Arbeitslosigkeit sinkt erneut – Modellprojekte zur Umschulung werden 2022 fortgesetzt

Die Zahl der Arbeitslosen geht im Agenturbezirk Mönchengladbach und Rhein-Kreis Neuss auf 25.928 Frauen und Männer zurück. Die Arbeitslosenquote sinkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach auf 6,7 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit geht stärker zurück als die Arbeitslosigkeit insgesamt.

30.11.2021 | Presseinfo Nr. 41

Die Agentur für Arbeit geht in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im nächsten Jahr mit zwei Modellprojekten in eine zweite Runde, in denen Menschen auf aktuelle Bedürfnisse des Arbeitsmarktes umgeschult werden. „Wir sehen in einigen Branchen trotz anhaltender Corona-Pandemie einen steigenden Fachkräftebedarf. Daraus können sich für Menschen, die Arbeit suchen, große Chancen und neue Perspektiven ergeben. Zum einen erleben wir, dass die Jugendarbeitslosigkeit derzeit schneller wieder das vergleichsweise niedrige Vor-Corona-Niveau erreicht als die Arbeitslosigkeit insgesamt, weil die Betriebe verstärkt um ihre zukünftigen Fachkräfte werben. Und zum anderen bietet der Fachkräftebedarf für Menschen, die arbeitslos werden, neue Perspektiven, sich durch Umschulung und Weiterbildung als Fachkräfte der Zukunft qualifizieren zu lassen“, erklärt Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss. „Vor einem Jahr hatten wir erklärt, uns 2021 noch stärker für die berufliche Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern engagieren zu wollen – dieses Engagement werden wir im nächsten Jahr fortsetzen.“

Hierzu nennt Angela Schoofs zwei Beispiele: „Nachdem im August 2021 mit der Stadt Mönchengladbach die erste Umschulung zu Erzieherinnen und Erziehern gestartet werden konnte, wollen wir diesen Weg 2022 gemeinsam weitergehen. Interessierte können sich über die bezahlte Praxisintegrierte Ausbildung, kurz PiA genannt, derzeit unter anderem bei der Agentur für Arbeit informieren. Im Rhein-Kreis Neuss wiederum berät die Arbeitsagentur aktuell über die Umschulung zum Kfz-Mechatroniker. Nach dem erfolgreichen bundesweiten Pilotprojekt wollen die Partner um die Audi AG diese Umschulung mit unserer Unterstützung 2022 erneut anbieten.“

Beschrieben werden die Projekte auf der Internetseite „Weiterbildung vor Ort“ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach unter: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/moenchengladbach/weiterbildung-vor-ort/angebote-und-perspektiven. Wer über eine berufliche Weiterbildung nachdenkt und Fragen zur Realisierung hat, kann als Kunde der Agentur für Arbeit direkt seine Beratungsfachkraft ansprechen. Wer kein Kunde ist, kann Kontakt über die kostenfreie Hotline 0800 4555500 aufnehmen.  

Aktuell setzen sich auf dem Arbeitsmarkt in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss die Trends der vergangenen Monate fort. Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, fasst den November 2021 zusammen: „Die Arbeitslosigkeit geht seit Februar jeden Monat etwas weiter zurück. Im landesweiten Vergleich sank der Bestand an Arbeitslosen bei uns im November diesmal sogar überdurchschnittlich. Dass die Arbeitslosigkeit in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im November abnimmt, ist typisch für diesen Monat, in diesem Jahr jedoch fällt der Rückgang deutlicher aus als in den Vorjahren. Durch die positive Entwicklung der vergangenen Monate ist die Arbeitslosigkeit insgesamt inzwischen wieder auf dem Niveau des Spätsommers 2018 angekommen, die guten Werte von 2019 konnten – nach dem coronabedingten Anstieg im Vorjahr – jedoch noch nicht erreicht werden. Allerdings, auch hier setzte sich im November ein Trend positiv fort: Die Jugendarbeitslosigkeit ist fast wieder auf dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie angelangt. Im November 2019 waren in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss 1.846 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet, aktuell sind es 1.934 und damit lediglich 88 Personen mehr.“


Vertiefter Blick auf die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Mönchengladbach

25.928 Arbeitslose wurden im November 2021 im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach registriert. Das sind 767 Frauen und Männer weniger als im Vormonat, was einem Rückgang von 2,9 Prozent entspricht. Im November des Vorjahres waren in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss 3.005 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im aktuellen Berichtsmonat (-10,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach sank im November 2021 auf 6,7 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 0,8 Prozentpunkte weniger als im November des Vorjahres (7,5 Prozent).

