Am 27. Februar 2026 ist der bundesweite Equal Pay Day! Der Tag ist variabel und markiert symbolisch den Gender Pay Gap bis zu dem Frauen in Deutschland statistisch ohne Bezahlung arbeiten. Für das Jahr 2026 wurde der 27. Februar errechnet, da der Gender Pay Gap in Deutschland aktuell 16 Prozent beträgt. Der Trend zeigt eine langsame Verbesserung: 2008 fiel der Tag noch auf den 22. März. Der Equal Pay Day macht auf die anhaltende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam und setzt ein klares Zeichen für mehr Entgeltgerechtigkeit. Er erinnert daran, dass gleiche Arbeit und gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt werden müssen. Eine passende Gelegenheit, um auf die aktuelle Situation von Frauen in der Arbeitswelt und im Agenturbezirk Neuruppin zu schauen.
Vollzeitbeschäftigte Frauen erzielen in allen Landkreisen des Agenturbezirkes höhere Entgelte als Männer
Vollzeitbeschäftigte Frauen erzielten erstmals zum Jahresende 2024 in den Landkreisen Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz ein höheres Medianbruttoentgelt als Männer1.
Region Männer (monatl. Medianbrutto in €) Frauen (monatl. Medianbrutto in €)
Havelland 3.089 3.156
Oberhavel 3.404 3.543
Ostprignitz-Ruppin 3.141 3.401
Prignitz 3.146 3.173
In Brandenburg beträgt der Gender Pay Gap aktuell 2 Prozent. Brandenburg liegt damit an der Spitze. Insgesamt sind die Gehälter jedoch auf einem niedrigeren Niveau als in anderen Bundesländern. Die Branchenstruktur in Brandenburg spielt für den geringeren Gender Pay Gap eine große Rolle.
Im öffentlichen Dienst liegt der unbereinigte Gender Pay Gap im Gebiet der neuen Bundesländer bei -1 Prozent2. In der Wasserversorgung und Energieversorgung liegt die Lohnlücke bei -2 Prozent, im Bereich Verkehr und Lagerei bei 3 Prozent, im Gastgewerbe bei 7 Prozent und im Bereich Erziehung und Unterricht bei 8 Prozent3.
Beschäftigte Frauen sind gut ausgebildet und qualifiziert
Unter den Beschäftigten in den vier Landkreisen des Agenturbezirkes Neuruppin gibt es mehr Frauen mit akademischem Abschluss (11.316 Frauen und 9.458 Männer). Bei den Beschäftigten ohne Berufsabschluss verhält es sich umgekehrt. Deutlich mehr Männer arbeiten ohne Berufsabschluss in Helfertätigkeiten (6.724 Frauen und 10.244 Männer).4
Auch während einer Arbeitslosigkeit investieren Frauen eher als Männer in eine Qualifizierungsmaßnahme oder Weiterbildung und damit in ihre berufliche Zukunft. Etwa 60 Prozent der geförderten Weiterbildungsmaßnahmen im Agenturbezirk Neuruppin werden von Frauen absolviert, obwohl es weniger arbeitslose Frauen als Männer im Nordwesten Brandenburgs gibt. Gerade Qualifizierung und lebenslanges Lernen sind entscheidende Hebel, um Einkommensperspektiven nachhaltig zu verbessern und strukturelle Unterschiede abzubauen.
Zitat:„Wir setzen uns aktiv für faire Bezahlung und gleiche Chancen am Arbeitsmarkt ein. Dazu gehört Transparenz über die Entgeltstrukturen in unserer Region. Unsere Kundinnen und Kunden und auch die Beschäftigten können dafür unseren Entgeltatlas unter: https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/ nutzen. Das Online-Portal bietet detaillierte Informationen zu Medianentgelten in Deutschland und in den Bundesländern – differenziert nach Berufen, Regionen, Qualifikationsniveaus, Alter und Geschlecht. So lässt sich nachvollziehen, wie hoch die üblichen Verdienste in einem bestimmten Beruf sind. Diese Transparenz stärkt insbesondere Frauen bei Gehaltsverhandlungen und unterstützt bei der Berufsorientierung“, erläutert Diana Buschmann, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.
Die Ursachen des Gender Pay Gaps sind insgesamt vielfältig: unterschiedliche Berufs- und Branchenwahl, familienbedingte Erwerbsunterbrechungen oder die weit verbreitete Teilzeitarbeit bei Frauen.
Zitat:„Die höheren Entgelte von Frauen sind der verdiente Lohn für bessere Qualifikation. Dies trifft allerdings nur für vollzeitbeschäftigte Frauen zu. Im Agenturbezirk Neuruppin arbeitet immerhin jede 2. beschäftigte Frau in Teilzeit und etwa jeder 6. beschäftigte Mann. Teilzeitbeschäftigte erzielen geringere Entgelte und erwirtschaften geringere Alterssicherungsansprüche. Der Anteil der Männer, die in Teilzeit arbeiten, steigt jedoch seit Jahren kontinuierlich an. Das ermöglicht langfristig eine gleichmäßige Verteilung von bezahlter Erwerbs- und unbezahlter Care-Arbeit“, so Diana Buschmann abschließend.
1 Sozialversicherungspflichte Bruttoarbeitsentgelte - Stand 2024
2 Gender Pay Gap Öffentlicher Dienst
3 Gender Pay Gaps nach Wirtschaftszweigen (ohne Öffentlichen Dienst)
4 Regionalreport Beschäftigte Stand Juni 2025