Mit dem Start in die Sommerferien zeigte sich der Arbeitsmarkt in Rheinhessen leider nicht von seiner Sonnenseite. So ist die Arbeitslosigkeit im Juli erneut gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 5,9 Prozent.
„Wir erleben einen hohen Zugang an neuen Betroffenen, die sich aus der Erwerbstätigkeit in den Dienststellen der Agentur arbeitslos melden,“ erklärt Heike Strack, Leiterin der Mainzer Arbeitsagentur. „Unser besonderes Augenmerk liegt dabei aktuell auf der Zahl der arbeitslosen jungen Menschen unter 25 Jahren“. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe liegt über dem Vorjahresniveau. „In der Diskussion um den Mangel an Fachkräften ist dies zunächst einmal kein erfreulicher Befund“ so Strack. "Hier müssen wir in den Folgemonaten genau beobachten, ob es sich nur um kurze Zwischensequenzen auf dem Weg in einen ersten Job nach der Ausbildung bzw. den Einstieg in ein Studium oder eine Ausbildung handelt."
Erfreulicher die Zahlen im Bereich der Mitarbeitersuche: Hier wurden von den Betriebe wie der etwas mehr offene Stellen gemeldet als noch im Juni und die Zahlen liegen sogar über den Vorjahreswerten. Die meisten Nachfragen gab es im Bereich der Dienstleistungen, im Gesundheitswesen und dem öffentlichen Sektor.
Die Agenturchefin wirft dabei schon einen Blick in die nahe Zukunft: Am 30.09./1.10. werden die Agentur und die Jobcenter in Rheinhessen mit der JOBAKTIV, einer großen Jobmesse in die MEWA-Arena einladen. „Wir wollen Mut machen und Arbeitssuchende und auch Beschäftigte in der Region gleichermaßen auf die Beschäftigungs- und Entwicklungspotentiale in Mainz und Umgebung aufmerksam machen. Es tut sich noch immer viel in Rheinhessen!“.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Juli waren in Rheinhessen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur und den Jobcentern insgesamt 26.371 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 284 mehr als im Vormonat und 575 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz im Juli 2026 gestiegen. 22.091 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 611 Personen mehr (3 Prozent) als im Juni und 413 Personen bzw. 2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,9 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,8 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 9.150 Personen (457 Personen mehr als im Vormonat und 756 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechts kreis SGB II (Jobcenter) waren 12.941 Arbeitslose registriert (154 Personen mehr als im Vormonat, aber 343 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 59 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.144 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (58 mehr als im Vormonat und 59 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 4.806 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Auf den regionalen Arbeitsmärkten in Rheinhessen kam es zu ähnlichen Entwicklungen: Im Gesamtbezirk stieg die Arbeitslosenquote von 5,7 auf 5,9 Prozent, im Landkreis Mainz-Bingen von 5,1 auf 5,2 Prozent, in der Stadt Worms stieg sie von 8,7 auf 8,8 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,8 auf 5,0 Prozent und in der Stadt Mainz von 5,8 auf 6,0 Prozent.