„Der Ferienmonat Juli ist für den Arbeitsmarkt immer ein schwieriger Monat: Das Halbjahres- und Quartalsende im Juni schlägt ebenso zu Buche wie Zugänge bei den unter 25jährigen, die sich nach dem Ende der Ausbildung oder dem Schulabschluss arbeitslos gemeldet haben. Zudem werden geplante Neueinstellungen häufig auf das Ende der Urlaubszeit verschoben. Aber saisonale Gründe sind nicht die Treiber für die derzeit schlechten Beschäftigungschancen. Eine Arbeitslosenquote über 7 Prozent im Juli gab es zuletzt im Corona-Jahr 2020“, erläutert Carmen Giss, Vorsitzende der Geschäftsführung der Offenbacher Agentur für Arbeit.
„Am höchsten ist der Anstieg bei den jungen Leuten - der wird sich mit dem Ausbildungs- und Studienbeginn aber wieder etwas amortisieren. Dennoch wäre es mehr als wünschenswert, wenn die duale Ausbildung insgesamt wieder eine stärkere Fokussierung bekommen würde. Denn Ausbildung ist für Jugendliche wieder attraktiver geworden. Das sollten sich Betriebe zunutze machen, um den Fachkräftenachwuchs sicherzustellen, den sie in den nächsten Jahren brauchen werden. Der Arbeitgeber-Service unterstützt tatkräftig bei allen Schritten des Auswahlprozesses, auch kurzfristig. Ich werbe nochmals dafür, offene Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit zu melden. Wir unterstützen hierbei gern.“
20.245 Frauen und Männer waren am Stichtag im Monat im Offenbacher Agenturbezirk arbeitslos gemeldet, das sind 820 Personen mehr als im Juni und 1.161 mehr als im Juli 2025.
Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent im Vergleich zu 6,8 Prozent im vorangegangenen Monat und im Juli 2025.
Stadt Offenbach
In der Stadt Offenbach waren im Juli 7.862 Personen arbeitslos gemeldet, 238 Personen und damit 3,1 Prozent mehr als im Juni und 159 Personen mehr als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,6 Prozent gegenüber 9,3 Prozent im Juni und 9,5 Prozent im Juli 2025.
Kreis Offenbach
12.383 Menschen waren im Kreis Offenbach arbeitslos gemeldet, 582 mehr als im Juni und 1.002 mehr als im Juli 2025. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,1 Prozent gegenüber dem Vormonatswert von 5,8 Prozent und 5,6 Prozent im Juli 2025.
Die Entwicklung in den Rechtskreisen
Im Monat Juli waren 7.887 Personen bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet, 533 mehr als im Juni und 745 mehr als Vorjahresmonat.
Bei den Jobcentern MainArbeit und ProArbeit waren im Juli 12.358 Menschen arbeitslos gemeldet, 287 mehr als im Vormonat und 416 Personen mehr als im Vorjahresmonat.
Entwicklung in den Personengruppen
10.723 Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet, 336 mehr als im Vormonat. 9.522 Frauen waren ohne Arbeit, 484 mehr als im Juni. 2.187 Jugendliche unter 25 Jahren waren arbeitslos, gegenüber Juni sind das 230 mehr. 4.653 über 55-jährige waren arbeitslos gemeldet, 93 Personen mehr als im vorangegangenen Monat.
Langzeitarbeitslosigkeit
Als langzeitarbeitslos gelten Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. 7.045 Menschen waren im Juli langzeitarbeitslos, 89 mehr als im Juni und 240 mehr als im Juli 2025.
6.442 der Langzeitarbeitslosen waren im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gemeldet und 603 in der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III. Insgesamt machten langzeitarbeitslose Männer und Frauen 34,8 Prozent aller Arbeitslosen aus.
Offene Stellen
Im Juli waren 2.639 offene Stellen von Unternehmen beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Offenbach zur Besetzung gemeldet. 519 offene Stellen wurden vom Arbeitgeber-Service neu akquiriert. 477 offene Stellen konnten erledigt werden.
Ausbildungsmarkt
3.270 Schüler/innen meldeten sich von Oktober 2025 bis Juli 2026 ausbildungssuchend, 0,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Von Betrieben wurden der Arbeitsagentur 1.491 offene Ausbildungsstellen gemeldet, 12,3 Prozent weniger als im Vorjahr.