Vogtland: Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar

Im Vogtland waren im Februar 6.904 arbeitslose Frauen und Männer gemeldet, dies sind 254 oder 3,8 Prozent mehr als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.095 Personen oder 18,9 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote steigt auf 6,2 Prozent.

01.03.2023 | Presseinfo Nr. 24

„Nach dem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Februar nochmals leicht gestiegen. Diese Entwicklung spiegelt sich in nahezu allen Personengruppen wider. Wir verzeichnen deutlich weniger Zugänge aus Erwerbstätigkeit als im Januar, dafür jedoch mehr Zugänge aus Ausbildung bzw. arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“, bilanziert Agenturchef Sven Schulze. „Der regionale Arbeitsmarkt bleibt auch zum Jahresanfang in einer stabilen Verfassung. Mit Blick auf die einsetzende Frühjahrsbelebung haben die Unternehmen uns im letzten Monat fast 500 neue Stellenangebote gemeldet – das sind fast 50 Prozent mehr als im Januar. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen wird aktuell Personal gesucht. Der Stellenbestand hat leicht abgenommen und liegt jetzt rund 20 Prozent unter dem Vorjahr. Mit über 2.300 freien Stellen sind die Beschäftigungschancen dennoch relativ gut und Arbeits- und Fachkräfte werden nach wie vor gesucht. In diesem Jahr liegt unser Augenmerk darauf, die Herausforderungen, die der demografische Wandel, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung mit sich bringen, gemeinsam mit der vogtländischen Wirtschaft anzugehen und vor allem im Bereich Qualifizierung und Fachkräftegewinnung aus Migration und Zuwanderung in Beschäftigung zu unterstützen.“

  • Arbeitslosenzahl im Februar: 6.904
  • Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: +254 oder +3,8 Prozent
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +1.095 oder +18,9 Prozent
  • Arbeitslosenquote im Februar: 6,2 Prozent

Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 5,1 Prozent.

Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im Februar 1.572 Frauen und Männer, 73 weniger als im Januar und 251 mehr als vor einem Jahr. 585 Personen wurden nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 327 nach einer Ausbildung oder dem Besuch einer Maßnahme arbeitslos.

Im Februar konnten 1.319 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind 315 Menschen mehr als im Monat zuvor und 58 weniger als vor einem Jahr. 382 von ihnen haben im Berichtsmonat eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, 256 begannen eine Ausbildung oder eine Qualifizierung.

Derzeit sind im Plauener Agenturbezirk 668 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das sind 34 mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen um 228 bzw. rund 52 Prozent höher. Die Erhöhung im Bestand der Jugendlichen begründet sich hauptsächlich durch den Zugang bzw. die Migration von ausländischen Jugendlichen (plus 125 Personen im Vergleich zum Vorjahr).

Die Zahl älterer Arbeitsloser hat sich im Vergleich zum Vormonat um 76 Personen erhöht. Ende Februar waren im Vogtland 2.755 Frauen und Männer ab 50 Jahre arbeitslos, 226 bzw. 8,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Aktuell sind 25,4 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk Plauen länger als ein Jahr auf Jobsuche. Ihre Zahl ist im Vergleich zum Vormonat um 29 auf 1.755 gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 26 bzw. 1,5 Prozent niedriger.

Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor unterschiedlich dar. In allen Geschäftsstellen ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet nach wie vor Klingenthal mit 3,9 Prozent. Danach folgen Oelsnitz mit 4,9 Prozent und Auerbach mit 5,2 Prozent. Reichenbach liegt aktuell bei 6,2 Prozent und Plauen bei 7,8 Prozent.

Vorjahresvergleich:

Im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) sind 2.635 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 96 mehr als im Februar 2022 und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) 4.269 Personen, 999 mehr als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage:
Im Februar wurden 472 Stellen gemeldet, das sind rund 48 Prozent mehr als im Vormonat und rund 8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an gemeldeten Stellen liegt mit 2.349 rund 8 Prozent unter dem Vormonat und rund 21 Prozent unter dem Vorjahr. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es aktuell in allen Wirtschaftsbranchen. Schwerpunkte bilden das Verarbeitende Gewerbe (536 Stellen), das Gesundheits- und Sozialwesen (221), der Handel (188), das Baugewerbe (113), das Gastgewerbe (78), Verkehr und Lagerei (65) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (766).

Unterbeschäftigung:
Im letzten Monat haben nach ersten Hochrechnungen rund 1.500 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder gesetzliche Regelungen in Anspruch genommen und damit den Arbeitsmarkt entlastet. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung auf 8.468. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Februar bei 7,5 Prozent (Vormonat: 7,4 Prozent, Vorjahr: 6,4 Prozent).

Realisierte Kurzarbeit:
Für den Monat Oktober liegt die aktuelle Hochrechnung für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit im Vogtland vor. Demnach haben bislang 59 Betriebe Kurzarbeitergeld für 623 Arbeitnehmer abgerechnet. Im Vergleich zu September ist ein Anstieg bei Betrieben (+13) und bei den Arbeitnehmern (+337) zu verzeichnen.

Anzeigen Kurzarbeit:
Im Monat Januar wurden von 40 Betrieben bzw. Betriebszweigen 363 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Das sind 9 Anzeigen mehr und 46 Personen in Anzeigen mehr als im Dezember.

Krieg in der Ukraine:
1.426 erwerbsfähige Personen aus der Ukraine sind aktuell im Vogtland gemeldet. Insgesamt sind 1.139 Personen als arbeitsuchend und 782 Menschen als arbeitslos registriert.