„Im Vogtland ist die Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn deutlich gestiegen. Der Anstieg stellt eine typische Entwicklung für unsere Region zum Jahresanfang dar und ist auf saisonale Gründe zurückzuführen. So enden zum Jahresende befristete Beschäftigungsverhältnisse und Kündigungsfristen laufen aus. Diese werden erst im Januar in der Arbeitsmarktstatistik abgebildet. Gleichzeitig befinden sich witterungsabhängige Branchen meist noch in der Winterpause. Auch Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote beginnen meistens erst im weiteren Jahresverlauf“, konstatiert Agenturchef Andreas Fleischer und ergänzt: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft hauptsächlich die Arbeitslosenversicherung und zieht sich durch fast alle Personengruppen. Betroffen waren insbesondere Männer aus dem Baugewerbe. Wir verzeichnen aber auch Zugänge aus dem Verkehr- und Logistikbereich, dem Handel und Verkauf sowie aus dem Bürobereich.“
Eine Entwicklung für die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung ist auffällig: Langzeitarbeitslose Menschen sind von der wirtschaftlichen Entwicklung besonders stark betroffen. „Aktuell ist jeder zweite Arbeitslose - der vom Jobcenter Vogtland betreut wird - langzeitarbeitslos. Je länger diese Menschen aus dem Job heraus sind, umso komplexer werden ihre Problemlagen. Deshalb kann die Aufnahme einer Beschäftigung meist nur über eine schrittweise Heranführung an den Arbeitsmarkt mit Qualifizierung und Weiterbildung erfolgen“, betont Andreas Fleischer. Die Anzahl der Leistungsberechtigten in der Grundsicherung ging im Januar leicht zurück und insbesondere die Zahl der Bedarfsgemeinschaften liegt rund 9 Prozent unter dem Vorjahr.
Insgesamt stehen 1.800 freie Stellen in vielen Wirtschaftsbranchen zur Besetzung zur Verfügung. Die Stellenmeldungen der Unternehmen bewegen sich im Januar auf Vormonatsniveau. „Erfreulich ist, dass sich die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften gegenüber dem Vorjahr stabilisiert hat.“ Mit einer Trendwende am regionalen Arbeitsmarkt ist dieses Jahr nicht zu rechnen. „Angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen bleiben die wirtschaftlichen Unsicherheiten weiter bestehen. Im besten Falle können wir mit einer moderaten konjunkturellen Belebung rechnen. Deshalb gilt für uns: Wir helfen den Menschen, Chancen zu ergreifen, Übergänge zu erleichtern und sie gezielt bei der Arbeitsuche zu unterstützen“, hebt Andreas Fleischer abschließend hervor.
Wichtig:Arbeitslosenzahl im Januar: 7.491
Wichtig:Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: +648 oder +9,5 Prozent
Wichtig:Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +111 oder +1,5 Prozent
Wichtig:Arbeitslosenquote im Januar: 6,7 Prozent
Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,6 Prozent.
Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im Januar 1.855 Frauen und Männer, 380 mehr als im Dezember und 106 mehr als vor einem Jahr. 1.011 Personen wurden nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 289 nach einer Ausbildung oder dem Besuch einer Maßnahme arbeitslos.
Im Januar konnten 1.225 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind 20 Menschen mehr als im Monat zuvor und 109 mehr als vor einem Jahr. 335 von ihnen haben im Berichtsmonat eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, 264 begannen eine Ausbildung oder eine Qualifizierung.
Derzeit sind im Plauener Agenturbezirk 804 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das sind 41 mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen um 4 bzw. 0,5 Prozent niedriger.
Die Zahl älterer Arbeitsloser hat sich im Vergleich zum Vormonat um 295 Person erhöht. Ende Januar waren im Vogtland 2.964 Frauen und Männer ab 50 Jahre arbeitslos, 107 bzw. 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Aktuell sind rund 33 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk Plauen länger als ein Jahr auf Jobsuche. Ihre Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 49 Personen auf 2.456 erhöht. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 184 bzw. 8,1 Prozent höher.
Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt unterschiedlich dar. In allen Geschäftsstellen im Vogtlandkreis ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote notiert nach wie vor Klingenthal mit 4,9 Prozent. Danach folgen Oelsnitz mit 5,2 Prozent und Auerbach mit 5,4 Prozent. Reichenbach liegt aktuell bei 6,3 Prozent und Plauen bei 8,4 Prozent.
Arbeitslose nach Rechtskreisen - Vorjahresvergleich:
Im Rechtskreis des SGB III (Arbeitslosenversicherung) sind 3.058 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 92 mehr als im Januar 2025 und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) 4.433 Personen, 19 mehr als vor einem Jahr.
Arbeitskräftenachfrage:
Im Januar wurden 388 Stellen gemeldet. Das entspricht annähernd dem Vormonatsniveau und 98 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand (1.800) liegt aktuell rund 1 Prozent unter dem Vormonat und rund 6 Prozent unter Vorjahr. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es aktuell in fast allen Wirtschaftsbranchen. Schwerpunkte bilden die Arbeitnehmerüberlassung (461 Stellen), das Verarbeitende Gewerbe (261 Stellen), das Gesundheits- und Sozialwesen (288 Stellen), der Handel (193 Stellen) sowie das Baugewerbe (131 Stellen).
Unterbeschäftigung:
Im letzten Monat haben nach ersten Hochrechnungen rund 1.300 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder gesetzliche Regelungen in Anspruch genommen und damit den Arbeitsmarkt entlastet. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung auf rund 8.800. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Januar bei 7,8 Prozent (Vorjahr: 7,9 Prozent).
