Arbeitsmarkt erholt sich im Spätsommer nur leicht

OSNABRÜCK. Die Zahl der Arbeitslosen ist im September um 344 auf jetzt 16.511 gesunken. Im Vorjahresvergleich waren indes 239 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich gegenüber dem August um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. Sie lag damit jedoch um 0,1 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. 

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 73

„In guten Jahren kommt der Arbeitsmarkt nach den Sommerferien in Schwung und sorgt für weniger Arbeitslose. Das ist auch in diesem Jahr der Fall, allerdings weniger deutlich als im Vorjahr“, kommentiert René Duvinage, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück. So hätten in den letzten Wochen etwas weniger Menschen den Sprung aus der Arbeitslosigkeit in einen Job geschafft und deutlich mehr ihre Beschäftigung verloren als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Zwischen dem März 2025 und März 2026 reduzierte sich die die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region um 1.006 Personen. Deutlichen Rückgängen etwa im verarbeitenden Gewerbe (minus 1.156) und in der Zeitarbeit (minus 1.048) standen Zuwächse im Baugewerbe (plus 700), im Bereich „Heime- und Sozialwesen“ (plus 572) oder auch in der öffentlichen Verwaltung (plus 342) und im Gesundheitswesen (plus 219) gegenüber. Duvinage: „Es gibt noch die Branchen, in denen gesucht und eingestellt wird. Aber: Vielen Betrieben fehlt schlicht die Planungssicherheit. Sie zögern mit Einstellungen. Bei anderen ist die Lage inzwischen so eng, dass der Personalabbau eine realistische Option ist. Wir sehen das vor allem bei Metall, Stahl und Elektro. Für Arbeitslose auf der anderen Seite ist der Weg zurück in einen Job derzeit sehr schwierig. Zusammengefasst: Der Arbeitsmarkt ist im Moment stabil, aber er erholt sich nicht im gewünschten Umfang.“ Angesichts der geopolitischen Krisen und des strukturellen Wandels in der Wirtschaft seien jetzt Impulse von außen eminent wichtig.