Um die Chancen in der Krise zu nutzen, kommt der beruflichen Qualifizierung eine Schlüsselrolle zu. Sie ist entscheidend für die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Schon heute ist der Fachkräftebedarf ohne Migration nicht zu decken – sie bleibt eine tragende Säule für die Stabilität unseres Arbeitsmarktes“, so Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit
Im Jahr 2025 waren durchschnittlich 18.978 Menschen arbeitslos. Das waren 771 Personen oder 4,2 Prozent mehr als im Jahr 2024.
Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Kreis Mettmann ist von 6,9 Prozent im Jahr 2024 auf aktuell 7,2 Prozent gestiegen.
Von allen Arbeitslosen sind im Jahresdurchschnitt 7.277 Personen ein Jahr oder länger arbeitslos, das sind 526 Personen oder 7,8 Prozent mehr als im Jahr 2024.
Beschäftigungsentwicklung
Durch einen Meldefehler eines größeren Unternehmens war die Zahl der Beschäftigten vom II. bis zum IV. Quartal 2024 um ca. 3.600 Beschäftigte überzeichnet. Ohne diese Fehlbuchung waren im Kreis Mettmann im Juni 2025 insgesamt 197.349 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das waren 1.925 Beschäftigte oder 0,97 Prozent weniger als im Juni 2024. Die Beschäftigung liegt trotz der globalen Herausforderungen auf hohem Niveau.
Entwicklung der Arbeitsstellen
Im Jahr 2025 wurden 6.889 Stellen neu gemeldet, das waren 1.261 Stellen oder 15.5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Bestand an freien Arbeitsstellen lag im Jahresdurchschnitt bei 2.701 Stellen, das waren 474 Stellen weniger (-14,9 Prozent) als im Jahr 2024.
Von den 2.701 gemeldeten Stellen:
waren 2.496 Stellen (92,4 Prozent) unbefristet
waren 447 Stellen (16,5 Prozent) Teilzeitstellen
wurde bei 1.602 Stellen (59,3 Prozent) eine Fachkraft gesucht, bei 630 Stellen (23,3 Prozent) ein Experte oder Spezialist und bei 470 Stellen (17,4 Prozent) ein Helfer.
Lebensunterhalt sicherstellen
Die berufliche Qualifikation, gepaart mit einer am Bedarf ausgerichteten Vermittlung, ist weiterhin der zentrale Schlüssel für eine Integration in Arbeit. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass Erwerbstätigkeit nicht in allen Fällen ausreicht, um den Leistungsbezug zu beenden: Über 20 Prozent der Bürgergeldempfängerinnen und
-empfänger waren trotz Erwerbstätigkeit weiterhin auf Leistungen des jobcenter ME-aktiv angewiesen. Dies macht deutlich, wie wichtig eine dauerhafte Begleitung vor und auch nach Aufnahme einer Beschäftigung sein kann.
„Gute Vermittlung bedeutet für uns, Menschen nicht nur in Arbeit zu bringen, sondern ihnen bei Bedarf auch weiterhin zur Seite zu stehen. Dass ein Teil unserer Kundinnen und Kunden trotz Erwerbstätigkeit weiterhin auf Bürgergeld angewiesen ist, zeigt wie wichtig es ist gemeinsam mit allen Akteuren aktiv zu bleiben um eine existenzsichernde Beschäftigung zu erzielen. Mit digitalen Angeboten verbessern wir außerdem unsere Erreichbarkeit und unterstützen Arbeitssuchende sowie Arbeitgebende noch kundenfreundlicher“ sagt Bernd Lohmüller, Geschäftsführer des jobcenter ME-aktiv.
Dementsprechend begegnet das jobcenter ME-aktiv den Herausforderungen des Arbeitsmarktes und setzt gezielt durch spezialisierte Teams auf individuelle Beratung und Unterstützung, um Bürgerinnen und Bürger erfolgreich und langfristig in Beschäftigung zu bringen.
Gleichzeitig setzt das Jobcenter auf eine enge Zusammenarbeit mit u.a. Trägern, um dadurch geeignete Qualifizierungsangebote zu schaffen.
Der Ausbau digitaler Angebote soll weiter vorangebracht werden. Effiziente digitale Prozesse ermöglichen mehr Flexibilität, verkürzen Kommunikationswege und unterstützen eine moderne, zielgerichtete Vermittlungsarbeit.
Migration unterstützt die Fachkräftesicherung
Die Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Kreis Mettmann. Im Juni 2025 waren 4.522 Menschen aus den acht Haupt-Asylherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) sozialversicherungspflichtig beschäftigt, von denen 63 Prozent höherqualifiziert arbeiteten – darunter 51 Prozent als Fachkräfte, sechs Prozent als Spezialisten und sechs Prozent als Experten. Arbeitslos waren im Jahr 2025 insgesamt 1.757 Personen aus diesen Ländern.
Unter den Geflüchteten aus der Ukraine hatten im Juni 2025 insgesamt bereits 1.465 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 61 Prozent davon in höherqualifizierten Tätigkeiten (42 Prozent als Fachkräfte, acht Prozent als Spezialisten und elf Prozent als Experten). Arbeitslos waren 934 Menschen aus der Ukraine.
Insgesamt arbeiteten im Juni 2025 im Kreis Mettmann 67 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen mit ausländischem Pass in höherqualifizierten Berufen.
Migration ist somit ein zentraler Baustein, um die Fachkräftelücke zu schließen, denn der Bedarf der Wirtschaft an qualifizierten Arbeitskräften ist ohne Zuwanderung schon heute nicht mehr zu decken. Die zunehmende Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt trägt spürbar zur Stabilität und Sicherung des Fachkräftebedarfs bei. Auch sie arbeiten überwiegend in höherqualifizierten Jobs.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen
Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit und die Jahresdurchschnittswerte der Arbeitslosenquoten entwickelten sich in den Regionen wie folgt:
Agentur für Arbeit Hilden (Gemeinden Haan und Hilden)
Im Bereich der Agentur für Arbeit Hilden waren im Jahr 2025 durchschnittlich 3.042 Menschen arbeitslos, das waren zwölf mehr als im Jahr 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote blieb wie im Jahr 2024 unverändert bei 6,5 Prozent auch im Jahr 2025.
Agentur für Arbeit Langenfeld (Gemeinden Langenfeld und Monheim)
Im Bereich der Agentur für Arbeit Langenfeld waren im Jahr 2025 durchschnittlich 3.892 Menschen arbeitslos, das waren 84 mehr als im Jahr 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 6,8 Prozent im Jahr 2024 auf 6,9 Prozent im Jahr 2025.
Agentur für Arbeit Mettmann (Gemeinden Mettmann und Erkrath)
Im Bereich der Agentur für Arbeit Mettmann waren im Jahr 2025 durchschnittlich 3.202 Menschen arbeitslos, das waren 160 mehr als im Jahr 2024.Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 7,0 Prozent im Jahr 2024 auf 7,3 Prozent in 2025.
Agentur für Arbeit Ratingen (Gemeinde Ratingen)
Im Bereich der Agentur für Arbeit Ratingen waren im Jahr 2025 durchschnittlich 3.399 Menschen arbeitslos, das waren 123 mehr als im Jahr 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 7,0 Prozent im Jahr 2024 auf 7,2 Prozent in 2025.
Agentur für Arbeit Velbert (Gemeinden Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath)
Im Bereich der Agentur für Arbeit Velbert waren im Jahr 2025 durchschnittlich 5.443 Menschen arbeitslos, das waren 392 mehr als im Jahr 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 7,2 Prozent in 2024 auf 7,7 Prozent im Jahr 2025.