Die Situation am regionalen Ausbildungsmarkt ist insgesamt stabil und betriebliche Ausbildungen stehen nach wie vor hoch im Kurs. Die Zahl gemeldeten Bewerberinnen bzw. Bewerber ist gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent zurückgegangen. Rückläufig war auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen mit minus 8,8 Prozent, wobei hier die Entwicklung in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen unterschiedlich verlief. Bei regionalen Ausbildungsmessen haben sich in den vergangenen Monaten wieder viele Unternehmen präsentiert und eine Vielzahl von Besuchenden angezogen. „Angesichts der Tatsache, dass derzeit fast jeder zehnte arbeitslose Mensch jünger als 25 Jahre ist und etwa drei Viertel davon über keinen Berufsabschluss verfügt, ist das Potenzial dieser Personengruppe noch zu wenig genutzt“, erklärte Arbeitsagenturchefin Susan Heine.
Bis 30.09.2025, dem Abschluss des sog. Berufsberatungsjahres, hatten sich 2.014* Bewerberinnen und Bewerber um eine Berufsausbildung bei der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter Nordsachsen bzw. dem Kommunalen Jobcenter des Landkreises Leipzig gemeldet. Das ist ein Rückgang von 103 Jugendlichen bzw. 4,9 Prozent.
Rückläufig war auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen. Bis zu diesem Zeitpunkt meldeten die Unternehmen 1.929* Lehrstellen an den Arbeitgeberservice. Das sind 186 Stellenangebote bzw. 8,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt 167 Lehrstellen galten Ende September als unbesetzt (Vorjahr 251).
Rein rechnerisch kamen auf eine Lehrstelle 1,0 Bewerberinnen bzw. Bewerber.
Bis zum 30. September meldeten sich 1.196 Mädchen und Jungen in eine Berufsausbildung ab. Weitere 285 Jugendliche entschieden sich für ein Studium bzw. einen weiteren Schulbesuch. Bei insgesamt 220 Jugendlichen lagen keine näheren Angaben zum Verbleib vor. Ende September galten insgesamt 125 Bewerberinnen bzw. Bewerber als unversorgt (Vorjahr 91).
„Mit dem 30. September ist das Berufsberatungsjahr faktisch zu Ende, nicht aber die Aktivitäten unserer Berufsberatung zur Nachvermittlung bzw. zur Vorbereitung auf das nächste Ausbildungsjahr“, wirbt Arbeitsagenturchefin Susan Heine. „Wir können Ausbildungsalternativen wie die Einstiegsqualifizierung anbieten, um so das kommende Ausbildungsjahr vorzubereiten. In Einzelfällen ist auch jetzt noch der Ausbildungseinstieg bzw. -umstieg möglich. Und auch während der Ausbildung kann sich der Weg zur Berufsberatung lohnen. Wenn es in der Theorie nicht so läuft wie geplant, bieten wir eine flexible Unterstützungsleistung an – die Assistierte Ausbildung (AsA flex). Das ist eine Art Stützunterricht, der weder Betrieb noch Lehrling etwas kostet, aber entscheidend für den Ausbildungserfolg sein kann.“
Mitunter beginnen Jugendliche nicht direkt nach der Schule mit der Ausbildung oder beenden diese nicht erfolgreich. „Am regionalen Arbeitsmarkt sind derzeit rund zehn Prozent aller arbeitslosen Personen jünger als 25 Jahre. Davon verfügen etwa drei Viertel über keinen Berufsabschluss. Angesichts des Fachkräftebedarfs wird gegenwärtig das Potenzial jugendlicher Menschen zu wenig genutzt“, erklärte Agenturchefin Susan Heine.