Mit aktuell 12.210 Personen hat die Zahl derjenigen, die ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet sind, gegenüber Oktober 2021 um 254 Frauen und Männer abgenommen (-2,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich bei den Langzeitarbeitslosen ein Anstieg von 868 Personen (+7,7 Prozent). Dieser Anstieg findet ausschließlich im Bereich des Sozialgesetzbuches II (SGB II) statt. Entsprechend erhalten 91,6 Prozent der Langzeitarbeitslosen Leistungen der Jobcenter in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss (11.182 Personen). Das sind 239 Personen weniger als im Oktober (-2,1 Prozent) sowie 1.167 Männer und Frauen mehr als im November 2020 (+11,7 Prozent).

Im November 2021 sind in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss 1.934 Arbeitslose unter 25 Jahre registriert worden. Das sind 173 junge Frauen und Männer weniger als im Oktober (-8,2 Prozent) und 608 weniger als im November vergangenen Jahres (-23,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf diese Personengruppe liegt derzeit bei 5,2 Prozent. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 1,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahresmonat (6,7 Prozent).

Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, sank im November 2021 um 188 Männer und Frauen (-2,1 Prozent) auf 8.890 Personen. Verglichen mit November 2020 entspricht das einem Rückgang von 274 Personen (-3,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf diese Personengruppe liegt aktuell bei 6,3 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Oktober 2021 und 0,3 Prozentpunkte weniger als im November 2020 (6,6 Prozent).

Hinweis: Wer arbeitslos ist oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann über die kostenfreie Service-Hotline 0800 4555500 jederzeit einen Beratungstermin mit der Arbeitsagentur in Mönchengladbach, Dormagen, Grevenbroich oder Neuss vereinbaren. Kontakt kann auch per E-Mail an moenchengladbach@arbeitsagentur.de aufgenommen werden.


Arbeitsmarkt in den Gebietskörperschaften

Auf 13.215 Menschen ist in der Stadt Mönchengladbach im November 2021 die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen. Das sind 305 Personen weniger als im Vormonat (-2,3 Prozent) und 1.126 Personen weniger als vor einem Jahr (-7,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote für Mönchengladbach ging im November um 0,2 Prozentpunkte zurück und liegt jetzt bei 9,4 Prozent. Im November vergangenen Jahres hatte die Arbeitslosenquote 10,2 Prozent betragen (-0,8 Prozentpunkte).

Im Rhein-Kreis Neuss ist die Zahl der Arbeitslosen im November 2021 auf 12.713 Frauen und Männer gesunken. Das sind 462 Personen weniger als im Vormonat (-3,5 Prozent) sowie 1.879 Personen weniger als im Vorjahresmonat (-12,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote fiel im Rhein-Kreis Neuss im aktuellen Berichtsmonat um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Sie liegt damit um 0,8 Prozentpunkte unter November 2020 (6,0 Prozent).

An den drei Standorten der Arbeitsagentur im Rhein-Kreis Neuss entwickelte sich der Arbeitsmarkt im November 2021 unterschiedlich positiv, was sich an den Arbeitslosenquoten ablesen lässt. In der Geschäftsstelle Dormagen sank die Arbeitslosenquote im November 2021 um 0,4 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent (November 2020: 5,6 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich fiel die Arbeitslosenquote im November 2021 um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent (November 2020: 5,1 Prozent). In der Geschäftsstelle Neuss ging die Arbeitslosenquote im November 2021 um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent zurück (November 2020: 6,4 Prozent). Registriert wurden aktuell 1.690 Arbeitslose in der Stadt Dormagen (-120 zum Vormonat), 1.869 in Grevenbroich (-37), 483 in Jüchen (-17), 940 in Kaarst (-28), 486 in Korschenbroich (-40), 1.256 in Meerbusch (-78), 5.772 in Neuss (-134) und 217 in Rommerskirchen (-8).

Hinweis: Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.


Bewegung auf dem Stellen- und Arbeitsmarkt

Die Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.104 neue offene Stellen. Das sind 326 weniger als im Vormonat (-22,8 Prozent) und 94 weniger als vor einem Jahr (-7,8 Prozent). 1.092 der gemeldeten Stellen bieten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 938 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen.

