Der Arbeitsmarkt im Monat März:
„Wir verzeichnen im März einen moderaten Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vogtland – der nicht bei allen ausgewiesenen Personengruppen zu beobachten ist. Bei den Jugendlichen und bei den Langzeitarbeitslosen weisen die Daten eine Seitwärtsbewegung auf. Die Entwicklung war im letzten Monat von einer hohen Dynamik bei den Zu- und Abgängen geprägt. Besonders die Abgänge in Erwerbstätigkeit, Ausbildung und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen liegen deutlich über Vormonats- und Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Zahlen sowohl im Bereich der Arbeitsagentur als auch beim Jobcenter Vogtland leicht unter dem Vorjahr“, bilanziert Agenturchef Andreas Fleischer in seiner monatlichen Bilanz und fügt hinzu: „Erfreulich ist, dass sich die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften gegenüber dem Vormonat und Vorjahr deutlich stabilisiert hat. Besonders im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung – als ein Indikator des Arbeitsmarktes – ziehen die Stellenmeldungen an. Dennoch rechne ich aktuell nicht mit einer Trendwende am regionalen Arbeitsmarkt. Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben die Unsicherheiten weiter bestehen und im besten Falle wird eine moderate konjunkturelle Belebung in den nächsten Monaten sichtbar.“
Ende September 2025, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Vogtlandkreis auf 79.043. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Beschäftigten um 1.389 Personen (-1,7 Prozent). „Das sind die niedrigsten Beschäftigungszahlen seit dem Jahr 2014 – da hatten wir 79.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Neben der weiter schwachen Konjunktur wird das Beschäftigungswachstum nach wie vor auch durch die demografische Entwicklung gebremst. So ging die Beschäftigung in der Altersgruppe der 25- bis unter 55-Jährigen um 2,1 Prozent oder über 1.000 Personen zurück. Auch die anderen Alterskohorten sind von Beschäftigungsrückgängen geprägt – nur die Personengruppe der ausländischen Beschäftigten verzeichnet weiter einen leichten Zuwachs“, hebt Andreas Fleischer hervor. Nach Branchen betrachtet gab es die stärkste Zunahme bei Heimen und Sozialwesen (+139 oder +1,7%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (-615 oder -2,9%).
Der Ausbildungsmarkt im Monat März:
Seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2025 haben 868 Jugendliche mit Unterstützung der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz gesucht. Im gleichen Zeitraum meldeten die vogtländischen Unternehmen 1.079 Ausbildungsstellen. „Im März starten wir mit der Halbjahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt. Insgesamt bestehen gute Chancen auf Ausbildung für die Jugendlichen in der Region. Dennoch steht auch der regionale Ausbildungsmarkt vor großen Herausforderungen. Während viele Betriebe Nachwuchs suchen, fällt es gleichzeitig nicht allen jungen Menschen leicht, den passenden Ausbildungsplatz zu finden. Umso wichtiger ist es, Betriebe und Jugendliche noch gezielter zusammenzubringen, Orientierung zu geben und Ausbildung zu stärken – und da sind unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater die richtigen Ansprechpartner“, betont Agenturchef Andreas Fleischer abschließend.
Wichtig:Arbeitslosenzahl im März: 7.224
Wichtig:Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: -164 oder -2,2 Prozent
Wichtig:Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -190 oder -2,6 Prozent
Wichtig:Arbeitslosenquote im März: 6,5 Prozent
Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sank um 0,1 Prozentpunkt auf 6,5 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,6 Prozent.
Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im März 1.486 Frauen und Männer, 98 mehr als im Februar und 39 mehr als vor einem Jahr. 495 Personen wurden nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 430 nach einer Ausbildung oder dem Besuch einer Maßnahme arbeitslos.
Im März konnten 1.661 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind 164 Menschen mehr als im Monat zuvor und 303 mehr als vor einem Jahr. 510 von ihnen haben im Berichtsmonat eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, 377 begannen eine Ausbildung oder eine Qualifizierung.
Derzeit sind im Plauener Agenturbezirk 788 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das sind 6 mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen um 21 bzw. 2,6 Prozent niedriger.
Die Zahl älterer Arbeitsloser hat sich im Vergleich zum Vormonat um 75 Person verringert. Ende März waren im Vogtland 2.841 Frauen und Männer ab 50 Jahre arbeitslos, 10 bzw. 0,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Aktuell sind rund 34 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk Plauen länger als ein Jahr auf Jobsuche. Ihre Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat nicht verändert. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 163 bzw. 7,1 Prozent höher.
Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt unterschiedlich dar. In allen Geschäftsstellen im Vogtlandkreis ist die Arbeitslosigkeit leicht gesunken. Die niedrigste Arbeitslosenquote notiert Oelsnitz mit 4,8 Prozent. Danach folgt Auerbach mit 5,1 Prozent. Reichenbach liegt aktuell bei 6,0 Prozent und Plauen bei 8,2 Prozent.
Neuer Geschäftsstellenzuschnitt der Agentur für Arbeit Plauen
Zum 1. März 2026 wurde die Geschäftsstellenzuordnung der Agentur für Arbeit Plauen geändert. Es erfolgte die Zusammenlegung der GSt Klingenthal mit der GSt Auerbach – dies bildet sich in der Statistik erstmalig ab. Aus diesem Grund ist eine Vergleichbarkeit nur eingeschränkt möglich.
Arbeitslose nach Rechtskreisen - Vorjahresvergleich:
Im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) sind 2.919 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 33 weniger als im März 2025 und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) 4.305 Personen, 157 weniger als vor einem Jahr.
Arbeitskräftenachfrage:
Im März wurden 549 Stellen gemeldet. Das sind 158 Stellen mehr als im Vormonat und 142 Stellen mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand (1.819) liegt aktuell rund 5 Prozent über dem Vormonat und rund 13 Prozent unter dem Vorjahr. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es aktuell in fast allen Wirtschaftsbranchen. Schwerpunkte bilden die Arbeitnehmerüberlassung (624 Stellen), das Verarbeitende Gewerbe (285 Stellen), das Gesundheits- und Sozialwesen (217 Stellen), der Handel (168 Stellen) sowie das Baugewerbe (103 Stellen).
Unterbeschäftigung:
Im letzten Monat haben nach ersten Hochrechnungen rund 1.400 Menschen an arbeitsmarkt-politischen Maßnahmen teilgenommen oder gesetzliche Regelungen in Anspruch genommen und damit den Arbeitsmarkt entlastet. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung auf rund 8.600. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im März bei 7,6 Prozent (Vorjahr: 7,8 Prozent).
