Vogtland: Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresende

Im Vogtland waren im Dezember 6.843 arbeitslose Frauen und Männer gemeldet. Das sind 278 oder 4,2 Prozent mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 106 Personen oder 1,6 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote steigt auf 6,1 Prozent.

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 1

„Mit Beginn der Winterpause hat im Dezember die Arbeitslosigkeit im Vogtland saisonal üblich zugenommen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft beide Rechtskreise und spiegelt sich durchweg in allen ausgewiesenen Personengruppen wider. Wir verzeichnen erste Freisetzungen und verstärkte Arbeitslosmeldungen - insbesondere von Männern - aus dem Baugewerbe, aus dem Garten- und Landschaftsbau sowie aus dem Verkehr- und Logistikbereich. Dazu kommen aber auch Meldungen aus dem Handel und dem Verwaltungsbereich. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Arbeitslosigkeit weiter auf einem leicht erhöhten Niveau. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wird bei allen Personengruppen - mit Ausnahme der ausländischen Menschen - sichtbar. Mit einem Zuwachs von über 8 Prozent zum Vorjahr sind langzeitarbeitslose Menschen besonders stark betroffen. Auch aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben es Menschen mit komplexen Problemlagen doppelt so schwer, eine neue Beschäftigung zu finden“, bilanziert Agenturchef Andreas Fleischer. Die Stellenmeldungen der Unternehmen haben im Dezember leicht zugenommen. „Insgesamt stehen über 1.800 freie Stellen zur Besetzung zur Verfügung. Erfreulich ist die Stabilisierung bei den Stellenzugängen im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr.“

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Vogtlandkreis im 2. Quartal 2025 leicht abgenommen und belief sich auf 78.548. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Beschäftigten um 725 Personen (-0,9 Prozent). „Das ist der stärkste Rückgang in einem Juni im Vorjahresvergleich seit dem Jahr 2020. Neben der aktuell schwachen Konjunktur wird das Beschäftigungswachstum auch durch die demografische Entwicklung gebremst. So ging die Beschäftigung in der Altersgruppe der 25- bis unter 55-Jährigen um 1,3 Prozent zurück. Dieser Rückgang zeigt sich ausschließlich bei Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit und hat sich in den vergangenen Jahren beschleunigt. Durch das schrittweise Ausscheiden der Babyboomer aus dem Arbeitsmarkt treten diese Effekte nun deutlicher hervor“, betont Andreas Fleischer. Nach Branchen betrachtet gab es die stärkste Zunahme der Beschäftigung bei Heimen und Sozialwesen (+154 oder +1,9%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (-399 oder -1,9%).

Wichtig:Arbeitslosenzahl im Dezember: 6.843

Wichtig:Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich:   +278 oder +4,2 Prozent

Wichtig:Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:     +106 oder +1,6 Prozent

Wichtig:Arbeitslosenquote im Dezember: 6,1 Prozent

Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,0 Prozent.

Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im Dezember 1.475 Frauen und Männer, 164 mehr als im November und 5 weniger als vor einem Jahr. 617 Personen wurden nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 349 nach einer Ausbildung oder dem Besuch einer Maßnahme arbeitslos.

Im Dezember konnten 1.205 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind 128 Menschen weniger als im Monat zuvor und 42 weniger als vor einem Jahr. 340 von ihnen haben im Berichtsmonat eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, 260 begannen eine Ausbildung oder eine Qualifizierung.

Derzeit sind im Plauener Agenturbezirk 763 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das sind 26 mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen um 4 bzw. 0,5 Prozent höher.

Die Zahl älterer Arbeitsloser hat sich im Vergleich zum Vormonat um 121 Person erhöht. Ende Dezember waren im Vogtland 2.669 Frauen und Männer ab 50 Jahre arbeitslos, 73 bzw. 2,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Aktuell sind rund 35 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk Plauen länger als ein Jahr auf Jobsuche. Ihre Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 42 Personen auf 2.407 erhöht. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 184 bzw. 8,3 Prozent höher.

Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt unterschiedlich dar. In allen Geschäftsstellen im Vogtlandkreis ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote notiert nach wie vor Klingenthal mit 4,3 Prozent. Danach folgen Oelsnitz mit 4,6 Prozent und Auerbach mit 4,8 Prozent. Reichenbach liegt aktuell bei 6,0 Prozent und Plauen bei 7,7 Prozent.

Arbeitslose nach Rechtskreisen - Vorjahresvergleich:
Im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) sind 2.541 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 131 mehr als im Dezember 2024 und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) 4.302 Personen, 25 weniger als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage:
Im Dezember wurden 390 Stellen gemeldet. Das sind 12 Stellen mehr als im Vormonat und 155 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand (1.824) liegt aktuell rund 7 Prozent unter dem Vorjahr. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es aktuell in fast allen Wirtschaftsbranchen. Schwerpunkte bilden die Arbeitnehmerüberlassung (534 Stellen), das Verarbeitende Gewerbe (263 Stellen), das Gesundheits- und Sozialwesen (266 Stellen), der Handel (200 Stellen) sowie das Baugewerbe (106 Stellen).

Unterbeschäftigung:
Im letzten Monat haben nach ersten Hochrechnungen über 1.300 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder gesetzliche Regelungen in Anspruch genommen und damit den Arbeitsmarkt entlastet. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung auf rund 8.200. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Dezember wie im Vormonat bei 7,2 Prozent (Vorjahr: 7,4 Prozent).