Motiviert, engagiert und zeitreduziert in die Ausbildung

Fachkräftegewinnung durch Teilzeitberufsausbildung – Info-Frühstück des Netzwerkes Teilzeitberufsausbildung im Kreis Soest stieg auf großes Interesse

17.03.2026 | Presseinfo Nr. 17

Im Kreis Soest hat sich ein Netzwerk gegründet, mit dem Ziel, die Bekanntheit der Teilzeitform der dualen Berufsausbildung zu steigern, mögliche Hürden im Vorfeld zu erkennen und Lösungen zu finden sowie einen Beitrag dazu leisten, dass die Teilzeitberufsausbildung als eine selbstverständliche Möglichkeit von Bewerbern und Bewerberinnen gesehen wird, einen Berufsabschluss zu erlangen und von Unternehmen genutzt wird, um Fachkräfte zu gewinnen.  Das Bündnis ist geleitet von dem gemeinsamen Anliegen, die Teilzeitberufsausbildung bekannter, attraktiver und selbstverständlicher werden zu lassen und orientiert sich an dem Aktionsplan zur Teilzeitberufsausbildung, der vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen worden ist.  

Der Einladung des regionalen Bündnisses zu einem Info-Frühstück in die Räumlichkeiten der Fa. Kverneland GmbH in Soest am 26.02.26 folgten nahezu 80 Interessierte u.a. aus den Bereichen Bildung, Beratung, Migrationsdienst, Wirtschaftsförderung, Unternehmen etc. 

In seinem Impuls wies Dr. Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte ausdrücklich auf die demografische Entwicklung in unserer Region hin und erläutere, dass zur Deckung des Fachkräftebedarfs zusätzliche Potentiale gehoben werden müssen. 

Ein anerkannter Berufsabschluss ist entscheidend für einen erfolgreichen Berufseinstieg und die damit verbundene berufliche Weiterentwicklung. Vielen bleibt der Weg dorthin aber – möglicherweise zunächst -   verschlossen. Ihre Lebensläufe sind vielfältig und weisen mitunter Brüche auf, z. B. wenn junge Menschen früh eine Familie gründen, Angehörige pflegen oder individuelle Lebensumstände wie Flucht und Migration, Krankheit oder auch andere Interessen eine Rolle spielen. Die Menschen dahinter überzeugen häufig mit Vielseitigkeit, Talent, Motivation und Engagement. Auf der anderen Seite ruft der Arbeitsmarkt nach Fachkräften. Arbeitsstellen können nicht besetzt werden, Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt. Da kann eine Teilzeitberufsausbildung die geeignete Ausbildungsform darstellen, um weitere Potenziale zu entwickeln und ihnen Perspektiven zu eröffnen“, so Cornelia Homfeldt, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Meschede-Soest.   

Nach einem Input zu Zahlen, Daten und Fakten der Teilzeitberufsausbildung durch Cornelia Homfeldt von der Agentur für Arbeit Meschede-Soest und Anna Dedic vom Jobcenter AHA Kreis Soest sowie Pamela Marquas von der G.I.B. (Gestaltung, Innovation und Beratung in der Arbeits- und Sozialpolitik GmbH) stellte Elena Dentzel von der Caritas das Projekt Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen vor.    

Die anschließende Podiumsdiskussion zur Praxistauglichkeit der Teilzeitberufsausbildung wurde durch Ludmilla Moorland, die just ihre Ausbildung in Teilzeit mit einem hervorragenden Abschluss bei der Bäckerei Niehaves absolviert hat und sich nun stolz Gesellin nennen kann sowie Anna Schwede und Nadezda Bullak, Teilzeitauszubildende in der Pflege, bereichert. Ebenso leidenschaftlich und voller Engagement schilderten alle drei Teilzeitauszubildende ihre Erfahrungen während der Teilzeitausbildung. Schnell wurde deutlich, dass Herzblut, Motivation und Freude an der Ausbildung die eingeschränkte Zeitressource wettmachen und somit beide Seiten – Auszubildende und Unternehmen entsprechend nur profitieren können. Dies wurde auch von Paulina Kowalik, HR-Managerin Bäckerei Niehaves und Edis Ahmetspahic, Leitung Gesundheitsakademie SMMP Geseke, bestätigt. Sebastian Rocholl von der IHK Arnsberg Hellweg Hochsauerland und Kevin Güner, Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe brachten ihre Erfahrungen aus der Ausbildungsberatung ein und belebten die Diskussion durch praktische Beispiele, gaben Tipps, die zum Gelingen einer Teilzeitausbildung beitragen, wiesen aber auch auf die entsprechenden Hürden hin.  

Zum Ende der Veranstaltung waren sich alle einig, dass mit der Veranstaltung ein guter Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt worden ist, um Ausbildungswilligen eine gute Perspektive zu bieten und  für die Wirtschaft die dringend benötigten Fachkräfte zu sichern.