Sommerzeit verschärft Lage am Arbeitsmarkt

• Anstiege bei Schul- und Ausbildungsabsolventen
• Ausbildungsmarkt pulsiert

31.07.2025 | Presseinfo Nr. 65

„Der Zugang an jungen Leuten, die sich nach dem Abschluss der Ausbildung oder Schule - oft vorübergehend - arbeitslos gemeldet haben, ist einer der Treiber für den Anstieg der Arbeitslosigkeit im abgelaufenen Monat. Zudem sorgt das Quartals- und Halbjahresende im Juni regelmäßig für steigende Zahlen, weil Befristungen auslaufen und Stellen häufig erst nach der Urlaubszeit wieder besetzt werden. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit verdeutlicht, dass der Arbeitsmarkt angespannt bleibt“, so das Resümee von Carmen Giss, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Offenbacher Agentur für Arbeit, zu den aktuellen Daten.
„In den Wochen unmittelbar vor und auch noch nach Ausbildungsbeginn pulsiert der Ausbildungsmarkt, weil Bewerber/innen wie Betriebe endgültige Zusagen immer weiter nach hinten verschieben. Jugendliche haben durchaus noch gute Chancen auf die Ausbildung ihrer Wahl.“

Im Juli waren im Offenbacher Agenturbezirk 19.084 Personen arbeitslos gemeldet, 557 mehr als im Juni und 1.714 mehr als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenquote stieg damit auf 6,8 Prozent gegenüber 6,6 Prozent im Juni und 6,2 Prozent im Juli 2024.

Stadt Offenbach

In der Stadt Offenbach waren im Juli 7.703 Personen arbeitslos gemeldet, 122 Personen oder 1,6 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Juli 2024 ergab sich ein Zuwachs von 485 Personen (6,7 Prozent).

Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,5 Prozent. Im Juni lag sie bei 9,3 Prozent und im Juli 2024 bei 9,0 Prozent.

Kreis Offenbach

11.381 Menschen waren im Kreis Offenbach arbeitslos gemeldet, 435 mehr als im Juni und 1.229 mehr als im Juli 2024. Die Arbeitslosenquote wuchs auf 5,6 Prozent. Im Juni lag sie bei 5,4 und im Juli 2024 bei 5,1 Prozent.

Die Entwicklung in den Rechtskreisen

Bei der Agentur für Arbeit Offenbach waren 7.142 Personen arbeitslos gemeldet, 517 mehr als im Juni und 1.182 mehr als im Juli 2024.

Bei den Jobcentern MainArbeit und ProArbeit waren im Juli 11.942 Menschen arbeitslos gemeldet, 40 mehr als im Vormonat und 532 mehr als im Vorjahresmonat.

Arbeitslose, die nach einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut (Arbeitslosenversicherung). Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Bürgergeld) angewiesen sind, sind die Jobcenter MainArbeit (Stadt Offenbach) und ProArbeit (Kreis Offenbach) zuständig.

Entwicklung in den Personengruppen

10.006 Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet, 261 mehr als im Vormonat. 9.078 Frauen waren ohne Arbeit, 296 mehr als im Juni. 2.004 Jugendliche unter 25 Jahren waren arbeitslos, gegenüber Juni sind das 164 mehr. 4.384 über 55-jährige waren arbeitslos gemeldet, 128 Personen mehr als im vorangegangenen Monat.

Langzeitarbeitslosigkeit

Als langzeitarbeitslos gelten Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. 6.805 Menschen waren im Juli langzeitarbeitslos, 84 mehr als im Juni und 563 mehr als im Juli 2024. 6.231 der Langzeitarbeitslosen waren im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gemeldet und 574 in der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III. Insgesamt machten langzeitarbeitslose Männer und Frauen 35,7 Prozent aller Arbeitslosen aus.

Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

Im Monat Juli gab es einen Zugang von 3.845 Personen in Arbeitslosigkeit, das sind 2,4 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. 38,9 Prozent der Zugänge kamen aus Erwerbstätigkeit, 24,9 Prozent aus Aus- oder Weiterbildung und 25,1 Prozent aus Nichterwerbstätigkeit. 3.281 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 9,0 Prozent weniger als im Juli 2024. 30,2 Prozent meldeten sich in Erwerbstätigkeit, 16,5 Prozent in Aus- und Weiterbildung und 38,6 Prozent in Nichterwerbstätigkeit ab.

Offene Stellen

3.015 offene Stellen waren im Juli von Unternehmen beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Offenbach zur Besetzung gemeldet. 582 offene Stellen wurden vom Arbeitgeber-Service neu akquiriert. 563 offene Stellen konnten erledigt werden.

16,7 Prozent der neu zugegangenen gemeldeten Stellen kommen aus dem Wirtschaftsbereich ‚Befristete Überlassung von Arbeitskräften‘, 15,5 Prozent aus ‚Handel/Instandhaltung und Reparatur von Kfz‘ und 7,9 Prozent aus dem ‚Verarbeitenden Gewerbe‘.

Ausbildungsmarkt

3.273 Schülerinnen und Schüler meldeten sich von Oktober 2024 bis Juli 2025 ausbildungssuchend, 11,5 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Von Betrieben wurden der Arbeitsagentur 1.665 offene Ausbildungsstellen gemeldet, 10,1 Prozent weniger als im Vorjahr.