Saisonale Effekte lassen Arbeitslosigkeit steigen

OSNABRÜCK. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli um 800 auf jetzt 16.959 gestiegen. Im Vorjahres-vergleich waren 85 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Juni um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. Sie lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. 

 

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 62

„Wie üblich zu diesem Zeitpunkt im Jahr ist die Arbeitslosenzahl im Juli angestiegen. Das hängt vor allem mit zwei Aspekten zusammen: Einerseits melden sich viele junge Menschen, die eine Ausbildung oder ein Studium anstreben, nach dem Ende des Schuljahres arbeitslos. Bei ihnen stehen die Chancen aber gut, dass die Arbeitslosigkeit nur übergangsweise eintritt“, kommentiert Tina Heliosch, Chefin der Agentur für Arbeit Osnabrück. „Andererseits laufen Ende Juni viele befristete Verträge aus. Auch im Schulbereich sind Anstellungen regelmäßig auf das Schuljahresende begrenzt und sorgen für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli.“ Zeitgleich, so die Expertin, agierten viele Unternehmen weiter aufgrund der anhaltend angespannten wirtschaftlichen Lage abwartend. Heliosch: „Die Zurückhaltung bei Neueinstellungen ist nachvollziehbar. Gleichzeitig werden sich bestehende Fachkräfteengpässe eher zuspitzen. Da lohnt es sich, freien Arbeitskräften jetzt eine Perspektive zu geben und in Einarbeitung und Weiterbildung zu investieren. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Agentur für Arbeit dabei unterstützen kann.“ Dazu zählt beispielsweise Probearbeit im Unternehmen (die sogenannte „Maßnahme beim Arbeitgeber“). Weiter kann ein Eingliederungszuschusses (EGZ) die Kosten des Unternehmens durch intensivere Einarbeitung finanziell abfedern. 

 

 

Ausbildungsmarkt 

Auf dem Ausbildungsmarkt haben sich seit Beginn des Berichtsjahres im Agenturbezirk Osnabrück 2.474 Ausbildungssuchende gemeldet, das sind 131 Personen bzw. 5,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 3.423, das ist ein Plus von 467 bzw. 15,8 Prozent. Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres stehen rein rechnerisch noch 1.259 freie Ausbildungsplätze 620 suchenden Jugendlichen gegenüber, das sind 175 Stellen bzw. 16,1 Prozent mehr und 111 Jugendliche bzw. 15,2 Prozent weniger als im Vorjahr. 

 

„Viele junge Menschen und ihre Eltern glauben, es gäbe jetzt kaum noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Das ist jedoch nicht richtig. Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte jetzt dranbleiben. Noch sind viele Ausbildungsstellen frei und ein Start ist auch nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres im August, teilweise bis in den Herbst hinein möglich. Wer noch unsicher ist oder Unterstützung braucht: Die Expertinnen und Experten für den Berufseinstieg der Arbeitsagentur sind für euch da. Sie geben Orientierung auf dem Ausbildungsmarkt, unterstützen bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz und beraten zu ausbildungsbegleitenden Hilfen zum Start. Auch lohnt es sich, bei den Unternehmen direkt nachzufragen. Die duale Ausbildung bietet gerade in Zeiten der Unsicherheit weiter einen sehr guten Einstieg in das Berufsleben“ rät Tina Heliosch. 

 

Termine bei der Berufsberatung können einfach online unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/osnabrueck/osnabrueck/content1533730499787/berufsberatungterminvereinbarung oder telefonisch unter der Hotline-Nummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden. Für unterwegs gibt’s die App „AzubiWelt“.