Zitat:Carina Knie-Nürnberg, Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit:
„Wenn ich mit Frauen in Berlin und Brandenburg spreche, dann höre ich oft denselben Wunsch: auf eigenen Beinen stehen, unabhängig sein und selbst entscheiden. Genau darum geht es am Internationalen Frauentag: um persönliche und wirtschaftliche Eigenständigkeit. Und ich freue mich sehr, dass wir in Berlin und Brandenburg eine klare positive Entwicklung sehen und mittlerweile in unserer Region mehr als drei von fünf Frauen arbeiten.
Gleichzeitig weiß ich, wie anspruchsvoll der Alltag vieler Frauen ist. Sie organisieren Familie, Beruf und eben immer noch überdurchschnittlich häufig die Care-Arbeit. Das fordert enorme Stärke. Dennoch reduzieren viele ihre Arbeitszeit nicht aus freien Stücken, sondern eben, weil zum Beispiel die Betreuung der Kinder nach dem Unterricht in der Schule gemanagt werden muss, Wege zu lang oder passende Arbeitsmodelle nicht verfügbar sind. Das darf nicht zur Karrierebremse werden.“
Erwerbsbeteiligung von Frauen in Berlin und Brandenburg steigt
In den vergangenen zehn Jahren ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Deutschland deutlich gestiegen. Auch in Berlin und Brandenburg haben sich die Beschäftigungsquoten von Frauen positiv entwickelt. Besonders deutlich ist die positive Entwicklung bei ausländischen Frauen. Trotz des spürbaren Beschäftigungszuwachses liegt die Beschäftigungsquote ausländischer Frauen in Berlin und Brandenburg weiterhin unter der von Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit.
Ein besonderes Potential für die regionale Wirtschaft besteht darin, die Erwerbsbeteiligung von Frauen und insbesondere von ausländischen Frauen weiter zu erhöhen. Damit kann zugleich dem fortschreitenden demografischen Wandel begegnet werden.
Hoher Teilzeitanteil prägt die Beschäftigung von Frauen
Die Beschäftigung von Frauen ist bundesweit stark von Teilzeitarbeit geprägt: 57 Prozent aller beschäftigten Frauen arbeiten in Teilzeit. Häufig stehen sie weiterhin vor der Herausforderung, neben der Arbeit allein für die Erziehung ihrer Kinder oder der Care-Arbeit verantwortlich zu sein.
In Brandenburg entspricht der Anteil der Teilzeitbeschäftigung mit 57 Prozent dem bundesweiten Durchschnitt. In Berlin zeigt sich eine ausgewogenere Situation mit Blick auf die Arbeitszeit von Frauen: Hier arbeiten 51 Prozent der beschäftigten Frauen in Teilzeit und 49 Prozent in Vollzeit.
Wirtschaft profitiert von höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen
Zitat:Carina Knie-Nürnberg: „Die Entscheidung von Frauen für eine Vollzeitbeschäftigung entscheidet mit über die Zukunft unseres Arbeitsmarktes. Und jede Frau, die ihre Arbeitszeit ausweiten und mit ihrer Beschäftigung einen guten Lebensunterhalt sichern kann, stärkt nicht nur ihre eigene Unabhängigkeit. Sie sichert zugleich dringend benötigte Fachkräfte und damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Am Internationalen Frauentag geht es mir deshalb um mehr als Anerkennung: Es geht um gute Beschäftigungsbedingungen für Frauen und faire Bezahlung.“
Die Förderung der Gleichstellung ist gesetzlicher Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter. Ziel ist es, Frauen dabei zu unterstützen, ihre Erwerbschancen nachhaltig zu verbessern und ihre berufliche Entwicklung aktiv zu gestalten. Das beginnt bereits in der individuellen Beratung zu Arbeitszeit und Einkommen, gezielte Orientierung zu Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten sowie unsere Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg nach Familienphasen.
Statistischer Anhang
Beschäftigungsquoten von Frauen nach Staatsangehörigkeit:

Beschäftigte nach Geschlecht, Arbeitszeit und Ländern:
