OSNABRÜCK. Nach aktuell veröffentlichten Statistikdaten (Stichtag: 30. Juni 2025) arbeiten in der Stadt Osnabrück 5.408 Menschen sozialversicherungspflichtig in einem Pflegeberuf. Dies waren 222 mehr als im Jahr zuvor, der Wert lag damit um 4,3 Prozent über Vorjahresniveau. Im Landkreis stieg die Zahl im gleichen Zeitraum um 258 Personen, lag mit 6.839 um 3,9 Prozent über dem Wert aus dem Juni 2024. In der gesamten Region Osnabrück waren Ende Juni 2025 somit 12.247 Menschen im Pflegebereich sozialversicherungspflichtig tätig.
Heliosch: Pflegebereich eine der wichtigsten Zukunftsbranchen.
„In Pflegeberufen hat sich In den vergangenen Jahren die Beschäftigung positiv entwickelt. Angesichts der Demografie wird sie in der Zukunft weiter und deutlich stärker wachsen müssen, denn die Gesellschaft wird immer älter. Und durch den höheren Anteil der Älteren wächst der Pflegebedarf – mehr als die vorhandenen Kräfte künftig stemmen könnten“, erklärt Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Osnabrück. „Deswegen ist diese Branche für die jungen Generationen ein Zukunftssektor mit einer sinnstiftenden Aufgabe und hoher Beschäftigungssicherheit. Und es lässt sich hier als Fachkraft überdurchschnittlich gut Geld verdienen.“
Anteil ausländischer Staatsbürger unter Beschäftigten wächst stark.
Der Anteil ausländischer Männer und Frauen unter sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wächst kontinuierlich – gerade in der Pflege. So arbeiteten Ende Juni 2025 in der Stadt Osnabrück 886 ausländische Beschäftigte sozialversicherungspflichtig und damit 193 mehr (plus 27,8 Prozent) als im Jahr zuvor und 503 mehr als 2021 (plus 131,3 Prozent), im Landkreis waren es 811 Personen, 196 mehr (plus 31,9 Prozent) als 2024 und 417 mehr als 2021 (plus 105,8 Prozent). Der Anteil ausländischer Arbeitskräfte im Pflegebereich in der Region Osnabrück lag damit bei 16,4 Prozent in der Stadt und bei 11,9 Prozent im Landkreis. „Das Potential der bereits hier lebenden ausländischen Beschäftigten mit Pflegehintergrund ist groß. Dieses Potential und die Fachkräfterekrutierung aus dem Ausland sind der Schlüssel für die Situation in der Pflege“, erläutert Heliosch. „Es lohnt sich, die Anstrengungen, auf diesem Wege Fachkräfte zu gewinnen, weiter zu verstärken.“
Deutlich mehr Frauen in der Pflege, zumeist in Teilzeit.
Die Beschäftigung im Pflegebereich ist weiterhin vor allem weiblich und Teilzeitkraft. „Der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung hat zwei Seiten: Einerseits können dadurch insgesamt mehr Menschen in der Pflege arbeiten. Andererseits sorgt viel Teilzeit für Herausforderungen bei der Personalplanung“, so Heliosch. So waren von den Beschäftigten in der Pflege in der Stadt 2025 81,3 Prozent weiblich, im Landkreis gar 85,8 Prozent. Von den 4.399 weiblichen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt arbeiteten Ende Juni 2025 59,7 Prozent in Teilzeit, im Landkreis waren es zeitgleich 69,2 Prozent. Heliosch: „Hier müssen die Bedingungen geschaffen werden, dass zumindest diejenigen, die mehr Stunden arbeiten könnten und wollen, dies auch umsetzen können.“ Die 1.009 in der Stadt sozialversicherungspflichtig in der Pflege beschäftigten Männer arbeiteten zu 65,5 Prozent in Vollzeit, von den 968 im Landkreis galt dies für 66,8 Prozent.
Verdienste von Pflegefachkräften in Vollzeit inzwischen überdurchschnittlich gut.
Doch wie viel Geld verdienen Pflegefachkräfte in der Region? In der Stadt Osnabrück erhielten sie – nach aktuellsten Auswertungen – 2024 in Vollzeit ein Medianentgelt von monatlich 4.306 Euro brutto, branchenübergreifend lag der Wert für Fachkräfte bei 3.978 Euro. Im Landkreis lagen die vergleichbaren Werte in der Pflege bei brutto 4.084 Euro und branchenübergreifend bei 3.574 Euro monatlich. Tendenziell steigerten sich die Medianentgelte seit 2020 in der Pflege für Vollzeitkräfte sogar stärker als über alle Branchen hinweg. In der Stadt verdienten Pflegefachkräfte 2024 647 Euro brutto monatlich mehr als vier Jahre zuvor, Fachkräfte anderer Branchen im Median 556 Euro mehr. Vergleichbare Entwicklung im Landkreis: Für Pflegefachkräfte gab es monatlich 754 Euro brutto mehr, in allen anderen Branchen zusammen im Median 590 Euro.