- 296.058 Arbeitslose im Juni 2026 (minus 0,6 Prozent gegenüber Vormonat)
- Arbeitslosenquote bleibt bei 4,6 Prozent
- Jugendarbeitslosenquote sinkt leicht auf 3,6 Prozent
Arbeitslose
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Baden-Württemberg

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosigkeit im Juni sinkt leicht – überdurchschnittlicher Rückgang bei Jugendlichen
Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent auf 296.058 leicht zurückgegangen. Überdurchschnittlich gesunken ist die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen (minus 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat), verharrt aber mit rund 25.000 weiterhin über dem Niveau des Vorjahres (plus fünf Prozent). Erfreulich ist, dass sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit über alle Altersgruppen hinweg im Vergleich zum Vorjahr weiter abflacht: Während er in den letzten vier Jahren jeweils bei etwa plus 10 Prozent lag, verlangsamt sich der Anstieg im bisherigen Jahresverlauf zunehmend (Januar 2026: plus 5,5 Prozent, Juni 2026: plus 2,3 Prozent).
Beschäftigungsaufnahmen legen weiter zu
Im ersten Halbjahr 2026 haben 121.295 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beendet. Das sind 3,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025 und 10,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2024. Die Beschäftigungsaufnahmen im Monat Juni liegen auf einem Vor-Corona-Niveau. Das zeigt: Bei den Beschäftigungsaufnahmen hat der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg wieder Fahrt aufgenommen. Das Problem liegt auf der Zugangsseite: Weiterhin melden sich mehr Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos. Mit einem Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 flacht diese Entwicklung aber ab.
Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung für Arbeitsuchende
Während die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung weiterhin stark ansteigt (plus 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. 13.015 Personen), geht die Arbeitslosigkeit im Grundsicherungssystem zurück (minus 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 6.264 Personen). Getragen wird dieser Rückgang insbesondere von Menschen mit Fluchtkontext. Bei den acht stärksten Asylherkunftsländern[1] verzeichnen wir ein Minus von 12,0 Prozent; bei der Ukraine ein Minus von 10,7 Prozent.
Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Das Niveau der Arbeitslosigkeit bleibt hoch. Dies darf den Blick auf leicht positive Tendenzen nicht verschließen. So konnten wir die Arbeitslosigkeit gegenüber Januar 2026 um über 14.000 Personen (minus 4,6 Prozent) reduzieren. Zudem haben die Beschäftigungsaufnahmen im ersten Halbjahr 2026 Fahrt aufgenommen. Hinzu kommt der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung für Arbeitsuchende, der getragen wird von einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit von Menschen mit Fluchtkontext.“
Mit Blick auf die Reform der Grundsicherung, die zum 01. Juli 2026 in Kraft tritt, ergänzt Musati: „Mit den nun geltenden gesetzlichen Änderungen werden wir den Weg der Beschäftigungs- und Integrationsorientierung in den Jobcentern weiterhin konsequent fortsetzen.“
Kurzarbeit im Südwesten
Im März 2026 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 34.921 Personen in Kurzarbeit. Das sind etwa gleich viele Kurzarbeitende wie im Vormonat (Februar 2026: 34.652 Personen), aber etwa die Hälfte weniger als im Vorjahr (März 2025: 70.931). Die Kurzarbeiterquote in Baden-Württemberg beträgt im März 2026 weiterhin 0,7 Prozent. Die neuen Daten lassen einen Rückschluss zu, wie viele Betriebe die verlängerte Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds in Anspruch genommen haben, das 2024 erstmals von 12 auf bis zu 24 Monate verlängert wurde: Im Dezember 2025 waren 27 Prozent der Betriebe länger als 12 Monate im Kurzarbeitergeldbezug.[2]
1 Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.
2 Die Statistik weist eine Bruttodauer des Bezugs aus, d.h. Unterbrechungen des Kurzarbeitergeldbezugs von bis zu zwei Monaten werden in der Statistik mitgezählt.