Der Arbeitsmarkt in Rheinhessen stagniert im April 2026 auf dem Niveau des Vormonats. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,9 Prozent. Die Entwicklung des Arbeitsmarkts verlief innerhalb Rheinhessens jedoch unterschiedlich. Während es im Landkreis Alzey-Worms und in der Stadt Worms zumindest zu einer leichten Frühjahrsbelebung kam, nahm die Arbeitslosigkeit im Landkreis Mainz-Bingen minimal und in der Stadt Mainz etwas stärker zu. In der Stadt Mainz meldeten sich verstärkt Frauen arbeitslos. Ein hoher Zugang aus der Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit war im Bereich der Büroorganisation zu verzeichnen – ein Bereich, in dem traditionell mehr Frauen arbeiten.
„Der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen hat sich zum Vormonat stärker reduziert, als dies in den letzten Jahren von März auf April der Fall war“, so Heike Strack, Chefin der Mainzer Arbeitsagentur. „Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist weiter verhalten. Die Auswirkungen des Iran-Krieges und die damit verbundene Störung der Lieferketten hinterlässt Spuren am Arbeitsmarkt.“
Erstmalig seit 2009 wird in diesem Jahr laut dem Kurzbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kein Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwartet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wird bundesweit um 30.000 auf 34,93 Millionen Personen abnehmen. Das IAB begründet dies durch die aktuell schlechte wirtschaftliche Lage und den demografischen Wandel mit einem hohen Abgang in Rente.
Die Chefin der Agentur für Arbeit Mainz erinnert aber daran, dass jede Wirtschaftskrise einen Beschäftigungsaufbau über dem Vorkrisenniveau zur Folge hatte und appelliert an die Firmen, Ausbildungsstellen zu melden und in der Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. „Das Interesse der jungen Menschen an einer dualen Ausbildung entwickelt sich positiv. Bitte denken Sie daran, uns ihre Ausbildungsstellen so frühzeitig wie möglich zu melden. Ungeachtet der aktuell allgemein schwierigen Konjunkturlage ist die Gewinnung von Nachwuchskräften existenziell für die Zukunftssicherung eines Betriebes.“
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im April bei 26.222 Personen. Sie sank gegenüber dem Vormonat März (-133 Personen bzw. -0,5 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit April 2025 (296 Personen bzw. 1,1 Prozent).
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz (Mainz, Worms, Alzey-Worms, Mainz-Bingen) im April 2026 gestiegen. 21.948 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 17 Personen mehr (0,1 Prozent) als im März und 898 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,9 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,7 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.775 Personen (41 Personen weniger als im Vormonat, aber 1.020 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 13.173 Arbeitslose registriert (58 Personen mehr als im Vormonat, aber 122 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 60 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 4.639 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.617 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 4.637 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.479 eine Erwerbstätigkeit auf.
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 950 Stellen wurden im April neu gemeldet (184 weniger als im Vormonat und 263 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 5.274 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten in Rheinhessen kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen: Im Gesamtbezirk blieb die Arbeitslosenquote bei 5,9 Prozent, im Landkreis Mainz-Bingen blieb sie bei 5,1 Prozent, in der Stadt Worms sank sie von 9 auf 9,2 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms sank sie von 5,0 auf 4,9 Prozent und in der Stadt Mainz stieg sie von 5,9 auf 6,0 Prozent.