„2025 haben wir im Bezirk der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven die konjunkturelle Schwäche des Arbeitsmarkts weiter gespürt“, sagt der Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg – Wilhelmshaven, Dr. Thorsten Müller.
Er führt weiter aus: „Auch wenn der hiesige Arbeitsmarkt recht robust bleibt, zeichnet sich immer mehr ab, dass die generelle Schwäche potentiell auch zu struktureller Schwäche werden könnte.“
Meint: Wie auch im Rest des Landes zeigt sich auch in unserer Region eine steigende Arbeitslosigkeit, eine Stagnation im Stellenbestand und eine zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit. Und das in allen Bereichen, auch bei den der höher Qualifizierten, und in allen Altersgruppen. Ursächlich ist hier, dass die generelle Schwäche länger andauernd ist: Stagnation hindert oft Neueinstellung.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in unterschiedlichen Personengruppen
Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Bestand an arbeitslosen Männern 14.803 Personen. Im Vorjahr lag die Zahl der männlichen Arbeitslosen bei durchschnittlich 14.497 Personen. Dies entspricht einem Plus von 2,1 Prozent. Das Plus bei den Frauen lag bei 1,1 Prozent. Insgesamt 12.266 Frauen waren 2025 im Jahresdurchschnitt arbeitslos, 2024 waren es 12.138 Frauen.
Bei den unter 25-Jährigen wurden 2.683 junge Männer und Frauen abgebildet. Im Vorjahr waren es noch 2.552 Personen dieser Gruppe; Das sind 131 Personen oder 5,1 Prozent mehr als in 2024. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag im Jahresdurchschnitt im Agenturbezirk bei 5,6 Prozent.
Erfreulich entwickelte sich hingegen die Situation bei ausländischen Arbeitslosen: Ihre Zahl sank im Jahresdurchschnitt um 60 Personen auf 8.376, das sind 0,7 Prozent. Dies deutet auf eine zunehmende Integration in den regionalen Arbeitsmarkt hin.
Auffällig war zudem der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Akademikerinnen und Akademikern. Mit einem Plus von 10,4 Prozent gegenüber 2024 waren deutlich mehr Hochqualifizierte arbeitslos gemeldet. Dies lässt sich unter anderem durch strukturelle Veränderungen, Projektbefristungen sowie Zurückhaltung bei Neueinstellungen in bestimmten Branchen erklären.
2025 gab es im Jahresdurchschnitt 9.674 Langzeitarbeitslose. 2024 waren es noch 9.406 Personen. Das sind 268 Personen oder 2,8 Prozent mehr. „Gerade für langzeitarbeitslose Bürgerinnen und Bürger gilt: Die Arbeitsagentur OldenburgWilhelmshaven und die Jobcenter unterstützen die Menschen mit der Beratung und auch mit Weiterbildungsangeboten. Die individuellen Möglichkeiten zu Förderungen der beruflichen Weiterbildung helfen aus der Arbeitslosigkeit oder geben Unterstützung in der beruflichen Neuorientierung.“, führt Dr. Müller aus.
Die einzelnen Angaben und Zahlen zu den Kreisen und kreisfreien Städten können den Tabellen unseres Anhangs entnommen werden.
Stellenmeldungen
Ambivalent ist die Entwicklung auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes. Der Bestand gemeldeter Arbeitsstellen lag zwar 2025 insgesamt um 10,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau, aber es wurden im Jahresverlauf 1,2 Prozent mehr Stellen neu gemeldet als 2024. Insgesamt lag der Zugang in der Jahressumme 194 Stellen über dem Zugang des Vorjahres.
Prognose für die Entwicklung im Jahr 2026:
Die deutsche Wirtschaft und die unserer Region stagnieren. Gemessen an diesen Umständen war der Arbeitsmarkt 2025 im Kern immer noch robust und auch trotz allem ein Stabilitätsanker.
Ebenso ist der demografische Wandel weiter eine Herausforderung für unsere Region. Die Sicherung eines ausreichenden Erwerbspersonenpotenzials ist daher genau wie im vergangenen Jahr weiter eine der Herausforderung, der wir uns stellen.
Um dies auszugleichen rücken in diesem Jahr also weiter die Themen Fachkräftesicherung, Transformation, Digitalisierung und Demografie in den Fokus. Vor allem neue Technologien und die KI werden den Arbeitsmarkt verändern. Hier gibt es viele Chancen. Daher steht auch gerade das Thema Qualifizierung weiter groß auf der Agenda der Agentur für Arbeit und der Jobcenter.
Die Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven und die Jobcenter stehen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beratend und unterstützend zur Seite und werden auch 2026 gemeinsam mit regionalen Unternehmen, Bildungsträgern und Partnerinnen und Partnern Beschäftigungsperspektiven für die Menschen der Region schaffen.