Berlin/Brandenburg: Schwacher Arbeitsmarkt schlägt auf Ausbildungsmarkt durch

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 17

Zitat:

Carina Knie-Nürnberg, Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit: „Der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg ist anhaltend schwach und wird im Juli durch den früheren Ferienstart und das typische Kündigungsdatum 30. Juni zusätzlich belastet. Positive Impulse aus der Wirtschaft fehlen.“

Zitat:

Zum Ausbildungsmarkt in Berlin führt Carina Knie-Nürnberg weiter aus: „Der Ausbildungsmarkt in Berlin macht mir Sorgen. Auch wenn über die Hälfte der Jugendlichen bereits wissen, wie es nach den Ferien weitergeht, kennen zu viele Jugendliche Ihren beruflichen Weg noch nicht. Gleichzeitig klagen Betriebe über fehlenden Nachwuchs. Im August und September müssen wir gemeinsam den Ausbildungsturbo zünden, um möglichst allen jungen Menschen, die eine Ausbildung suchen, den Einstieg zu ermöglichen.“

„In Brandenburg sieht die Situation für Jugendliche etwas besser aus“, so Knie-Nürnberg. „Das Angebot an gemeldeten Ausbildungsplätzen steigt wieder leicht. Rund 5.000 gemeldete Ausbildungsstellen sind derzeit noch unbesetzt. In etwas so viele Jugendliche suchen aber auch noch nach einer Ausbildung.“

„Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel. Der Bewerberpool ist größer als letztes Jahr – liebe Unternehmen: zögern Sie nicht, eröffnen Sie Einstiegschancen.“

 

Wichtig:Veranstaltungshinweis für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz: 

Last Minute Börse 2026 der Jugendberufsagentur Berlin
27. August 2026
10 – 15 Uhr | Kosmos Berlin, Karl-Marx-Allee 131a, 10243 Berlin
https://jba-berlin.de/eventkalender 

Wichtig:Ausbildungshinweis für Arbeitgeber:

Arbeitgeber können Ausbildungsstellen 2026 auch jetzt noch über das Arbeitgeber-Online-Portal der Bundesagentur für Arbeit oder die kostenfreie Rufnummer 0800 4 555520 melden. 

 

Arbeitsmarkt auf einem Blick:

 

 

Einschätzung aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit:

Ausbildungsmarkt

Im August starten die ersten Jugendlichen Ihre Ausbildung. Doch noch bis in den Herbst ist ein Ausbildungsstart üblich. Bei den Berliner Arbeitsagenturen und Jobcentern meldeten sich von Oktober 2025 bis Juli 2026 22.564 Personen, um mit Unterstützung der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz zu finden. Das waren 1.772 Ausbildungsplatzsuchende mehr als im letzten Jahr (+8,5 Prozent). Ende Juli waren noch 10.648 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz, und damit 888 mehr als im Juli 2025 (+9,1 Prozent). Gleichzeitig waren im Juli 2026 5.562 betriebliche Ausbildungsstellen noch unbesetzt, das waren 555 weniger als im Juli letzten Jahres (-9,1 Prozent).

 

In Brandenburg zeigt sich ein besseres Bild. Hier meldeten sich von Oktober 2025 bis Juli 2026 12.218 Personen. Das waren 604 Ausbildungsplatzsuchende mehr als im letzten Jahr (+5,2 Prozent). Ende Juli waren noch 5.138 Personen ohne Ausbildungsplatz, und damit 210 mehr als im Juni 2025 (+4,3 Prozent). Gleichzeitig waren im Juli 2026 5.017 betriebliche Ausbildungsstellen noch unbesetzt, das waren 583 weniger als im Juli letzten Jahres (-10,4 Prozent).

 

 

Arbeitsmarkt

Im Juli 2026 ist die Zahl der Arbeitslosen in Berlin und Brandenburg deutlich gestiegen. So waren in Berlin 3.428 und in Brandenburg 2.105 Arbeitslose mehr bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldet als im Vormonat. Auch saisonbereinigt steigt die Zahl der Arbeitslosen in beiden Bundesländern. Der frühe Ferienbeginn Anfang Juli lässt die Arbeitslosigkeit Jugendlicher unter 25 besonders steigen. Das typische Befristungs- und Kündigungsdatum 30. Juni erhöht die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Erwerbstätigkeit.

 

Die Arbeitslosenquote in Berlin steigt im Berichtsmonat um 0,2 Prozentpunkte von 10,2 auf 10,4 Prozent. In Brandenburg steigt die Quote im Berichtsmonat um 0,1 Prozentpunkte von 6,3 auf 6,4 Prozent. 

 

Im Juli 2026 zeigt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften insgesamt stabil. In Berlin steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften. In Brandenburg sinkt die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vormonat deutlich. Ursache ist die überdurchschnittlich hohe Stellenmeldung des Vormonats durch die Neuansiedlung von CEVA Logistics in Frankfurt (Oder). Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Nachfrage stabil.

 

So wurden im Juli 2026 den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Berlin 5.191 neue Arbeitsstellen gemeldet. Dies waren 599 Arbeitsstellen mehr im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich zeigt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften in Berlin schwächer mit 183 weniger gemeldeten Stellen. In Brandenburg wurden im Juli 2026 insgesamt 4.235 neue Arbeitsstellen gemeldet, das waren 610 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich einer Steigerung um 188 gemeldeter Stellen. 

 

In Berlin ist der Anstieg der Stellenmeldungen im Juli 2026 vor allem auf den Einzelhandel und den konjunktursensiblen Bereich der Arbeitnehmerüberlassung/Zeitarbeit zurückzuführen, der sich nach einem Einbruch in den Vormonaten erholt. Offene Stellen und damit Beschäftigungschancen bieten vor allem die Bereiche Handel, öffentliche Verwaltung, Baugewerbe und Gesundheitswesen.

 

In Brandenburg ist der Rückgang der Stellenmeldungen fast ausschließlich auf den Bereich Lager beschränkt. Beschäftigungschancen zeigen sich breit gefächert im Baugewerbe, Handel, Lager, dem verarbeitenden Gewerbe wie der Herstellung von Autos und dem Gesundheitsbereich. 

 

Stand Mai 2026 waren laut Hochrechnung in Berlin 1.680.100 Menschen und in Brandenburg 880.600 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. In Berlin stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zum Vormonat um 1.800 Beschäftigte. In Brandenburg sinkt sie um 700 Beschäftigte.