Im November 2021 sank die Zahl der freien Arbeitsstellen im Bestand im Agenturbezirk Mönchengladbach um 35 auf 6.028. Das entspricht einem Minus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, jedoch einem Plus von 41,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat (+1.759 Stellen). 5.957 Stellen bieten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 5.289 der Stellen im Bestand sind unbefristet zu besetzen.

1.409 Personen mündeten im November 2021 in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) ein. Das sind 108 Männer und Frauen weniger als im Oktober (-7,1 Prozent) und 323 weniger als im November des Vorjahres (-18,6 Prozent). Aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt heraus arbeitslos wurden im November 1.403 Männer und Frauen. Das sind 174 Personen oder 11,0 Prozent weniger als im Oktober 2021 sowie 362 Personen weniger als im November 2020 (-20,5 Prozent).


Unterbeschäftigung und Qualifizierungen

Im Agenturbezirk Mönchengladbach waren 34.496 Frauen und Männer im November 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 514 Personen weniger als im Vormonat (-1,5 Prozent). Die Anzahl der Maßnahmenteilnehmer lag im Berichtsmonat bei 7.012 (+127 Personen/+1,8 Prozent zum Vormonat).

In Mönchengladbach waren 17.866 Personen im November 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 199 Frauen und Männer weniger als im Vormonat (-1,1 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.974 Männer und Frauen teil. Das sind 68 mehr als im Vormonat (+1,7 Prozent).

16.630 Personen waren im Rhein-Kreis Neuss im November 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Dies sind 314 Frauen und Männer weniger als im Oktober (-1,9 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.038 Personen teil. Das sind 58 Personen mehr als im Vormonat (+1,9 Prozent).

Hinweis: In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen jene Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus besitzen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Anpassungen, Fortbildungen und Umschulungen, die von der Agentur für Arbeit Mönchengladbach derzeit besonders gefördert werden. Beraten wird dazu unter den Rufnummern 02161 4049900 und 0800 4555500. Einen Überblick über die Maßnahmen gibt es unter https://www.arbeitsagentur.de/kursnet.


Entwicklung der angezeigten und realisierten Kurzarbeit

Für Juli 2021 rechneten laut erster Hochrechnung mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach 1.397 Betriebe für 6.830 Angestellte Kurzarbeit ab; die Werte für die Gebietskörperschaften liegen zum nächsten Arbeitsmarktbericht vor. Für Juni 2021 rechneten im Agenturbezirk 1.883 Betriebe Kurzarbeit für 10.306 Angestellte ab. Davon entfielen nach neu vorliegenden Zahlen 690 Betriebe und 4.523 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 1.193 Betriebe und 5.784 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss.

Die Zahl der neuen oder erneuten Anzeigen von Kurzarbeit, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei der Agentur für Arbeit eingehen, ist in den vergangenen Wochen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss gestiegen. Im November 2021 (Stichtag 24. November 2021) sind bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach 27 Anzeigen von konjunktureller Kurzarbeit für bis zu 982 Personen neu oder erneut angemeldet worden (Stichtag 24. Oktober 2021: 12 Anzeigen für bis zu 115 Personen).

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie hat das Bundeskabinett am 24. November 2021 beschlossen, die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von bis zu 24 Monaten für weitere drei Monate bis zum 31. März 2022 zu verlängern. Zusätzlich wurden die Erleichterungen und Sonderregelungen für den Bezug des Kurzarbeitergeldes bis zum 31. März 2022 verlängert.

Zu beachten ist an diesen Werten: Erstens müssen Unternehmen, die den Bezug von Kurzarbeitergeld drei Monate am Stück unterbrochen haben, eine erneute Anzeige bei der Agentur für Arbeit stellen. Zweitens ist es nicht zwingend, dass jede in den Anzeigen benannte Person tatsächlich kurzarbeiten wird. Die Anzeige ist nur eine Absichtserklärung des Arbeitgebers. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wird, zeigt sich erst, wenn die Unternehmen bei der Agentur für Arbeit ihre Abrechnungslisten für den jeweiligen Kalendermonat eingereicht haben. Dafür haben sie drei Monate Zeit. Beratung zur Kurzarbeit für Arbeitgeber gibt es unter der Hotline 0800 4555520, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr.