Die Einkommen von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest sind 2025 gestiegen.
Das Medianentgelt erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr in beiden Kreisen um rund 170 Euro beziehungsweise 4,5 Prozent. Es bezeichnet das mittlere Einkommen aller Beschäftigten. Damit lag das mittlere Bruttomonatsentgelt im Hochsauerlandkreis bei 4.015 Euro und im Kreis Soest bei 4.025 Euro. Hauptgrund für den spürbaren Einkommenszuwachs sind die gestiegenen Tarifabschlüsse.
Trotz des erfreulichen Anstiegs liegen beide Kreise weiterhin rund fünf Prozent unter dem Landesmedian in Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Entwicklung nahezu alle Beschäftigtengruppen erfasst.
Qualifikation zahlt sich aus
Besonders deutlich wird der Zusammenhang zwischen Ausbildung und Einkommen. Beschäftigte mit anerkanntem Berufsabschluss erzielten ein Medianentgelt von 4.014 Euro im Hochsauerlandkreis und 3.976 Euro im Kreis Soest. Akademikerinnen und Akademiker gehörten erneut zu den Spitzenverdienern: Im Kreis Soest lag ihr Medianentgelt bei 6.393 Euro und damit sogar über dem NRW-Durchschnitt von 6.054 Euro. Im Hochsauerlandkreis betrug es 5.610 Euro. Beschäftigte ohne Berufsabschluss kamen auf 3.310 Euro im Hochsauerlandkreis beziehungsweise 3.054 Euro im Kreis Soest.
Berufserfahrung spiegelt sich im Einkommen wider
Auch das Lebensalter wirkt sich positiv auf die Verdienstmöglichkeiten aus. Während Beschäftigte unter 25 Jahren im Hochsauerlandkreis im Median 3.298 Euro und im Kreis Soest 3.169 Euro verdienten, stieg das Einkommen bei den 25- bis unter 55-Jährigen auf 4.052 Euro beziehungsweise 4.079 Euro. Beschäftigte ab 55 Jahren erreichten mit 4.155 Euro im Hochsauerlandkreis und 4.130 Euro im Kreis Soest die höchsten Medianentgelte.
Gender-Pay-Gap bleibt Herausforderung
Weiterhin bestehen Unterschiede zwischen den Einkommen von Frauen und Männern. Im Hochsauerlandkreis lag das Medianentgelt der Männer bei 4.134 Euro, dass der Frauen bei 3.640 Euro. Die Differenz betrug 493 Euro und blieb damit nahezu unverändert. Im Kreis Soest verdienten Männer im Median 4.174 Euro, Frauen 3.656 Euro. Der Gender-Pay-Gap verringerte sich hier gegenüber dem Vorjahr um 24 Euro auf 518 Euro.
Die Einkommensunterschiede haben vielfältige Ursachen. Dazu zählen unter anderem unterschiedliche Berufswahlen und Branchenschwerpunkte sowie familienbedingte Erwerbsunterbrechungen, die insbesondere Frauen häufiger betreffen und sich auf Karriere- und Verdienstmöglichkeiten auswirken können.
Mit den aktuellen Zahlen wurde auch der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit aktualisiert. Dort können Interessierte die Verdienstmöglichkeiten in einzelnen Berufen deutschlandweit vergleichen.
Entgeltatlas mit Ergebnissen nach Berufen
Mit der Veröffentlichung der neuesten Zahlen wurde auch der Entgeltatlas der BA entsprechend aktualisiert. Dort können die Entgelte für alle Berufe zeitnah abgerufen werden.
Link: arbeitsagentur/entgeltatlas
Ausführliche Informationen zu den Bruttoarbeitsentgelten finden Sie hier: statistik/arbeitsagentur/beschaeftigung/entgelt
Methodische Hinweise
Die Statistik der BA weist Medianentgelte und keine „Durchschnittsgehälter“ im engeren Sinne aus. Zudem werden nur Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt. Die Daten basieren auf der Meldung der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Da Löhne und Gehälter nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gemeldet werden, die im vergangenen Jahr bei 8.050 Euro lag, ist nicht für alle Beschäftigten bekannt, wie hoch das tatsächlich erzielte Entgelt war. Die Statistik der BA weist deswegen das Medianentgelt aus, das heißt, die eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt, das unter diesem Medianentgelt liegt, die andere Hälfte liegt darüber. Die BA erhebt die Entgelte immer zum Stichtag 31. Dezember für alle Vollzeitbeschäftigten.