer wieder stehen Menschen auch vor der Situation der beruflichen Neuorientierung. Hier bieten wir unsere Expertise an und sind in Rheinhessen auch finanziell gut aufgestellt, um notwendige Qualifizierungen oder Formen der Kenntnisanpassung zu unterstützen.“ Dieses Angebot gilt übrigens nicht nur für von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen, sondern kann, unter bestimmten Voraussetzungen, auch bei Beschäftigten greifen. Eine erste Inspiration findet man übrigens unter https://www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/erkundungstool-weiterbildung-new-plan
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Dezember waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 25.109 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 172 mehr als im November und 10 mehr als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember 2025 gestiegen. 20.879 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 154 Personen mehr (1 Prozent) als im November und 797 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,6 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,4 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.090 Personen (173 Personen mehr als im Vormonat und 959 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 12.789 Arbeitslose registriert (19 Personen weniger als im Vormonat und 162 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 61 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.142 Stellen wurden im Dezember neu gemeldet (54 mehr als im Vormonat und 35 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 5.265 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten in Rheinhessen kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen. Im Gesamtbezirk und im Landkreis Mainz-Bingen blieben die Quoten gleichbleibend bei 5,6 bzw.4,9 Prozent, in der Stadt Worms stieg die Zahl von 8,5 auf 8,7 Prozent und im Land-kreis Alzey-Worms von 4,5 auf 4,7 Prozent. In der Stadt Mainz sank die Zahl von 5,7 auf 5,6.