Der Arbeitsmarkt im April: Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter

Neubrandenburg, 30. April 2024 - „Die anhaltende Frühjahrsbelebung hat auch im April zu einem erfreulichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Seenplattelandkreis geführt. Besonders die Tourismusregionen profitieren von der beginnenden Saison, was zu einem spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit führte. Das zeigt, dass sich die arbeitsmarktliche Lage in unserer Region weiter stabilisiert“, sagte der Vize-Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur Stephan Bünning, heute in der monatlichen Pressekonferenz.

30.04.2024 | Presseinfo Nr. 40

Neubrandenburg | Im April waren in der Seenplatte 571 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im März. Insgesamt 11.533 Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,0 %. Im Vergleich zum April des Vorjahres sind es 139 Arbeitslose mehr.

Bünning erläutert: „Die fortgesetzte Frühjahrsbelebung hat auch im April zu einem erfreulichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Seenplattelandkreis geführt. Besonders die Tourismusregionen profitieren von der beginnenden Saison, was zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit führte. Allein in Röbel ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat März um 117 Personen oder 16,9% gesunken, was auf eine gesteigerte Nachfrage nach Arbeitskräften in diesem Sektor zurückzuführen ist. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im April bestätigt den Aufwärtstrend, den wir bereits im März beobachten konnten. Die einsetzende Frühjahrsbelebung zeigt, dass sich die arbeitsmarktliche Lage in unserer Region weiter stabilisiert.“

„Erfreulich ist auch“ – kommentiert Stephan Bünning – „dass alle Altersgruppen im Vormonatsvergleich von der positiven Entwicklung profitieren konnten. „Speziell die Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen bis 24 Jahre hat deutlich abgenommen. Die Frühjahrsbelebung zahlt sich auch für zwei Gruppen aus, die es besonders schwer am Arbeitsmarkt haben: die Menschen mit Behinderung und die Langzeitarbeitslosen. Für beide geht die jeweilige Zahl der Arbeitslosen im Vormonatsvergleich zurück“.

Der Bestand an Stellen mit 2.736 ist weiterhin hoch, hat jedoch im Vorjahresvergleich nachgegeben. „Besonders im Baugewerbe, verarbeitenden Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie im Gastgewerbe werden Mitarbeitende gesucht“, weiß Bünning.

Abschließend ermutigt Bünning die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, die bisher noch keinen Ausbildungs- oder Studienplatz gefunden haben: „Es gibt zahlreiche unbesetzte und attraktive Ausbildungsplätze in allen Branchen in unserer Region. Nutzt die kommenden Wochen! Seid flexibel! Konzentriert Euch nicht auf einen Wunschberuf! Checkt auch Alternativen. Vereinbart mit der Berufsberatung ein individuelles Beratungsgespräch, besucht unser Berufsinformationszentrum (BiZ) in Neubrandenburg und nutzt unsere zahlreichen digitalen Medienangebote. Allein in unserem Landkreis können Jugendliche mehr als 250 verschiedene Ausbildungsberufe erlernen." Mehr Informationen und viele Onlineangebote wie Check-U, das Erkundungstool für Ausbildung und Studium der BA, gibt es auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de.

Kurzarbeit
Im April sind (vorläufig) 6 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im Dezember 40 Mitarbeitende - aus 4 Unternehmen - in Kurzarbeit. 

Arbeitsmarktdaten für Geflüchtete aus der Ukraine*
Bis Mitte April wurden 730 arbeitslose Ukrainerinnen und Ukrainer in den Jobcentern betreut. 9 weniger als im März. Und 10 weniger als im April des Vorjahres.

*Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden ukrainische Geflüchtete seit dem 01.06.2022 durch die Jobcenter betreut. Dies hat einen regional unterschiedlich starken Einfluss auf die Entwicklung der Arbeitsmarktdaten. Anhaltspunkte für die Betroffenheit einer Region sind erhöhte Anstiege im Vorjahresvergleich bei der Zahl der Arbeitslosen (insbesondere im Rechtskreis SGB II, bei Frauen und Ausländern).

Zu- und Abgänge
751 Männer und Frauen mussten sich im April nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 167 oder 28,6 % mehr als im März. 100 oder 15,4 % mehr als im April 2023. 1.191 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 386 oder 44,7 % mehr als im März. 60 oder 5,3 % mehr als im April 2023. Damit übersteigen im April die Arbeitsaufnahmen (1.191) die Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung (751).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im April von +0,2 % bei Frauen bis 5,1 % bei Ausländern. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III waren im April 3.564 Menschen arbeitslos. 474 weniger als im Vormonat und 7 mehr als im April 2023. Das entspricht einem Anstieg von 0,2 % zum Vorjahresmonat. Die Zahl der arbeitslosen Bezieher von Bürgergeld lag im April bei 7.969 Arbeitslosen. 97 weniger als im März und 132 mehr als im April 2023.

Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmende in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im April bei 14.089. Das waren 559 oder 3,8 % weniger als im Vormonat – 32 oder 0,2 % weniger als im April 2023.
Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 2.556 höher und die Arbeitslosenquote bei 10,8 %.

Geldleistungen
Insgesamt 3.373 Personen erhielten im April Arbeitslosengeld, 72 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im April bei 15.041. Gegenüber April 2023 war dies ein Rückgang von 127 Personen.

Gemeldete Arbeitsstellen
Insgesamt 2.736 gemeldete Arbeitsstellen. Gegenüber dem Vorjahresmonat (April 2023) ein Rückgang von 487. Die größte Nachfrage gab es im April aus den Bereichen: Baugewerbe (381 freie Stellen im Bestand); Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (347); im verarbeitenden Gewerbe (332); im Gesundheits- und Sozialwesen (291); sowie im Gastgewerbe (259).

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks
Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich der Arbeitsmarkt im April recht unterschiedlich. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit im Geschäftsstellenbezirk Neustrelitz; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,8 %. Demgegenüber steht die Entwicklung im Bezirk der Geschäftsstelle Neubrandenburg Umland mit einer Zunahme von 5,9 %.

Ausbildungsmarkt
Auf dem Ausbildungsmarkt waren in der Seenplatte noch 628 Jugendliche ohne Lehrstelle - 30 weniger als im Vorjahr. Dem standen bis Mitte April noch 736 unbesetzte Ausbildungsplätze – 121 weniger als im Vorjahr - gegenüber. Die Neubrandenburger Arbeitsagentur erwartet noch viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt.

• Im April: noch 736 unbesetzte Stellen und 628 unversorgte Bewerber
• 1.271 gemeldete Ausbildungsstellen – 222 oder 14,9 % weniger als im Vorjahreszeitraum
• 984 Bewerber – etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum (Minus 34 oder -3,3 %)
• Rein rechnerisch: Auf 100 betriebliche Berufsausbildungsstellen kommen 77 Bewerberinnen und Bewerber

In diesem Zusammenhang appelliert Bünning dringend an alle Schulabgänger, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. „Geht nicht ohne Ausbildungsplatz in die Sommerferien. Im Landkreis gibt zahlreiche spannende Lehrstellen, weshalb es keinen Grund gibt, den Beginn einer Ausbildung zu verschieben.“ Der Ausbildungsmarkt ist im April noch stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung noch zu früh.